Kojoten können Wölfe nicht ersetzen

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Wo es keine Wölfe mehr gibt, entsteht Platz für deren kleineren Verwandten. In Europa breitet sich der Goldschakal (Canis aureus) mehr und mehr aus seinem früheren ausschließlichen Verbreitungsgebiet im Süden Asiens immer weiter nach Westen aus und hat Mitteleuropa längst erreicht.

In Nordamerika hat dagegen der Kojote (Canis latrans) den Wolf an der Spitze der Nahrungspyramide abgelöst. Besonders ist das an der Ostküste der Fall, wo der Wolf jahrhundertelang gnadenlos bekämpft wurde.

Forscher um John Benson von der University of Nebraska-Lincoln fanden allerdings heraus, dass die Kojoten kein vollwertiger Ersatz für die Wölfe sind. Im Fachjournal „Ecological Applications“ berichten die Wissenschaftler davon.

Kojote kann Wolf nicht ersetzen Studie
Kojoten jagen vorrangig Beute, die kleiner als sie selbst ist

Wölfe jagen vor allem auf Hirsche und andere Huftiere. Kojoten jagen lieber auf Beute, die kleiner als sie selbst ist oder ernähren sich von menschlichen Abfällen. Sie können zwar sogar Elche zur Strecke bringen, tun dies aber sehr viel weniger oft als Wölfe.

Die Forscher beobachteten zehn Wolfsrudel in der kanadischen Provinz Ontario per GPS-Tracker und zum Vergleich acht Kojoten-Rudel auf die gleiche Weise. In den vergangenen Jahrzehnten hat im Vergleich zu den Wölfen das flexiblere Verhalten der Kojoten diesen ermöglicht, trotz zunehmender menschlicher Besiedlung ihre Verbreitungsgebiete zu vergrößern.

Daraus ergibt sich nach den Erkenntnissen der Forscher aber auch ein Problem. Wölfe sind so sehr an Elche und Weißwedelhirsche als Beute gebunden, dass ihre Rudel nahezu im Gleichtakt mit den Populationen der Beutetieren wachsen oder schrumpfen. Kojoten können ungleich leichter auf andere Beute ausweichen wenn z. B. der Hirschbestand abnimmt. Das kann sich aber destabilisierend auf die unteren Ebenen der Nahrungspyramide auswirken und zu einem errstischen Auf und Ab in den Populationen kleinerer Tiere führen.

dk

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