.460 Weatherby Magnum

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Die .460 Weatherby Magnum ist eine Patrone der Superlative, dementsprechend sind die Nebenwirkungen beim Schuss. Viele Wiederlader nutzen deshalb die Möglichkeit leicht reduzierter Ladungen. Auch mit etwas weniger Power ist immer noch mehr als genug Leistung vorhanden

.460 Weatherby Magnum
Die .460 Weatherby ist eine Patrone der Superlative, dementsprechend sind die Nebenwirkungen beim Schuss. Viele Wiederlader nutzen deshalb die Möglichkeit von leicht reduzierten Ladungen.

Von Norbert Klups
Die .460 Weatherby Magnum war die Antwort Roy Weatherbys auf die .458 Winchester Magnum, die im Jahre 1956 vorgestellt und in kürzester Zeit zur „Afrika-Patrone“ schlechthin wurde.

Die Leistung der Weatherby-Patrone übertrifft allerdings die der Winchester bei gleichem Geschoss um gut 150 m/s. Sie hat eine Eo von rund 9 500 Joule.

Als Grundlage diente die Hülse der drei Jahre zuvor auf den Markt gebrachten .378 Weatherby Magnum, die ihrerseits von der .416 Rigby abstammt.

Pulverraum war somit reichlich vorhanden, und bei ihrer Einführung im Jahre 1958 war die .460 Weatherby Magnum die stärkste, serienmäßig gefertigte Büchsenpatrone.

Die Meinung der Jägerschaft war allerdings geteilt. Berichteten die Befürworter von Wunderdingen bezüglich der Durchschlagskraft und enormen Wirkung auf Elefanten, so sprachen die Gegner von einer Overkill-Patrone mit horrendem Rückstoß.

Der Rückstoß ist tatsächlich gewaltig, und wer eine Büchse dieses Kalibers in jagdlichen Situationen beherrschen will, muss schon sehr schussfest sein. Dafür ist die Präzision hervorragend.

Wer in der Lage ist, eine .460 Weatherby Magnum sauber zu schießen, verfügt über eine echte Lebensversicherung. Mit einer Mündungsbremse, auch die Original-Weatherby Büchse ist damit ausgestattet, lässt sich die Waffe wesentlich besser kontrollieren.

Das Angebot an Fabrikpatronen ist sehr klein. Es sind lediglich Weatherby-Patronen, geladen von Norma, und Munition von A-Square mit einem Geschossgewicht von 500 Grains zu bekommen. Die .460 Weatherby Magnum benötigt den weit verbreiteten Geschossdurchmesser von .458, was dem Wiederlader eine Menge Möglichkeiten eröffnet.

Durch die beliebte .458 Winchester stehen hier Geschossgewichte von 300 bis 600 Grains zur
Verfügung. Bei der hohen Leistung sind harte Spezialgeschosse sehr sinnvoll.

Den Versuch, aus der .460 Weatherby unter Verwendung leichter Geschosse im 300 bis 350 Grains Bereich eine Weitschusspatrone zu machen, kann der Wiederlader sich allerdings sparen. Die leichten Geschosse dieses Geschossdurchmessers haben einen derart schlechten ballistischen Koeffizienten, dass sie dem schweren Standardgeschoss in jeder Beziehung unterlegen sind.

Beim Pulver bevorzugt man bei der .460 Weatherby Magnum die mittelschnellen bis leicht progressiven Sorten. Besonders die Rottweil-Pulver 907 und 904 zeigten eine sehr gleichmäßige Leistung, und mit R 904 lässt sich die Werksladung innerhalb des zulässigen Druckbereichs kopieren. Von reduzierten Ladungen bei den progressiven Pulversorten ist dringend abzuraten, weil eine zu geringe Ladedichte zu nicht vorhersehbaren Drucksprüngen führen kann.

Um eine Patrone im Leistungsbereich der .458 Winchester zu erhalten, sollten die offensiveren Sorten benutzt werden. Bei den leichten Geschossen von 300 bis 350 Grains zeigte sich Rottweil R 902 als sehr geeignet.

Es wurden ausschließlich Magnum-Zünder eingesetzt. Man kann auch noch etliche andere Sorten verschiedener Hersteller verwenden, doch die aufgeführten Sorten wurden bei den Laborierungsversuchen eingesetzt und haben sich bewährt.

Hülsen sind nur von den Herstellern der Fabrikmunition A-Square und Norma zu beziehen. Matrizensätze sind von RCBS, Triebel und Redding erhältlich, leider auch entsprechend teuer. Wenn eine stabile Ladepresse vorhanden ist, bereitet das Laden der .460 Weatherby Magnum keine besonderen Probleme. Ein Sichern der Geschosse durch einen Crimp ist unbedingt nötig.

Als Testwaffe diente eine Original-Weatherby-Büchse. Mit allen angegebenen Ladungen wurde eine gute Präzision erreicht. Die Geschwindigkeit wurde drei Meter vor der Laufmündung gemessen.

Weil keine Garantie dafür besteht, mit welcher Sorgfalt und welchen Komponenten der Wiederlader arbeitet, noch in welchem Zustand sich die Waffe befindet, in der er seine Munition verschießt, erfolgt die Angabe der Ladedaten in jeder Hinsicht ohne Gewähr!


Foto: Norbert Klups