Frankreich: Gefährdet der Wolf die Herstellung von Roquefort-Schimmelkäse?

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Die Bauern in der kargen Region Rouergue im französischen Département Aveyron sind auf den Barrikaden.

Sie produzieren aus roher Schafsmilch den weltberühmten, grün-blau marmorierten Blauschimmelkäse, der nach dem Dorf Roquefort-sur-Soulzon benannt ist. Doch immer mehr Wölfe ziehen im Département ihre Fährte. Die Bauern fordern wegen der Schafrisse mehr Abschüsse. Die französische Regierung hat deshalb nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs über den fortgesetzten Wolfsschutz in Brüssel höhere Abschussquoten als bisher gefordert.

(Symbolbild: Adobe Stock / andamanec)

Der englische Telegraph berichtet, dass auch Dänemark, Estland, Italien und Lettland eine höhere Flexibilität bei der Jagd auf die Grauhunde verlangt haben. Dem Vernehmen nach ließ die Kommission die Antragsteller mit der Begründung abblitzen, es gäbe ausreichend EU-Zuschüsse für den Bau von Wolfszäunen. Im Auftrag des Europäischen Parlaments erstellte Studien beziffern die Anzahl der Wölfe in der EU auf 17.000.

Schon seit 2012 warnen die Bauern in der Umgebung von Roquefort-sur Soulzon, ihre Käseproduktion sei auf Dauer durch die Wölfe gefährdet. Der hochwertige und teure Roquefort-Blauschimmel, eine weltweit geschützte Herkunftsbezeichnung, wird nur aus der Milch frei weidender Schafe hergestellt.

So sehr die Initiative der französischen Regierung aus jagdlicher Sicht verständlich ist, so sehr muss man fragen, wieso dieselbe Regierung den Import von Löwentrophäen aus Afrika verbietet. Es gibt dort mehr Löwen als Wölfe in Europa, und die Schäden durch Löwen sind deutlich höher als die der Wölfe und schließen auch Menschenleben ein. Aber dabei geht es ja nicht um eigene Interessen, und auch der französischen Regierung ist das Hemd näher als der Rock.

rdb