.300 Winchester Magnum

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Die .300 Winchester Magnum wurde im Jahre 1963 von der amerikanischen Firma Winchester auf den Markt gebracht. Sie bildete den Abschluss einer Serie von Winchester-Magnumpatronen mit Gürtelhülse, die aus der .264, .338 und der .458 Winchester Magnum besteht.

Winchester

Von Norbert Klups
Marktpolitisch war die kurze Magnumpatrone, die in jedes Standardsystem passte, ein großer Wurf und die bereits etablierten .30er Magnumpatronen wie .308 Norma und .300 Holland & Holland wurden fast vom Markt verdrängt.

Die Hülsenform der Winchesterpatrone ist jedoch nicht unumstritten. Um den Pulverraum möglichst groß zu halten, ist der Hülsenhals sehr kurz geraten, was zur Folge hat, dass schwere Geschosse sehr tief gesetzt werden müssen. Das kostet Pulverraum und natürlich so auch Leistung.

Dazu kommt, dass bestimmte Geschosstypen mit sehr langer, konischer Spitze in dem kurzen Hülsenhals nicht genügend fest sitzen, um den erforderlichen Ausziehwiderstand aufzubauen, der für die geregelte Verbrennung des progressiven Treibladungspulvers nötig ist.

Lässt sich das Geschoss nach dem Setzen mit den Fingern in die Hülse drücken, ist es ungeeignet. Das optimale Geschossgewicht liegt daher bei 180 bis maximal 200 Grains. Damit ist sie eine hervorragende Patrone für Steppe und Gebirge und wird gern auf mittelschwere Wildarten eingesetzt.

Die Hülsenbeschaffung ist bei diesem Kaliber problemlos. Fabrikpatronen gibt es reichlich. Hülsen in sehr guter Qualität sind von verschiedenen Herstellern zu bekommen. Auch bei den Geschossen sieht es im .30er Kaliber sehr gut aus. Bei keinem anderen Kaliber hat der Wiederlader eine solche Auswahl. Hier jedes Geschoss aufzulisten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. So wurde eine Auswahl der für die .300 Winchester Magnum besonders geeigneten Geschosse getroffen. Die Geschosspalette reicht von 100 bis 220 Grains (6,5 bis 14,3 Gramm), und damit hat der Wiederlader eine Menge Möglichkeiten.

Bei entsprechender Pulverwahl ist es auch kein Problem, die .300 Winchester Magnum auf das Niveau einer .30-06 herunterzuladen. Hier müssen aber dann schneller abbrennende Pulversorten verwandt werden. Vor abgebrochenen Ladungen progressiven Pulvers muss aber eindringlich gewarnt werden. Es kann zu gefährlichen Drucksprüngen oder Nachbrennern kommen.

Für die schnellen .300 Winchester Magnum-Laborierungen mit leichten Geschossgewichten sollten keine zu weichen Geschosse gewählt werden, sonst ist die Zielballistik unbefriedigend. Mit 150 Grains Geschossen (9,7 g) lassen sich über 1 000 m/s erreichen. Die modernen homogenen Deformationsgeschosse wie das Barnes X-Bullet oder stabile Zweikammergeschosse wie das Nosler Partition, Blaser CDP oder Swift A-Frame sind dann erste Wahl.

Bei den Treibladungsmitteln kommen die progressiven Sorten zur Anwendung. Besonders Kemira N 160, Rottweil R 905 und Norma MRP erwiesen sich als geeignet. Magnum-Zündhütchen sind zur Anzündung der erheblichen Pulvermenge unbedingt erforderlich.

Matrizensätze sind von RCBS, Redding, Lee oder Triebel zu bekommen. Sie gehören preislich zur Standardklasse und sind damit entsprechend günstig. Die .300 Winchester Magnum ist heute weltweit beliebt, wenn es um die Jagd auf stärkeres Schalenwild geht, und fast jeder Hersteller von Repetierbüchsen hat dieses Kaliber im Programm. Dementsprechend groß ist das Munitionsangebot.

Zur Ermittlung der Ladedaten wurde eine Repetierbüchse mit 65 Zentimeter langem Lauf benutzt. Die Geschwindigkeit wurde drei Meter vor der Laufmündung gemessen.

Weil keine Garantie dafür besteht, mit welcher Sorgfalt und welchen Komponenten der Wiederlader arbeitet, noch in welchem Zustand sich die Waffe befindet, in der er seine Munition verschießt, erfolgt die Angabe der Ladedaten in jeder Hinsicht ohne Gewähr!


Tabellen:
Was passt zu wem?
Geschoss-Palette
Fabriklaborierungen
Ladedaten Kaliber .300 Winchester Magnum
Fotos: Norbert Klups