.330 Dakota

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Die in Sturgis, South Dakota, beheimatete Firma Dakota Arms ist bekannt für ihre praxisgerechten Custom- und Semi Custom-Repetierbüchsen. Nach dem Vorbild berühmter Waffenfirmen brachte der Firmeninhaber Dan Allen vor einigen Jahren eine eigene Patronenserie heraus. Als Basishülse dient bei allen Patronen, mit Ausnahme der .450 Dakota, die Hülse der .404 Jeffery.

.330 Dakota

Von Norbert Klups
Die .330 Dakota ist wohl das universellste der Dakota-Kaliber. Als Basishülse die gürtellose .404 Jeffery zu wählen, ist sehr vorteilhaft, was Präzision und Zuverlässigkeit betrifft. Bekanntlich sind gürtellose Patronen hinsichtlich der Präzision im Vorteil, weil die Zentrierung des Geschosses zur Laufseelenachse hier günstiger ist. Auch sind gürtellose Patronen bei der Verwendung in Repetierbüchsen gegenüber Gürtel-, Rand, oder Patronen mit eingezogenem Rand bei der Zuführung und dem Ausziehen der abgefeuerten Hülse viel unproblematischer.

Die Basishülse .404 Jeffery ist „ausgeblasen“, das heißt, sie hat eine bis zur Schulter fast zylindrische Hülsenform, was eine Vergrößerung des Pulverraumes zur Folge hat. In der .330 Dakota lassen sich so gut 12 Grains Pulver mehr unterbringen als in einer .338 Winchester Magnum, was sich natürlich in der Leistung widerspiegelt. Durch den Schulterwinkel von 30 Grad und die günstige Hülsenform wird zudem ein optimaler Pulverabbrand erreicht. Die Eigenpräzision der .330 Dakota ist entsprechend hoch.

Leistungsmäßig liegt sie in einer Klasse mit der .340 Weatherby Magnum. Ein 200 Grains schweres Geschoss (12,96 Gramm) wird auf über 970 m/s gebracht, was eine Mündungsenergie von gut 6 000 Joule ergibt. Der große Vorteil der .330 Dakota ist, dass sie problemlos in normal lange Büchsensysteme passt und kein teures Magnumsystem braucht. Das ermöglicht den Bau von preiswerten Repetierbüchsen.

Die .330 Dakota ist eine hervorragende Patrone für die Jagd auf schweres Schalenwild auf große Distanzen. Großantilopen in den weiten Steppen Afrikas oder die großen Schafarten im Gebirge sind die bevorzugte „Beute“ der schnellen .338er Patrone. Sie kombiniert die Energie einer .375 Holland&Holland Magnum mit der rasanten Flugbahn einer 7mm Remington Magnum.

Die Hülsen-Beschaffung ist bei diesem Kaliber sehr eingeschränkt. Wer seinen Hülsenvorrat nicht durch das Verschießen der teuren Fabrikpatronen anlegen will, kann auch .404 Jeffery Hülsen umformen, was aber schon etwas Sachkenntnis beim Feuerformen verlangt. Leere Hülsen sind bei Johannsen für 3,60 Euro das Stück zu bekommen. Bei den Geschossen sieht es weitaus besser aus. Der .338er Geschossdurchmesser ist bei den Herstellern gut vertreten. Die Geschosspalette reicht von 160 bis über 300 Grains (10,4 bis 19,44 Gramm), und damit hat der Wiederlader eine Menge Möglichkeiten.

Für die schnelle .330 Dakota sollten aber keine zu weichen Geschosse gewählt werden, sonst ist die Zielballistik unbefriedigend. Die modernen homogenen Deformationsgeschosse oder stabilen Zweikammergeschosse wie das Nosler Partition oder das Swift A-Frame sind hier erste Wahl. Geschosse mit einem höheren Gewicht als 250 Grains (16,2 Gramm) brachten bei den Laborierungsversuchen eine zu geringe Mündungsgeschwindigkeit. Das optimale Geschossgewicht der .330 Dakota liegt zwischen 200 und 250 Grains.

Bei den Treibladungsmitteln sind nur die langsam abbrennenden Pulver brauchbar. Besonders Kemira N 160, Hodgdon 4831 und Alliant RL 19 sind geeignet. Von reduzierten Ladungen sollte abgesehen werden. Sie erbringen kaum befriedigende Präzision, und bei den progressiven Pulvern kann es zu gefährlichen Drucksprüngen kommen. Magnum-Zündhütchen sind zur Anzündung der erheblichen Pulvermenge unbedingt erforderlich. Die Werkzeugbeschaffung ist kein großes Problem, aber entsprechend teuer. Matrizensätze sind von RCBS, Redding oder Triebel zu bekommen.

Zur Ermittlung der Ladedaten wurde eine Dakota Repetierbüchse benutzt. Die Geschwindigkeit wurde drei Meter vor der Laufmündung gemessen. Weil keine Garantie dafür besteht, mit welcher Sorgfalt und welchen Komponenten der Wiederlader arbeitet, noch in welchem Zustand sich die Waffe befindet, in der er seine Munition verschießt, erfolgt die Angabe der Ladedaten in jeder Hinsicht ohne Gewähr!


Tabellen:
Geschosspalette
Fabriklaborierung
Ladedaten Kaliber .330 Dakota
Fotos: Norbert Klups