Ausrüstung für die Bären-Jagd

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Für Wildnisjagden im Hohen Norden, ganz besonders auf Kamtschatka, Alaskas Peninsula oder Kodiak Island benötigt man einen exzellenten Nässeschutz.

Von Roland Zeitler
Jagdjacken und -hosen mit Goretex sowie anderen Membranen oder sonstigen Nässeschutz nützen da wenig. Es müssen Überziehhosen und Jacken/-Mäntel aus Kunststoff (PVC-Materialien) mitgenommen werden. Genauso darf ein regenfester Hut mit breiter Krempe nicht fehlen, damit kein Wasser in den Nacken läuft.

Daneben benötigt man einen wasserdichten Sack (er hat oben einen Metall-Schnellverschluss zum Umbiegen) für Kleidung und Schlafsack. Für den Rucksack gibt es wasserdichte, überziehbare Hauben. Als Schlafsack ziehe ich Daunenschlafsäcke vor. Sie dürfen aber keinesfalls nass werden. Eine Therma Rest-Matte reicht im Herbst und Frühjahr aus. Unbedingt erforderlich sind hohe Watstiefel.

Jagdhose und –jacke müssen unbedingt Wind- und Nässeschutz aufweisen (Goretex oder ähnliches). Die Jacke sollte hoch schließbar und mit Kapuze ausgestattet sein, zusätzlich Mütze mit Ohrenklappen. Ferner sollte man leichte Trekking- oder Kletterhosen im Gepäck haben. Fleeceweste und leichte Fleecehose sowie Fleecehemden unterschiedlicher Stärke ergänzen die Ausrüstung.

Die festen Jagdstiefel müssen ebenfalls Nässeschutz haben. Nicht vergessen sollte man reiß- und wasserfeste Gamaschen. Ein Teleskop-Wanderstock erleichtert das Gehen in schwierigem Gelände. Patronen gehören in wasserdichte MTM-Boxen zum Transport, ansonsten griffbereit in ein Etui. Für die nicht zu schwere Waffe sollte ein breiter, bequemer Gewehrriemen gewählt werden.

An einen Mündungsschoner aus Gummi und ein kleines Feldreinigungsset sollte man denken. Wer mit Skidoo oder Hundeschlitten in der Arktis oder arktischen Tundra jagt, benötigt Spezialkleidung. Neben Jacke und Hose gibt es Arktis taugliche Stiefel, Handschuhe und Mütze. Über die Jacke zieht man einen Spezialparka. Weiße Tarnkleidung zum Überziehen dient gleichzeitig als Windschutz.

Bei der Frühjahrsjagd in südlicheren Gefilden, vor allem am Bait in Kanada kommt es weniger auf optimalen Kälte- und Nässeschutz an. Viel wichtiger ist der Schutz vor Mücken und Fliegen. Man benötigt ein sehr feines Fliegennetz, das man am besten an einen breitkrempigen Hut näht, so dass es Hautteile nicht berührt.

Es genügt Jagdkleidung, wie wir sie im Frühjahr oder Herbst zur Jagd tragen. Von Loden rate ich ab. Ideal sind moderne Microfasern auf Polyester-Basis. Ein Membranenschutz schadet nicht. Er ist aber nicht unbedingt erforderlich. Wichtiger ist geräuscharme Kleidung, weil man nahe am Bait sitzt.

Zur Frühjahrsjagd in Rumänien genügt normale Jagdkleidung, wie wir sie im Frühjahr oder Herbst in Mitteleuropa tragen. Sie sollte nicht zu warm sein, da die Kanzeln meist noch beheizt werden.

Die stärksten Braunbären auf Kamtschatka oder in Alaska kann man zwar mit einer .30-06 Springfield oder .300 Win. Mag. (200 Grains/13,0 Gramm-Teilmantelgeschosse) erlegen, doch sind das keine angemessenen Kaliber. Selbst von einer 8x68S rate ich ab. Die .338 Win. Mag. Ist Minimum, wobei die .338 Rem. UM, .330 Dakota, .338 Lapua Magnum oder .340 Wby. Mag. viel besser geeignet sind (225 bis 250 Grains/14,6 bis 16,2 Gramm Geschosse).

Für mich ist aber die 9,3×64 (286 Grains/18,5 Gramm Geschoss) ein exzellentes Kaliber. Ebenbürtig ist die .375 H&H Mag. oder die ideale .375 Rem. UM. mit 300 Grains/19,4 Gramm Geschoss. Auch nicht übertrieben sind die .416 Rem. Mag. oder .416 Rigby. Ideal ist ein möglichst leichter Repetierer. Rostschutz (Stainless-Lauf und -system) und Kunststoffschaft sind ratsam.

Braunbären und Grizzlies im Hohen Norden sind schusshart und können einiges wegstecken. Ganz wichtig ist deshalb der erste Schuss. Er muss in der Kammer sitzen und sollte möglichst Knochen treffen. Solide Geschosse sind anzuraten. Etwa das TUG oder Nosler Partition sowie Normas Oryx oder Swift-A-Frame (Norma bezeichnet es als XTP). Schwarzbären sind nicht so schusshart. Eine 7×64 oder .30-06 Springfield reicht. Ideal ist eine der .300er Magnum, vor allem für Pirschjagden. Bei der 7×64 rate ich zu Geschossgewichten von 160 oder 175 Grains (10,4 oder 11,3 Gramm) und bei den .30er Kalibern ist ein Geschoss mit 180 Grains (11,7 Gramm) ideal. Es sollten solide Teilmantelgeschosse verwendet werden wie TUG, Vulkan, Nosler Partition oder Sierra Game King. In der .338 Win. Mag. empfehle ich das 200 Grains Nosler Ballistic Tip.

Europäische Braunbären in Rumänien, Bulgarien oder Russland entsprechen etwa starken Schwarzbären. Sie kann man mit 7×64, .30-06 Springfield oder 8x57IS als Minimum-Kaliber bejagen. Ich empfehle aber mindestens eine .300er Magnum zu wählen (mit 180 oder 200 Grains Geschoss wie TUG, Nosler Partition, Swift-A-Frame, Swift Scirocco, Vulkan oder Oryx).

Für die „Luder- oder Haferfeldjagd“ sollte man ein lichtstarkes, variables Zielfernrohr mit mindestens 50-mm-Objektivdurchmesser wählen. Ideal sind Leuchtabsehen. Für Nachsuchen ist die Mitnahme eines Aimpoints ratsam. Für Drückjagden ist ein Drückjagdglas erforderlich, da ein großes Sehfeld ein „Muss“ ist. Bei derPirschjagd empfehle ich leichte Gläser wie 3-9×36, 2,5-10×42, 4,5-14×40 oder 5-15×42. Ideal ist, wenn das Absehen in der 2. Bildebene liegt und sich bei Vergrößerungswechsel nicht mitvergrößert.

Bei Ansitzjagden benötigt man ein lichtstarkes Fernglas. Ansonsten sind leichte Pirschgläser erste Wahl. Für die „Spot and Stalk“-Jagden ist ein Spektiv unerlässlich. Wegen der Wasserdichtheit ist ein Festkörperteleskop mit 60 bis 65 Millimeter Objektivdurchmesser und variablem 20- bis 60-fachem Okular ideal. Ein leichtes Dreibeinstativ gehört dazu. Ferner ist ein handlicher, aber leistungsfähiger Laserentfernungsmesser von großem Nutzen. Natürlich darf ein Jagdmesser und kleines Schleifwerkzeug nicht fehlen.