Geisterkudus von Girib

1919

Kudu-Jagd Namibia
 

06/ 2011

Man muss schon ein wenig verrückt sein, um jedes Jahr nach Namibia zu reisen. Nur um einmal die prächtigste aller Drehhorn-Antilopen, den Großen Kudu, zur Strecke zu bringen. Viermal habe ich es versucht.

Von Günter Mensching

 

Ende Juli 2008, Farm Girib-Ost, 100 Kilometer südlich vom Internationalen Flughafen Windhuk, auf Höhe von Rehoboth.„Bauoh, Bau, Bauoh, Bauoh.“ In den umliegenden Felsen schallt das Echo der Warnrufe einer Gruppe von Bärenpavianen wider. Mist, sie haben uns beim Anstieg ausgemacht und geben mit dem Bellen ihren Unmut über das Eindringen in ihr Revier kund. Und warnen anderes Wild in der Umgebung. Seit einer Stunde sind wir unterwegs, um auf den Höhenrücken zu gelangen, der über eine Länge von 5 Kilometern das Land um das Farmgebäude vom eigentlichen Jagdgebiet trennt. Hier oben, wo kein befahrbarer Weg hinaufführt, wollen wir einen alten, starken Kudu finden und, wenn es gut läuft, auch erlegen.
Wir, das sind meine Partnerin Zita und mein Freund Ronnie Rowland als Jagdführer. Ihn hatte ich 1998 in Südafrika kennengelernt, als ich, stellvertretend für die Redaktion von JAGEN WELTWEIT, beim Kongress der Berufsjägervereinigung PHASA den Preis für Journalismus entgegennehmen durfte. Ronnie war in jenem Jahr überraschend zum Präsidenten der Berufsjäger gewählt worden, und seit dieser Zeit entwickelte sich zwischen uns eine Freundschaft von zuerst vorsichtigem Abtasten bis zum späteren vollen Vertrauen. Es hat dann lange gedauert, bis in unseren Terminkalendern Lücken gefunden waren, um gemeinsam in seinem Heimatland Namibia zu jagen.
 

 

Kudu
Die gebleichten Knochen eines Kudu mit prachtvoller Hornzier.
Dabei ist Ronnie mir mit seiner geraden Art und seinen Vorstellungen von fairer Jagd ein Vorbild geworden. Nichts da mit gezäunten Wildfarmen, keine Put and take-Jagd, alt müssen die Stücke sein. Und wenn es bei dieser Jagd nicht klappt, dann ist es so. Einmal wird die Chance kommen. Und dann, wenn „Er da oben“ es will, stehen sich Jäger und Wild gegenüber. Dann gilt es, die gebotene Chance zu nutzen. 2006 war es so, als ich mit Ronnie in der Tsiseb Conservancy am Brandberg den Methusalem aller Springböcke erlegte. Ein Jahr später hatte ich Weidmannsheil mit ihm im südafrikanischen KwaZulu Natal: Ein uralter Buschbock fiel, und bei Kaiserwetter kamen Bergriedbock und ein kapitaler Riedbock in den Drakensbergen zur Strecke.
Zurück nach Grib-Ost: Wir machen Pause, hoffen, dass die Bärenpaviane sich beruhigen, besser noch über den Kamm wechseln und uns weiter aufsteigen lassen. Mittlerweile ist es gegen 10 Uhr. Die Sonne beißt schon gewaltig, der Schweiß rinnt den Rücken hinunter, die Kehle ist trocken. Die Störenfriede haben sich verzogen. Also weiter. Schritt für Schritt geht es hinauf. Lose Steine knirschen, machen den Anstieg laut. Aber es springt kein Wild ab, kein dumpfes Schrecken, das an den Schlag auf eine Pauke erinnert, kündet von der Anwesenheit der großen Antilopen.
Auf einem kleinen Plateau sehen wir von der Sonne gebleichte Knochen und den mächtigen Schädel eines Großen Kudus mit seiner herrlichen Hornzier. Weggerafft von der tödlichen Kudu-Wut. So in etwa stelle ich mir das Objekt der Begierde vor, das wir hier oben suchen.
 

Zu jung

 

Nach einer weiteren Stunde ist der Kamm erreicht, und wir wenden uns gegen den Wind in Richtung Osten. Kein Weg, kein Steg. Auf Wechseln geht es mühsam voran. Stachelige Büsche kratzen an der Kleidung, nadelspitze Dorne reißen blutige Striemen in die Haut und Löcher in Hose und Jacke. Das Gelände wird offener, aber immer noch geben uns Busch oder Baum genügend Deckung, um unbemerkt vorwärtszukommen. Dann sinkt Ronnie zu Boden, nur Bruchteile von Sekunden später hocken auch Zita und ich auf der Erde. 500 Meter vor uns sehen wir Spiralhörner über dem Buschwerk in der Sonne blinken. Ein Trupp Großer Kudus. Alles Bullen. Jetzt, zwei Monate nach der Brunft, stehen die männlichen Stücke, die sich vorher um die brunftigen Tiere beinhart bekämpft haben, wieder friedlich zusammen.
 

 

Kudu
Der Blick von den Okondura-Bergen: Die Jagd in der Savanne erfordert Geduld.
Zum genauen Ansprechen noch zu weit. Also ran. Irgendwann geht’s nicht mehr weiter. Etwa 200 Meter trennen uns. Nur noch blankes Felsgeröll liegt zwischen dem Wild und uns. So kauern wir uns hinter der letzten Deckung nieder und versuchen, die Stärke der Hörner des Wildes auszumachen. Wie erstarrt präsentieren sich die Kudus. Aber zum Einschätzen der Trophäen muss man die Hornzier möglichst von allen Seiten betrachten. Erst nach quälenden 20 Minuten kommt Bewegung in die Gruppe. Das Wild tritt hin und her, erlaubt uns, es besser anzusprechen. Ronnie winkt nach kurzer Zeit ab. „Zu jung“, flüstert er mir zu, und: „geordneter Rückzug“. Leise schleichen wir uns von dannen. Erst als wir außer Sicht- und Hörweite sind, erklärt Ronnie mir die Situation: „Der Stärkste aus der Gruppe hat zwar die von uns gewünschte Hornlänge von über 56 Inch, das sind 142 Zentimeter, braucht aber noch 2 oder 3 Jahre, um dann eine reife Trophäe zu tragen.“
Um die Sache abzukürzen: Wir sehen in den sich anschließenden 5 Tagen nichts Vergleichbares mehr. Große Kudubullen sind wie vom Erdboden verschwunden. Nur noch weibliche Stücke und „Minderjährige“ zeigen sich.
 

Uralte Kuh

 

Oryx
Der Fangschuss hat das linke Horn der Oryx-Kuh gestreift.
Dennoch fahre ich nicht als Schneider von Girib-Ost weg: Schon von Weitem sehen wir eines Morgens einen Trupp Oryx-Antilopen am Hang eines kegelförmigen Bergs. Von unten ran geht nicht. Da bekommen sie uns spitz. Also geht es in einem weiten Bogen um die Erhebung, nachdem wir Farmbesitzer Volker Ahrends mit einem schwarzen Jagdhelfer haben aussteigen lassen. Ronnie und ich platzieren uns im Hang, Volker und sein Begleiter werden die Stücke, wir haben sie als weiblich und nicht führend angesprochen, in unsere Richtung um den Berg drücken. Eine auffallend starke Kuh ist dabei. Der gilt es. Ihre Hörner zeigen mit einem mächtigen Bogen nach hinten.
Eine halbe Stunde warten wir bereits. Ist unser „genialer“ Plan gescheitert und das Wild über alle Berge? Dann steinelt es rechts von uns. Langsam zieht Wild näher. Sie sind es. In einer Schluppe können wir die starke Kuh als letzte des Trupps ausmachen. Das Gewehr liegt längst auf dem Dreibein. Bei der nächsten Lücke im Busch schieße ich, komme auf 50 Meter ziemlich weit vorn ab. Verdammt. Zu überhastet das Züngel gezogen.
Aber im Schuss geht das Stück zu Boden, schlägt noch ein wenig mit den Läufen und bekommt den Fangschuss auf den mir zugewandten Widerrist. Der wäre nicht nötig gewesen, denn mein erster Schuss sitzt am Trägeransatz und hat die Wirbelsäule getroffen. Der Fangschuss berührte ein Horn, und ein paar Splitter flogen weg. Der Präparator hat’s später gerichtet. Vor uns liegt eine alte Oryx-Kuh mit einer Hornlänge von 102 Zentimetern: eine Traumtrophäe.
 

Das Stück verloren

 

Zebrahengst
Ein starker Bergzebra-Hengst geht nach 150 Metern zu Boden.
August 2008, Farm Otjohotozu im Nordosten des Erongo-Gebirges, nahe Omaruru, bei Stephan Klein. Wir haben das Jagdgebiet gewechselt und stellen nun einem starken Kudu im Erongo nach. Tagtäglich geht es in der Morgendämmerung hinaus, Pirellipirsch ist zuerst angesagt. Wenn wir ein „verdächtiges“ Stück Wild sehen, werden wir es angehen. Erst am dritten Abend kommt es zu einer Begegnung mit einem einzeln ziehenden Großen Kudu.
Längst sind wir vom Jagdwagen herunter und suchen uns einen geeigneten, aber gedeckten Platz zum Ansprechen und Schießen. „Der passt“, kommt es von Ronnie, und ich entsichere meine Büchse. Es ist weit bis zum Stück, das schräg nach oben im Hang zieht. Auf den Schuss hin zeichnet das Wild mit einem leichten Zucken, dann flüchtet es scheinbar gesund davon. Um es kurz zu machen: Wir finden am Anschuss einen Tropfen Wildbretschweiß. Dann neigt sich der Tag. Die Stelle wird verbrochen und am nächsten Morgen weitergesucht.

Die beiden Jagdhelfer, der eine mit Buschmannblut, geben sich die allergrößte Mühe, aber der Kudu kommt in den folgenden Tagen nicht zur Strecke. Auch Geier zeigen uns nicht den Weg zum doch vielleicht verendeten Stück. Angeschweißt heißt natürlich zahlen. Der kleine Stein, auf dem sich der Schweiß abzeichnete, liegt nun auf meinem Schreibtisch. Er erinnert mich daran, dass ich die alte Regel „Bergauf, bergrunter, halt immer drunter“ nicht beachtet habe. Der Schuss hat mit großer Wahrscheinlichkeit am Widerrist eine nicht tödliche Verletzung verursacht.

Wir geben die Suche nach einem neuen Stück nicht auf. Aber wenn mal „der Wurm drin ist“ … Auch diesmal verlasse ich nicht als Schneider die Farm. Am vorletzten Jagdtag komme ich auf einen starken Bergzebra-Hengst zu Schuss. Diesmal geht die Sache gut aus. Viel Schweiß gibt es am Anschuss, und nach 150 Metern finden wir das Pyjama-Pferd im hohen Gras verendet. Geschossen habe ich in der Ebene, und so macht das Bergen keine große Arbeit. Wir können mit dem Landcruiser bis zum erlegten Stück fahren.
 

Schneider

 

Zebrahengst
Mehrfach sind wir in guter Schussposition, doch die Hürde meines Jagdführers einen angemessenen Kudu für einen JAGEN WELTWEIT Redakteur zu finden, ist zu hoch.
Juli 2009, Farm Okondura-Nord, Okondura- Berge bei Wilhelmstal. Aus diesem Jagdgebiet stammt die Nr. 5 der namibischen Top Ten. Diesmal begleiten mich bei der Jagd neben Zita zwei ausgewiesene Berufsjäger: Ronnie und der Farmbesitzer Gerhard Liedtke. Kudus gibt es hier eine Menge, auch vom Alter her jagdbare. Aber Gerd will mich auf einen ganz besonderen führen: 60 Inch soll er als Hornlänge haben. Eine Hürde, die es erst einmal zu knacken gilt. An diesem Maß aller Dinge haben sich schon andere Jäger die Zähne ausgebissen.
Mehrfach sind wir zu Fuß auf Schussentfernung an dem einen oder anderen Drehhorn. Aber Gerd winkt immer ab. Zu gering, zu jung. Nach seiner Meinung nichts für einen Redakteur von JAGEN WELTWEIT. Und so vergehen die Jagdtage, ohne dass ein Schuss fällt: Viel Anblick, aber den Richtigen finden wir nicht. Die Hürde ist einfach zu hoch.
 

Die Jagd fällt aus

 

Kappe
Eins darf man bei Ronnie nicht: seine Mütze im Fahrtwind verlieren. Dann werden zwei Löcher in die Kappe hineingeschossen – zum Anbringen von Kinnriemen.
Juli 2010, im kargen Süden Namibias, Rundreise, anschließend Jagd auf Girib-Ost. So ist es geplant, aber es kommt anders. Nach 2 Wochen auf Pad, wie man in Namibia zu Schotterpisten sagt, kommen Zita und ich in Windhuk an, stellen die verstaubten Koffer in einer Frühstückspension ab und geben den Leihwagen zurück. Mit einem heftigen Lackschaden. Auf der Fahrt von Lüderitzbucht in die Tirasberge hat uns ein Sandsturm überrascht. Die vordere Partie des Autos ist sandgestrahlt. Zum Glück trägt die Versicherung den Schaden. Wir müssen uns über das Reisebudget keine Gedanken machen.
Dann erreicht mich am Abend ein Anruf: Mein vorgesehener Jagdführer und Mitbesitzer von Girib, Volker Ahrens, hat sich bei einem Fußballturnier in Südafrika die Achillessehne abgerissen. Die Jagd ist somit im Eimer. Denn so kurzfristig eine Jagdgelegenheit in freier Wildbahn zu finden, ist uns nicht gelungen.
 

Zu guter Letzt

 

August 2011, Farm Girib-Ost, Jagdführer Ingo Ahrens und Ronnie. Bitterkalt ist es, als meine Partnerin Zita und ich den Flieger in Windhuk verlassen. 5 Grad minus zeigt das Thermometer. Auf der Fahrt zur Farm fällt es noch einmal um 3 Grad. Die lange und späte Regenzeit in diesem Jahr wirkt nach. Noch hat der Frühling keinen Einzug gehalten. Dafür steht das Gras auf dem Farmland sehr hoch und dicht. Äsung im Überfluss.
Erst spät geht es morgens hinaus, auch das Wild zieht in der Frische des beginnenden Tages nur wenig. Ronnie stößt erst in zwei Tagen zu uns. Farmbesitzer Ingo A. wird mich heute führen. Am Vortag haben wir bei einer Revierfahrt einen großen Trupp Springböcke ausgemacht. Darunter war eine Ricke mit abnormen Gehörn. Auf sie wollen wir es heute versuchen. Ingo klettert auf ein Windrad, um von oben Einblick auf die hoch mit Gras bewachsene Ebene zu nehmen. Grinsend kommt er zurück. Er hat die Springböcke Wind von hinten ruhen sie und äugen in die entgegengesetze Richtung. Zu uns. Das wird eine harte Pirsch.
Die ersten 200 Meter haben wir noch Deckung durch niedrige Büsche. Trotzdem heißt es hier schon: niedrigste Gangart. Dann kommen wir in hohes Gras. Nur langsam geht es vorwärts. Immer wieder machen wir kurze Pausen, in denen Ingo sich vorsichtig erhebt, um festzustellen, ob wir schon in der Nähe des Wildes sind. Noch nichts zu sehen. Weiter. Die Sonne brennt vom strahlend blauen Himmel. Dann erreichen wir auf dem Bauch kriechend den Rand einer Freifläche. Hier ist das Gras von Termiten abgeschnitten und liegt am Boden. Am anderen Ende, etwa 130 Meter entfernt, ruhen die Springböcke. Nur keine falsche Bewegung.
Aus der spärlichen Deckung heraus mustern wir das Wild. An der rechten Seite, durch ein anderes Stück verdeckt, ruht die gesuchte Springbockricke. Das hat also schon mal geklappt. Wir sind am Wild. Jetzt heißt es Nerven bewahren und warten, bis sich die Stücke aus dem Bett erheben und mit Glück das Ziel unserer Pirsch frei wird. 15 Minuten vergehen.
 

 

Springbock
Was eine interessante Trophäe: Diese abnorme Ricke forderte einen Schuss aus dem Liegen heraus.
Dann aber: Erste Stücke werden hoch und ziehen langsam nach links. Nur unsere abnorme Ricke nicht. Und auch nicht das Stück vor ihr. Ruhigbleiben, abwarten. Nun kommt Bewegung in die Angelegenheit. Das vordere Stück kommt hoch und zieht langsam dem Trupp hinterher. Ich werde im Liegen schießen müssen, höhere Deckung gibt es nicht. Das Gewehr ruht auf dem senkrecht gestellten Fernglas, vor dem Lauf ist nichts, was die Flugbahn verändern könnte. Die abnorme Ricke
kommt hoch und erhält Sekundenbruchteile später die Kugel. Im Knall geht sie mit einem Hochblattschuss zu Boden und verendet. Was für eine Pirsch und was für eine interessante Trophäe: ein uraltes Stück.
 

Diana lächelt

 

Die nächsten zwei Tage muss ich pausieren. Mit Fieber und einem Magen-Darmproblem liege ich flach. Aber ich habe ja zwei Späher, die für mich das Gebiet erkunden. Und sie kommen am zweiten Abend mit guter Nachricht zurück. Sie haben im letzten Licht, in der berühmten „Stunde des Kudus“, einen Trupp weiblicher Stücke, gefolgt von einem eisgrauen starken Bullen, auf dem Wechsel vom Berg zu einer Salzlecke gesehen. Ein weibliches Stück ist wohl noch brunftig. Das macht Bullen unvorsichtig und gibt uns eine Chance.
Langsam tuckern wir mit dem alten Landcruiser durchs Jagdgebiet. Der Himmel färbt sich rot, Dämmerung setzt ein. Wir postieren uns in der Nähe des Lecksteins hinter einem umgefallenen Baum, dessen Stamm uns Deckung bietet, und warten auf den „Grauen Geist von Girib“. Vergeblich an diesem Abend. Aber wir geben nicht auf.
Am nächsten Abend entdecken wir den Trupp auf etwa 800 Meter Entfernung. Er scheint wieder den bekannten Wechsel anzunehmen. Also klettern wir ihm vorsichtig entgegen, denn es ist schon ziemlich spät. Die Kudus werden erst bei Dunkelheit die Salzlecke erreichen. Auf halbem Hang postieren wir uns, haben Schussfeld und Deckung. Was wir nicht haben, ist Jagdglück. Das Wild nimmt einen anderen Wechsel und bleibt für uns unsichtbar. Hoffentlich haben die Kudus nichts mitbekommen.
Dritter Versuch: Wieder setzt die Dämmerung ein, wir warten auf das begehrte Wild. Nicht lange, und dann geht es blitzschnell. In einer kleinen Schluppe machen wir am dichtbewachsenen Hang die ersten Stücke aus. Vertraut ziehen die Kühe Richtung Lecke. Wo ist der Bulle? Endlos will es mir erscheinen, bis ich ihn sehe. Er hat schon Verdacht geschöpft und zieht schräg von uns fort nach oben. Ich muss auf 150 Meter auf die letzte Rippe schießen, wenn ich das Leben treffen will.
Das Gewehr ruht auf dem Dreibein, ich komme gut ab, und der Große Kudu geht taumelnd ab. Ingo sprintet hinterher und beschießt ihn noch einmal von der Seite. Er geht zu Boden und ist verendet. Dankbar nehme ich von meinem Freund Ronnie den Erlegerbruch entgegen und kann mein Glück kaum fassen. Nach etlichen Versuchen liegt ein reifer Kudu: der „Graue Geist von Girib“.
 

 

Kudu-Jagd Namibia
Endlich hat es geklappt: Bei der vierten Reise kam der Graue Geist von Girib zur Strecke.