Panama: CITES-Generalversammlung ohne negative Auswirkungen auf Jagdtourismus

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In Panama fand die Weltkonferenz der 183 Staaten statt, die dem 1973 gegründeten Washingtoner Artenschutzübereinkommen angehören. Dabei wurden nur wenige Entscheidungen getroffen, die von unmittelbarer Relevanz für Auslandsjäger sind.

CITES-Generalversammlung – Eröffnung einer Pressekonferenz mit Vertretern ländlicher Basisgruppen aus Afrika am 15 November (Quelle: CIC/Archiv Baldus)

Wie immer waren die Debatten der 2.000 Delegierten polarisiert zwischen den Vertretern eines kompromisslosen Schutzes und denen, die neben sinnvollem Schutz auch für die nachhaltige Nutzung eintreten. Und wie immer wurde über die Köpfe der betroffenen Menschen in den Armutsgürteln dieser Erde hinweggeredet. Sie blieben außen vor, obgleich sich vor allem der internationale Jagdrat (CIC) um ihre Einbeziehung bemühte. Eine Entscheidung, bei zukünftigen Listungen auch die wirtschaftliche und soziale Lage der Menschen zu berücksichtigen, die die zu schützenden Pflanzen und Tiere zu ihrem Überleben nutzen, fiel wieder einmal durch bzw. wurde auf die lange Bank geschoben. Man konnte sich noch nicht einmal auf die Einrichtung einer permanenten CITES-Arbeitsgruppe zu diesen Themen unter Einbeziehung der Betroffenen einigen. Die schärfsten Gegner der Rechte indigener Gruppen und lokaler Gemeinden sind im Lager der Tierschutzaktivisten zu orten.

Der Antrag der Staaten des südlichen Afrikas, ihre Elfenbeinlager verkaufen zu dürfen, wurde erwartungsgemäß abgeschmettert. Die Hochstufung des Nilpferds von Anhang II auf I wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Herunterstufung des Breitmaulnashorns in Namibia zur Erleichterung der nachhaltigen Bejagung fiel ebenfalls durch. Die Leopardenquote Äthiopiens wurde auf Antrag des Landes von 500 auf 20 abgesenkt.

Die Interessen der Jagd wurden in Panama vertreten vom Internationalen Jagdrat (CIC), der Föderation der europäischen Jagdverbände (FACE), dem Safari Club International (SCI), dem Dallas Safari Club (SCI), der amerikanischen Stiftung für Wildschafe und der Conservation Force.

Das 1973 unterzeichnete Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora; CITES) ist ein Übereinkommen zum internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen. Sie sollen vor übermäßiger Ausbeutung bewahrt werden. CITES gewährt heute mehr als 37.000 Tier- und Pflanzenarten unterschiedlichen Schutz, unabhängig davon, ob sie als lebende Exemplare, deren Teile oder daraus gefertigte Erzeugnisse gehandelt werden.

rdb

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