Bestandsrückgang um 81 Prozent

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Die George River-Herde, die weltgrößte Karibuherde im Osten Kanadas, hat sich dramatisch verringert.

 

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Wo vor 10 Jahren noch in der Tundra von Québec und Labrador 385.000 Karibus gezählt wurden, waren bei einer Erhebung im August 2011 durch die Laval Universität nur noch 74.000. Das entspricht einem Rückgang von 81 Prozent.
Lokale indigene Gemeinden glauben, dass grosse Industrieprojekte in der Region daran Schuld tragen. So zerteilen seit einigen Jahrzehnten neue Staudämme und Straßen sowie Bergbau und Forstwirtschaft ein Grossteil des Weidelands.
 
Die Rentiere sind ein zentraler Bestandteil der Kultur der lokalen Cree- und Innu-Indigenen. Georges-Ernest Gregoire, Innu-Ältester und -Anführer, fordert vor Survival International eine effektive Kontrolle über das Gebiet und dessen Rohstoffe, bei der die Ureinwohner als gleichwertige Partner an Entscheidungen beteiligt werden, die das Land und die dortigen Wildtiere beeinflussen.
 
Umweltminister Ross Wiseman appeliert an die Aufgabe der Regierung, Eingeborenen, Jäger, Trapper sowie der Öffentlichkeit für ein vernünftiges Wildtier-Management zu garantieren. Die Regierung stellte für eine dreijährige Labrador-Karibu-Management-Initiative für Labrador und auch Neufundland 1,9 Million Dollar zur Verfügung, um möglichst bald die Faktoren zu verstehen, die den Karibubestand beeinflussen. So lange der Bestand so instabil ist, wird die Jagdzeit ausgesetzt.
as
Quelle: www.releases.gov.nl.ca, naturschutz.ch
 


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