USA/Mongolei: Versuch der Skandalisierung

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Donald Trump junior (41), ein Sohn des amerikanischen Präsidenten, soll ein Wildschaf in der Mongolei erjagt haben. Tierrechtsgruppen sehen dies als eine günstige Gelegenheit an, die offenbar völlig legale und normale Jagd zu skandalisieren. Viele Tageszeitungen und andere Medien in aller Welt übernehmen die Story und die Diffamierungen der Jagdgegner.

Trump junior hat die Jagd offenbar vor Jahren auf einer Auktion der American Rifle Association ersteigert. Unterstellungen, dass er die Lizenz erst im Nachhinein vom mongolischen Präsidenten bekommen hätte, sind deshalb wenig plausibel. Dass es im betreffenden Gebiet nur drei Jagdlizenzen für Argalis geben soll, ist auch weniger ein Beleg für die Bevorzugung und einen Promi-Bonus des Präsidentensohns, als ein Hinweis auf nachhaltige Bejagung durch niedrige Quotensetzung.

Weidmannsheil! Die Einnahmen aus nachhaltiger Jagd sorgen für den Arterhalt des Argalis (Fotos: picture alliance / AP Photo / PPZV)

Generell trägt die Schafjagd in Zentralasien zum Erhalt der Bestände bei. Die Hauptgefahr für die Tiere liege im Verlust ihrer Habitate zitiert die Bild-Zeitung Stephan Wunderlich, den Auslandsjagdbeauftragten von CIC und DJV in Deutschland. Wunderlich: „Jeder Kaschmir-Pullover bedeutet weniger Lebensraum für den Argali, weil er von den Hirten als Konkurrent um das Weideland ihrer Kaschmir-Ziegen angesehen wird.“ Die Einnahmen aus nachhaltiger Jagd sorgen dafür, dass die Ziegenhaltung zugunsten der Wildschafe zurücktritt und diese vor Wilderei geschützt werden.

In der Mongolei leben mehrere zehntausend Argalis. Ihre Zahl ist in einigen Landesteilen durch die Ausbreitung der Viehwirtschaft und Fleischwilderei zurück gegangen. Jagdtourismus entnimmt nur wenige Exemplare und hat keinerlei Auswirkungen auf die Bestände. (Zum Vergleich: In Deutschland gibt es nur circa 20.000 Gämsen, die in vielen Staatsforsten rigoros reduziert werden, angeblich zum Schutz des Bergwaldes). Die „Spezialistengruppe für Wildschafe“ (Caprinae Specialist Group) der Weltnaturschutzunion IUCN, ein Zusammenschluss der führenden wissenschaftlichen Experten, empfiehlt die nachhaltige Bejagung von Wildschafen zum Zwecke des Arterhalts.

rdb