Tansania: Jagd vor neuen Herausforderungen

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Drei Tage sind Vertreter der tansanischen Jagdbehörden und der Zivilgesellschaft, Jagdunternehmer und Wissenschaftler vom 10. bis 12. August in Dar Es Salaam zusammengekommen, um die Zukunft der neu gegründeten „Tanzania Wildlife Authority“ (TAWA) zu besprechen.

 

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Die Erträge aus dem Jagdtourismus sind stark rückläufig. Jetzt belastet auch noch eine erhobene Mehrwertsteuer von 18 % (Shutterstock)
Denn in einem mehrjährigen Prozess wurde die Wildschutzverwaltung im Lande umgekrempelt. Das Ministerium soll sich in Zukunft auf Politik beschränken. Das eigentliche Management der Wildbestände außerhalb der Nationalparks soll dem nicht-staatlichen Unternehmen TAWA übertragen werden, das zwar politisch geführt, ansonsten aber von Fachleuten mit größerer Autonomie geleitet wird. Mann erhofft sich dadurch größere Effizienz im Naturschutz. TAWA soll das Management der Wildgebiete und den Schutz des Wildes überwiegend selbst finanzieren, und dabei wird man zu 80 % auf die Erträge aus dem Jagdtourismus angewiesen sein.
Doch die sind stark rückläufig. Von 24 Millionen US-Dollar im Jahre 2010 fielen sie auf 11 Millionen in der letzten Saison. Gründe sind die Einfuhrverbote für Elefanten und Löwen in den USA und einigen europäischen Ländern wie Frankreich, die  weltweit konzertierten Kampagne der Jagdgegner gegen die Afrikajagd, verringerte Wildbestände aufgrund der Wilderei sowie wirtschaftliche Gründe. Vor allem in den USA waren die Buchungen in diesem Jahr sehr schlecht.
Die tansanische Regierung hat nunmehr unerwartet auch noch die Befreiung des Tourismus von der Mehrwertsteuer aufgehoben. Jagden verteuern sich dadurch um 18 %. Die Steuer wird ab sofort erhoben, wurde beim Verkauf der Jagden aber nicht mit einkalkuliert. Dies bereitet den Jagdfirmen erhebliche Probleme.
Die Zukunft der TAWA ist deshalb düster, und die Teilnehmer der Konferenz in Dar Es Salaam waren sich einig: Wenn Entwicklungshilfe aus Europa und den USA nicht an die Stelle der ausfallenden Jagdeinnahmen tritt, werden Wildschutz und Wildereibekämpfung Schaden nehmen. Eine sinnvolle Naturschutzstrategie sieht anders aus.
rdb
 


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