Fleischwilderei bedroht Tourismus

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Die Wissenschaftler Rogan, Lindsey, Tamblinge et al. haben die Fleischwilderei im Okavango-Delta (20.000 qkm) und die Auswirkungen auf die Wildbestände untersucht.

Danach sind im Delta ungefähr 1.800 illegale Fleischjäger unterwegs, von denen jeder jährlich im Schnitt 320 Kilo Wildbret erbeutet. Damit steht der Mensch an vierter Stelle der Prädatoren im Delta nach Löwen, Hyänen und Leoparden. Für einige Wildarten ist die Entnahme nicht nachhaltig, es wird also mehr entnommen als nachwächst. Die Wilderei limitiert auch die Bestände an Raubwild. Dies könnte den Rückgang der Löwen im letzten Jahrzehnt zumindest zum Teil erklären. Die kontrollierte Trophäenjagd hat jedenfalls nicht dazu beigetragen.

Das Okavango-Delta ist mit über 20.000 Quadratkilometern eines der größten und tierreichsten Feuchtgebiete Afrikas (Foto: Pixabay)

Illegale Jagdgruppen bestehen meist aus drei Personen. Einige Wilderer berichteten, dass ihre Gruppen im Jahr über fünf Tonnen Fleisch aus dem Busch holen. Das meist gejagte Wildtier ist das Impala, das mit 9% an der entnommenen Biomasse beteiligt ist. Das meiste Fleisch stammt von Büffeln und Kudus.

Die Autoren sehen in der Wilderei eine ineffiziente Form der Wildtiernutzung durch die lokale Bevölkerung. Die Wilderei gefährdet die Wildtierbestände. Sie folgern, dass es notwendig ist, den lokalen Anreinern legale und nachhaltige Formen der Wildtiernutzung zu ermöglichen. Notwendig wäre auch eine effektivere Bekämpfung der illegalen Nutzung.

Vor drei Jahren wurde in Botswana die Jagd verboten, obgleich es keine wissenschaftlichen Belege gab, dass sie die Wildbestände übernutzen würde. Die Gründe waren primär politisch-ideologisch und sollten attraktive Jagdblocks den Unternehmen der Fototourismus-Branche zugänglich machen. Auch der Staatspräsident hat wirtschaftliche Interessen in der Tourismusindustrie, ebenso einige der besonders profilierten Jagdgegner.

rdb

JWW