Jagd/UK: wohin unter Labour?

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Die Labour Partei mit Premierminister Keir Starmer regiert Großbritannien. Was bedeutet das für Jagd und Jäger? Die Verbände halten sich nach der Regierungsbildung zunächst bedeckt.

Die klassische Jagd mit der Flinte auf getriebene Fasanen möchte Labour am liebsten abschaffen. Das Töten gezüchteter und ausgesetzter Vögel sei unethisch, heißt es. Gleichzeitig könnte man aber auch der Oberschicht eins auswischen, indem man ihr liebstes Freizeitvergnügen verbietet. (Foto: Steve Oehlenschlager/ AdobeStock)

„BASC ist bereit, mit der neuen Labour Regierung zusammenzuarbeiten“ ließ die Britische Assoziation für Jagd, Schießsport und Naturschutz (BASC) wissen. „Wir wollen sicherstellen, dass der Wert von Jagd und Sportschießen für die britische Wirtschaft und den Naturschutz auf dem Lande berücksichtigt und anerkannt wird.“ Ähnliches verkündete die Countryside Alliance. Sie hatte schon vor den Wahlen schwarz gesehen und befürchtet, Labour werde die Jagd auf dem Lande zerstören: „Die Partei missversteht die Jagd vollkommen. Dabei ist sie ein so wichtiger Teil des ländlichen Gemeinschaftslebens und der Wirtschaft auf dem Lande,“ hieß es damals. Jetzt warten alle erst einmal ab.

Für die sozialdemokratische Labour-Partei, die unter ihrem Vorsitzenden Corbyn (2015 – 2020) ins linksradikale Fahrwasser abrutschte, hatte Kritik an der Jagd auch immer etwas mit Klassenkampf zu tun. Unvergessen ist, dass Labour-Premierminister Tony Blair 2004 die Fuchsjagd zu Pferde verbot. Heute sagt er zwar laut Presseberichten, dies sei die Entscheidung seiner Regierungszeit gewesen, die er am meisten bereue. Seine Partei wird jedoch am Verbot nichts ändern, sondern hat vor den Wahlen sogar eine wirksamere Umsetzung versprochen. Selbst das Verfolgen einer künstlichen Fuchsspur zu Pferde und mit einer Hundemeute soll in Zukunft verboten sein. Das hat die Partei jedenfalls in ihrem Wahlprogramm angekündigt. Sie will auch an dem von den Konservativen auf den Weg gebrachten Verbot der Trophäeneinfuhr festhalten.

Im Wahlmanifest war eine Erhöhung der Gebühren für den privaten Waffenbesitz angekündigt. 20 Millionen Pfund dieser Abgaben will man boshafterweise für ein Programm verwenden, welches verhindern soll, dass „Jugendliche in die Kriminalität gezogen werden“. Dass legale Waffen für die Jagd und den Schießsport irgendeine Rolle bei der britischen Jugendkriminalität spielen, gehört ins Reich der Fabel.

Steve Reed, seit 5. Juli Staatsminister für Umwelt, Nahrungsmittel und ländliche Angelegenheiten, hatte vor den Wahlen Befürchtungen zu zerstreuen versucht. In einem Interview mit The Times sagte der damalige „Schatten-Staatsminister“: „Labour unterstützt das Recht zu jagen, solange es sich im Rahmen der Gesetze abspielt.“ Nun, Gesetze kann man ändern, wenn man eine Mehrheit hat, und Labour hat 411 von 650 Mandaten errungen.

Viel erwarten konnte Großbritanniens Jägerschaft auch nicht von der Konservativen Partei. Labour gilt jedoch insgesamt als jagdfeindlich und der ländlichen Lebensweise nicht zugetan. Doch die Labour Partei des Jahres 2024 ist nicht mehr die des Extremisten Corbyn, der die Partei inzwischen verlassen hat. Jetzt wartet man auf die Rede des Königs am 17. Juli. Charles III wird der Tradition gemäß das Regierungsprogramm verlesen.

rdb

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