Schweiz: Bär-Mania und die Folgen

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Internationale Bären-Spezialisten und die Schweizer Forstbehörden beschließen einen Bären-Dienst.

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Noch ein Ausflug zur Straße über den Engadiner Ofenpass, und der Bär wird wohl nicht mehr lange im Engadin umherstreifen. Spezialisten haben beschlossen, dass der Bär dann vergrämt werden soll.
Denn kaum kursierte die Nachricht, dass erstmals seit 100 Jahren wieder ein Bär im Alpenland aufgetaucht ist, ging es drunter und drüber: Touristen kommen in Scharen an den Ofenpass in Nationalpark Engadin, wo der Bär gesichtet wurde. Die Hotels sind ausgebucht, und Wildschützer beklagen „wahnsinnige“ Annäherungsversuche. Der Engadiner Jagd-Inspektor Georg Brosi warnt: „So geht das nicht mehr lange gut.“
Der Bär seinerseits zeige ein untypisches Verhalten. Er habe wenig Scheu vor Menschen, weswegen sich ihm die Bären-Touristen überraschend weit nähern könnten.
In der Nähe des Dorfes Tschierv riss er ein Kalb, dessen Kadaver ließen die Behörden liegen. So kann der Bär sich weiterhin davon ernähren. Denn im Nationalpark würde er zur Zeit kaum Nahrung finden.
Auch soll der Bär einen Yak-Bullen attackiert haben, der auf dem Gelände des Bergsteigers Reinhold Messner lebt. Allerdings zeigt sich bei dieser Meldung Brosi skeptisch: es sei unwahrschienlich, dass ein Bär einen 600 Kilogramm schweren Bullen angreife. Der Yak-Bulle wurde mit schweren Verletzungen aufgefunden, die den Prankenhieben eines Bären zugeschrieben wurden.

-hl-

 

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