Britisch Kolumbien/Kanada: Grizzly-Jäger klagt vor Oberstem Gerichtshof

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„Kampf für die Jagd“ ist das Motto, unter dem Berufsjäger und Outfitter der Provinzregierung von Britisch Kolumbien den Fehdehandschuh hingeworfen haben. Einer von ihnen ist jetzt sogar vor den Obersten Gerichtshof der Provinz gezogen.

Ende 2017 verhängte die Regierung von Britisch Kolumbien plötzlich und ohne die Jagdfirmen und Berufsjäger zu beteiligen ein totales Jagdverbot auf Grizzlybären. Wissenschaftliche Gründe dafür gab es keine, wie selbst die Regierung zugab. Sie knickte einfach vor den städtischen Jagdgegnern ein und wollte sich deren Wahlstimmen sichern. Seit 1976 waren die Grizzlies in einem streng kontrollierten Verfahren nachhaltig bejagt worden. Jährlich wurden weniger als 2 Prozent der Bären erlegt. Diese Quote war sehr konservativ, und der Bärenbestand stieg an. 245 Outfitter mit 2.000 Angestellten waren von dem Jagdverbot betroffen.

Der Outfitter Ron Fleming hat nunmehr ein Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof begonnen. Er klagt auf Schadensersatz und zwar für alle Jagdunternehmer, die von dem Jagdverbot betroffen sind. Gegen die staatliche Entscheidung selbst kann er aus juristischen Gründen vor Gericht nicht angehen. Begründet wird die Klage damit, dass die Entscheidung die Regeln wissenschaftlichen Wildlife Managements außer Acht lässt und dass der Regierung bewusst war, dass sie die Jagdunternehmen der Provinz schädigen würde. Das Jagdverbot ignoriert völlig die größte Gefahr für die Zukunft der Grizzly-Bären, nämlich den Verlust an Lebensraum.

rdb

Grizzly
Das Jagdverbot ignoriert den Verlust an Lebensraum für den Grizzly (Foto: PPZV)