Großbritannien: Boris Johnson will den obersten Jagdgegner in den Adelsstand erheben

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Der alte und neue britische Premierminister Boris Johnson will Zac Goldsmith in den Adelsstand erheben.

Boris Johnsons „Minister für Wildlife“ Zac Goldsmith (Konservative Partei) hat bei den Parlamentswahlen am 12. Dezember sein Mandat für den Londoner Wahlbezirk Richmond Park verloren. Er musste es an seine Konkurrentin von den Liberaldemokraten, Sarah Olney, abgeben, die mit einer deutlichen Mehrheit von 7.766 Stimmen (53,1 %) gewann.

Der superreiche Tierrechtsaktivist und Jagdgegner Goldsmith war vor wenigen Monaten vom Premierminister zum „Minister für Wildlife“, einem bis dahin nicht existierenden Amt, ernannt worden. Ziel dieser Ernennung war es, dass er zusammen mit Carrie Symonds, der Freundin des Premierministers, ein generelles Trophäenverbot durchsetzt. Großbritanniens Bürger sollen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Trophäen weder einführen noch ausführen können. Dies würde die Bejagung von Reh- und Rotwild im Vereinigten Königreich durch Jagdtouristen empfindlich treffen.

Goldsmith hatte dazu eine umstrittene „Konsultation“ begonnen, um Meinungen und Fakten zu den geplanten Verboten einzuholen. Die Befragung ist unverbindlich. Stellungnahmen sind ohnehin nur nach Maßgabe eines manipulativen Fragebogens möglich, der Antworten in die gewünschte Richtung lenkt. Allerdings kann er diese Aufgabe jetzt nicht mehr fortführen. Wahrscheinlich liegt das geplante Gesetz Tieraktivistin Carrie mehr am Herzen, als ihrem Partner Boris, der früher nicht durch ein besonderes Eintreten für Tierrechte aufgefallen ist

Nun erwägt der alte und neue Premierminister aber, den früheren Steuerflüchtling Goldsmith in den Adelsstand zu erheben. Dann wäre er automatisch Mitglied im „House of Lords“ und könnte Minister bleiben. Es hätte auch den Vorteil, dass Parlamentsabgeordnete ihn nicht mit Befragungen belästigen dürfen. Boris Johnson verspotte die Demokratie hieß es dazu bei der Opposition.

Zumindest hat Johnson der Königin – anders als bei der letzten Regierungserklärung am 14. Oktober – nichts in die neue Thronrede über Jagdtrophäen geschrieben.

rdb