Pakistan: Neue Regeln für die Trappenjagd

926

Wenn im Winter die Kragentrappen aus Zentralasien in die pakistanischen Halbwüsten kommen, um zu überwintern, kommen auch die reichen Scheichs mit vielköpfiger Entourage aus den Golfstaaten, um sie mit ihren Jagdfalken zu bejagen.

Wenn im Winter die Kragentrappen aus Zentralasien in die pakistanischen Halbwüsten kommen, um zu überwintern, kommen die reichen Scheichs zur traditionellen Trappenjagd mit dem Jagdfalken (Symbolbild: Neil Dodhia / Pixabay)

Eine Zehn-Tage-Lizenz für 100 der seltenen Vögel kostet 100.000 US-Dollar. Ein Vielfaches davon lassen die Besucher vom Golf für die sonstigen Ausgaben ihrer luxuriösen Jagdaufenthalte zurück. Da sind die Begehrlichkeiten groß, obgleich feststeht, dass diese ungeregelten Jagden auf die Houbara-Trappen nicht nachhaltig sind. Es soll von ihnen weltweit nur 50.000 bis 100.000 Tiere geben. Eine verbindliche Jagdordnung gab es bisher nicht.

Im Jahr 2015 verbot der Oberste Gerichtshof die Jagd. Die Regierung intervenierte, denn die Golfstaaten sind wichtige politische und wirtschaftliche Partner Pakistans. Die Jäger von dort gehören der Herrscherklasse am Golf an und bekleiden wichtige Regierungsämter. Das Verbot wurde deshalb ein Jahr später wieder aufgehoben.

Nunmehr sollen Jagdlizenzen nur noch vergeben werden, wenn die pakistanische Regierung das im Einzelfall empfiehlt. Außerdem wurden Jagdvorschriften erlassen. Der pakistanische WWF spricht sich für die Festlegung von Jagdquoten nach Maßgabe wissenschaftlicher Bestandserhebungen aus.

rdb

ANZEIGEAboangebot