Botswana: Nicht gefährdete Elefanten versus gefährdete Vögel

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Die Elefantenpopulation Botswanas hat sich in den letzten Jahrzehnten auf heute rund 130,000 Tiere vervielfacht.

Zu viele Elefanten? Experten warnen vor katastrophalen ökologischen Konsequenzen (Foto: Pixabay)

Die landwirtschaftlichen Schäden sind immens. Es werden in den ländlichen Gebieten auch immer wieder Menschen durch Elefanten getötet. Die Dickhäuter sind aber auch dafür bekannt, dass sie ihre eigenen Lebensräume dramatisch verändern. Schließlich verzehrt jedes erwachsene Tier 150 bis 250 Kilo Biomasse am Tag.

Dadurch schaffen sie Raum und Entwicklungsmöglichkeiten für bestimmte Pflanzen und Tiere. Logischerweise nehmen sie anderen Tieren die Lebensmöglichkeiten. Bei extremen Überpopulationen kann es allerdings auch vorkommen, dass sie die Wälder gründlich zerstören und als neues Ökosystem Wüste zurücklassen. Dies geschieht derzeit in manchen Gebieten Botswanas, vor allem am Chobe-Fluss. Biologen warnen vor katastrophalen ökologischen Konsequenzen.

Die Vogelschutzorganisation „Birdlife Botswana“ will jetzt untersuchen, wie die hohe Zahl an Elefanten sich auf bedrohte Vogelarten auswirkt. Man befürchtet, dass seltene Vogelarten in ihrer Existenz bedroht sein könnten und will prüfen, welche Gegenmaßnahmen möglich sind. Ob es Lösungen gibt, muss allerdings bezweifelt werden, solange die Elefantenbestände weiter anwachsen. Die von Tierrechtlern beeinflusste Regierung des Landes hat die Jagd verboten. Neuerdings sprechen Politiker aber ganz offen davon, dass Abschüsse von Elefanten notwendig sein könnten.

Die Untersuchung soll auch die Wirkungen des Vergiftens von Elefanten durch Wilderer auf die Vogelwelt untersuchen. Man schätzt, dass jeder vergiftete Elefantenkadaver den Tod von 500 Geiern zur Folge hat.

rdb