USA: Importverbote für Löwe und Elefant aufgehoben?

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In einem jetzt bekannt gewordenen internen Memorandum des amerikanischen „Fish and Wildlife Service“ (FWS) vom 1. März wird eine Änderung der Einfuhrpolitik für Trophäen von Elefanten und Löwen angekündigt.

Importe sollen grundsätzlich wieder erlaubt sein. Auf Druck von Tierrechtsorganisationen hatte die Obama-Regierung 2014 und 2015 in einer inzwischen von Gerichten als rechtswidrig festgestellten Verordnung die Einfuhr verboten. Verschiedene afrikanische Länder hatten danach umfangreiches wissenschaftliches Material vorgelegt.

Trophäentransporte sollen grundsätzlich wieder erlaubt sein (Foto: Falk Haacker)

Danach gefährdet die Jagd in ihren Ländern keineswegs die Löwen. Im Gegenteil sei zur Finanzierung der Erhaltung von bedrohten Wildarten die nachhaltige Trophäenjagd weiterhin unabdingbar. Im November 2017 hatte die Behörde ihr Verbot aufgehoben. Die amerikanischen Anti-Jagd-Organisation entfesselten innerhalb von Stunden einen emotionalen Sturm in den sozialen Medien, worauf Präsident Trump die Aufhebung des Verbots rückgängig machte.

Der FWS will nunmehr jeden Einfuhrantrag fallweise umfangreich prüfen. Dies nimmt Klarheit und bringt eine erhebliche bürokratische Erschwerung mit sich. Es wird voraussichtlich auch dazu führen, dass häufig die Gerichte angerufen werden. Allerdings ist die Einzelfallprüfung beispielsweise auch in Deutschland üblich. In einem Prozess hat das Bundesamt für Naturschutzschutz als deutsche CITES-Behörde seinerzeit ein solches Verfahren bei allen CITES-Anhang I Importen erstritten.

Aus den USA kommen die meisten Löwen- und Elefantenjäger. Das Einfuhrverbot hat dazu geführt, dass in Tansania zum Beispiel Jagdblocks mit einer Fläche von einigen zehntausend Quadratkilometern an die Regierung zurückgegeben wurden. Sie stehen dadurch Viehhirten und Wilderern offen. Die Jagdeinnahmen des Staates sind eingebrochen. Millionen Euro, die die Jagdunternehmen bislang zusätzlich in ihre Blocks jedes Jahr investierten, fehlen jetzt.

Es ist noch nicht abzusehen, wie sich die Entscheidung des „Fish and Wildlife Service“ in der Praxis auswirken und ob sie Bestand haben wird.

rdb