Wiederladen: .300 Blaser Magnum

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Klups Niesters 550
 

JAGEN WELTWEIT 6/2011

Im Jahre 2009 stellte die Waffenfirma Blaser eine neue Patronenreihe mit den Geschossdurchmessern 7 mm, .300, .338 und .375 vor. Entwickelt wurden die Blaser-Patronen in Zusammenarbeit mit Norma, die die Munition im Auftrag fertigt.

Von Norbert Klups

 

Patronenvergleich
Die .300 Blaser Magnum zwischen der .300 Winchester Magnum (links) und der .300 Weatherby Magnum
Vorgabe bei der Entwicklung war, dass die neuen Blaser-Patronen in ihrer Kaliberklasse mindestens die gleiche Leistung erbringen sollen wie Mitbewerberpatronen, aber eine bessere Präzision, Funktion und ein angenehmeres Rückstoßverhalten haben. Die Blaser-Magnums haben keinen Gürtel, sondern sind Schulteranlieger. Das heißt, der Verschlussabstand entsteht hier an der Hülsenschulter. Die immer zentrische Anlage erbringt Präzisionsvorteile. Auf einen übertrieben dicken Hülsenkörper, der in manchen Repetierbüchsen zu Funktionsproblemen führen kann, wurde ebenfalls verzichtet. Nach der CIP-Tafel sind die Patronen auf 4.200 bar (Piezo) Höchstgasdruck festgelegt. Für moderne Patronen recht moderat, zumal der Arbeitsgasdruck deutlich darunter liegen sollte. Die hier vorgestellte .300 Blaser Magnum ist sicher eine universelle Patrone des Blaser-Quartetts.
 
Die günstigsten Geschossgewichte liegen bei dieser Patrone zwischen 165 und 200 Grains. Ein 180-Grains-Geschoss lässt sich auf etwa 930 m/s bringen. Damit liegt sie im Leistungsbereich der .300 Winchester Magnum und .300 Winchester Short Magnum. Sie ist eine hervorragende Patrone für Steppe und Gebirge auf mittelschweres Wild. Auch auf die schussharten afrikanischen Großantilopen, wie Oryx oder Eland, lässt sie sich einsetzen, wenn stabile Geschosse mit guter Tiefenwirkung geladen werden. Original Blaser-Patronen werden bei Norma hergestellt, und die Firma fertigt Hülsen in sehr guter Qualität. Hülsen allein sind allerdings noch nicht erhältlich, und so bleibt nur, einen Hülsenvorrat durch das Verschießen von Fabrikpatronen anzulegen. Matrizensätze sind bereits von Lee erhältlich und kosten bei Johannsen, Neumünster, inklusive Hülsenhalter 119,90 Euro.
 
 

 

Patronen
Bei den Geschossen sieht es im .30er Kaliber sehr gut aus. Bei keinem anderen Kaliber hat der Wiederlader eine solch große Auswahl. Die Geschosspalette reicht von 100 bis 220 Grains. Vor abgebrochenen Ladungen mit progressivem Pulver muss eindringlich gewarnt werden. Es kann zu gefährlichen Drucksprüngen oder Nachbrennern kommen. Für die schnellen .300 Blaser Magnum-Laborierungen sollten nur hochwertige und entsprechend stabile Geschosse gewählt werden, sonst ist die Zielballistik unbefriedigend. Die modernen homogenen Deformationsgeschosse, wie das Barnes Triple Shock oder Hornady GMX, Verbundkerngeschosse, wie Oryx, Accu Bond oder Scirocco, und stabile Zweikammergeschosse, wie das Nosler Partition, Blaser CDP oder Swift A-Frame, sind hier erste Wahl. Zu leichte Geschosse sind bei weiten Distanzen nachteilig.
 
Bei den Treibladungsmitteln sind nur die langsam abbrennenden Pulver brauchbar. Magnum-Zündhütchen sind zur Anzündung der erheblichen Pulvermenge unbedingt erforderlich. Fabrikpatronen gibt es in zwei Laborierungen: Blaser CDP (10,7 g/168 grs) und Barnes TTSX (11,7 g/180 grs). Das Geschossangebot im Kaliber .30 ist riesig. Hier jedes Geschoss aufzulisten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.
So wurde eine Auswahl an besonders geeigneten Geschossen getroffen.
 
Zur Ermittlung der Ladedaten wurde eine Repetierbüchse mit 65 Zentimeter langem Lauf benutzt. Die Geschwindigkeit wurde 3 Meter vor der Laufmündung gemessen.
 
Weil keine Garantie dafür besteht, mit welcher Sorgfalt und welchen Komponenten der Wiederlader arbeitet, noch in welchem Zustand sich die Waffe befindet, in der er seine Munition verschießt, erfolgt die Angabe der Ladedaten in jeder Hinsicht ohne Gewähr!
 

 

was passt
 

 

ladedaten .300 Blaser Mag
 

 

geschosspalette