Der rote Bulle vom Sambesi

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Hippo

 

Flusspferdejagd

Jagd auf Hippos gilt als nicht besonders anspruchsvoll. Das mag stimmen, wenn das Flusspferd im Wasser erlegt wird. Bei einer Jagd auf einen Hippobullen an Land sieht das ganz anders aus.

Von Norbert Klups (Text und Fotos) 

hippo
Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal am Sambesi in Simbabwe gejagt. Flusspferde gab es dort reichlich. Schon seinerzeit waren mir die „Hippo-Trails“ aufgefallen. Auch damals hatten wir ein Camp direkt am Sambesi. Eines Abends, als wir uns bei der Rückkehr verspätet hatten und es schon dunkel war, kam es sogar zu einer nicht ganz ungefährlichen Begegnung mit einem Hippo.Dieses Flusspferd bekam Wind von uns und donnerte durch den Busch Richtung Fluss, ohne auf kleine Hindernisse, wie Büsche, Bäume oder Jäger und Fährtensucher, zu achten. Das kann man sich bei einem Lebendgewicht von 3 bis 4 Tonnen auch erlauben. Zudem sehen Hippos schon bei Tag sehr schlecht und sind bei Nacht praktisch blind. Der Koloss donnerte durch unsere Gruppe durch und verschwand mit lautem Platschen im Wasser. Dem Fährtensucher, der genau in der Fluchtrichtung stand, brachte sich mit einem Riesensatz in Sicherheit. Nun können Schwarze zwar nicht blass werden wie Weiße, aber dieser hier war zumindest hellgrau.
In Erinnerung an dieses Erlebnis wuchs mein Wunsch, einen Hippo-Bullen an Land zu erlegen. Das ist wesentlich anspruchsvoller und spannender als die übliche Jagd im Wasser. Der bekannte Professional Hunter (PH) Ronnie Rowland sollte die Reise organisieren, wobei er nicht wirklich von dieser Idee begeistert war. Trotzdem versprach er, bald mit dem Inhaber der Jagdkonzession in Simbabwe (Pro Safaris Afrika) zu sprechen.Sehr schnell kam das Okay. Frik Muller, ein angesehener Berufsjäger, wollte es mit mir versuchen. Zusätzlich begleiten sollte uns Ronnie Rowland. Also gleich 2 der großen, alten PHs bei dieser Jagd. Was sollte da schief gehen? Wie sich bald darauf zeigte, eine ganze Menge.

Hippo an Land 

Am Gepäckband wartet bereits unser Buschpilot, der uns ins Camp fliegt. Schon nach einer knappen Stunde landen wir auf dem staubigen Airstrip mitten im Busch. Empfangen werden wir mit 2 der typischen Landcruiser, ohne die in Afrika bei einer Jagd nichts läuft. Kurze Begrüßung, und dann geht es schon ins Camp, denn langsam dämmert es, und niemand fährt in Afrika gern bei Dunkelheit durch den Busch.
Das Camp überrascht uns: Mit so viel Luxus hatten wir nicht gerechnet. Sogar Strom aus Solarzellen ist in die Zelte verlegt. Auch wenn das Flackern der Gaslaterne bei einer Safari seinen eigenen Reiz hat, erleichtert die moderne Technik vieles. Das Knistern des Campfeuers am Abend lässt sich ja nach wie vor genießen.
Wir jagen in der Konzession Rifa, die überwiegend aus Dickbusch besteht und vom Sambesi-Fluss begrenzt wird. Eine klassische Großwildjagd-Konzession. Fast 40 Kilometer Uferbereich umfasst das Outfit. Dort gibt es zudem reichlich Krokodile, die am bait bejagt werden. Aber mein Grund der Reise sind die Flusspferde.
 

Oben ohne

Hippo
Nach kurzer Nacht geht es zunächst auf den Schießstand, um die Waffe zu kontrollieren. Überraschte Blicke fliegen mir zu, als ich meine Jeffery Doppelbüchse „oben ohne“ auspacke. Auf Big Game bevorzuge ich den Schuss über Kimme und Korn. Heißt natürlich bei der Hippojagd, dass wir schon auf mindestens 25 Meter ran müssen, um einen sicheren Gehirntreffer zu platzieren. Wird das Hirn verfehlt, geht der Hippobulle unweigerlich ins Wasser, wo er versinkt.
Frik schaut schon etwas verkniffen, als ihm klar wird, dass hier eine Hippopirsch auf Kurzdistanz ansteht. Hätte ich vielleicht vorher sagen sollen … Die Probeschüsse sitzen perfekt. Was soll sich auch bei einer Waffe verstellen, die nur Kimme und Korn hat? Ein Vorteil, wenn man ohne Zielfernrohr jagt.
Nach dem Kontrollschießen beginnt die 1. Pirsch am Fluss. Hippos leben meist gesellig in Gruppen. Sie zu entdecken ist nicht schwer: Entweder sie liegen am Ufer oder bleiben im Wasser, meist in Ufernähe. Dann sind aber immer noch die Häupter gut zu sehen.
Das Ansprechen eines Flusspferdes ist allerdings nicht einfach. Mein Ziel: ein alter Bulle. Dabei ist es schon schwierig, einen Bullen sicher als solchen zu erkennen. Altersschätzung ist was für Profis. Praktisch ist es natürlich, wenn das Flusspferd mal das Maul weit aufreißt, um zu gähnen. Dann gibt es einen freien Blick auf die Zähne, und man sieht, ob es sich um lohnende Beute handelt. Ein Anblick, den man in Tierfilmen häufig sieht, aber bei uns fehlt. Anscheinend sind die Hippos am Sambesi sehr „gähnfaul“. Nur selten reißt mal eines sein Maul auf, natürlich kein Bulle.
Am Abend nutzen wir das Boot, um den Fluss abzusuchen. Dieser Plan erweist sich als unpraktisch, denn die Hippos flüchten beim Anblick des Bootes ins Wasser. Obwohl wir rund 80 Hippos entdecken, ist kein alter und zugleich kapitaler Bulle zu bestätigen. Es gibt zwar einige Kandidaten, aber wirklich die Zähne gesehen haben wir bei keinem. Die beiden Wülste links und rechts am Maul, die sich durch die Eckzähne bilden, sind ein gutes Ansprechmerkmal: je höher, desto stärker und länger die Zähne. Doch vor Jagdbeginn sollten die Zähne sichtbar sein.
Am nächsten Morgen pirschen wir durch die dichte Ufervegetation am Fluss. Passt der Wind, ist es kein großes Problem, auf 120 Meter an die Hippos heranzukommen und in Ruhe mit den Ferngläsern Ausschau zu halten. Bei der 2. Gruppe fällt Frik ein Nilpferd auf, das er für einen starken Bullen hält. Wir nähern uns langsam mit gutem Wind.

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Hippo

 

Alarmanlagen

 

Als wir auf 70 Meter heran sind, ertönt ein lautes Geschnatter. Die Hippos verschwinden mit einer großen Gischtwolke im Wasser. 2 Nilgänse haben uns bemerkt und die Hippos gewarnt. Nicht umsonst leben Hippos gerne mit Gänsen zusammen, die sie als Alarmsystem nutzen.
Wir schauen uns an diesem Tag noch mehrere Gruppen an und sind am Abend wieder mit dem Boot unterwegs. 2 Gruppen kristallisieren sich so langsam als besonders interessant heraus. Morgen wollen wir ernsthaft mit der Jagd beginnen. Die beste Zeit zur Hippopirsch ist gegen Mittag, zwischen 12 und 15 Uhr, dann sind sie in der Regel äsend an Land oder dösen im Sand am Ufer.
Schon vor der besten Zeit harren wir im Schatten einiger Bäume und beobachten eine Herde, die nach und nach zum Äsen das Wasser verlässt. Gänse sind keine zu sehen – unsere Chancen stehen gut. Wir pirschen langsam in einer Reihe hintereinander auf die Gruppe zu. Bei 60 Metern Entfernung bleibt Frik stehen und inspiziert Stück für Stück mit dem Fernglas. Wo ist der Bulle?
Eine Minute später ist die Pirsch beendet, denn hinter uns ertönt ein Kreischen. Sofort stürmt die Herde ins schützende Nass. Als wir uns umdrehen, flüchtet eine Gruppe Paviane. Sie sind vermutlich zum Schöpfen an den Fluss gekommen. Affen sind also Alarmanlage Nummer 2 für Hippos – falls die Gänse mal ausfallen.
Im Eilmarsch, der uns bei 35 Grad klatschnasse Hemden zaubert, wechseln wir zu dem Platz, an dem wir gestern die andere Gruppe gesehen hatten. Hier ist das Gelände deutlich günstiger. Die hohe Uferböschung reicht bis auf 30 Meter an das Wasser heran, fällt dort etwa 8 Meter steil ab und geht in Sandstrand über. Genau dort lagen gestern die Hippos. Frik hielt eines für einen guten Bullen. Hier kommen wir problemlos heran und haben von oben den besten Ausblick.
Die Hippos sind tatsächlich da. 6 Stücke liegen auf dem Sand und dösen, jedoch der Bulle ist nicht dabei. Ihn entdecken wir mit 3 weiteren Flusspferden 25 Meter vom Ufer entfernt im Wasser. Doch genau da bleibt er auch die nächsten 2 Stunden. Als dann die anderen Kameraden auch wieder im Wasser verschwinden, treten wir den Heimweg an.
Am nächsten Morgen ist das Ufer „hippofrei“. Die Flusspferde liegen alle im Wasser. Als wir zum Ufer pirschen und Spuren nackter Füße im Sand entdecken, wissen wir warum: Wilderer waren von Sambia, das am anderen Ufer des Sambesi liegt, herübergekommen und am frühen Morgen wohl auch wieder zurück. Wir folgen den Spuren und finden schnell den Platz, wo ein Impala geschlachtet worden war. Wilderer sind in Rifa ein Problem, denn Sambia ist fast wildfrei in der Uferregion. Wir finden in den nächsten Tagen häufig Spuren und Schlingen.
Am nächsten Tag geht es zuerst zum Steilufer. Die Hippos sind teilweise schon an Land, weiter vom Ufer entfernt als gedacht. Als wir uns durch den dichten Busch zum Steilufer vorkämpfen, ist plötzlich ein dunkler, reichlich großer Klumpen vor uns, der sich langsam, aber laut bewegt. Mein erster Gedanke ist „Elefant“, denn die hatten wir hier gestern schon getroffen. Frik sagt aber sofort „Hippo“, und jetzt sehe auch ich, dass der Klumpen für einen Elefanten zu flach gebaut ist. Wir sind noch gut 150 Meter vom Ufer entfernt, und es ist gerade mal kurz nach 11 Uhr. Hier auf ein Hippo zu stoßen, damit hat niemand gerechnet. Mir kann es recht sein, der Wind passt und weiter als 20 Meter sind wir nicht weg.
Viel zu sehen ist allerdings nicht, der Busch ist zu dicht. Frik schaut angestrengt durchs Glas, hinter mir klickt der Fotoapparat meiner Frau, und ich habe den Daumen auf dem Sicherungsschieber der .450/400 Nitro Express. Wer weiß, wie dieses Hippo drauf ist, und es muss nur der Wind mal kurz drehen. Wir stehen fast 5 Minuten stocksteif, das Flusspferd bewegt sich auf 10 Quadratmeter – dort muss es wohl was echt Gutes zu äsen geben. Dann hebt Frik die Hand und bedeutet uns, langsam zurückzugehen. Es ist eine junge Kuh. Schade, denn genauso hatte ich mir die Hippojagd an Land vorgestellt.
Die Gruppe hier können wir jetzt vergessen. Keine Chance, an der Kuh vorbei ans Ufer zu kommen. Also im Eilmarsch zum 2. Platz, an dem uns gestern die Affen übertölpelt haben. Unsere Hippos sind schon an Land – und zwar die komplette Gruppe von 15 Stücken. Gänse sehen wir auch keine in der Nähe.
Diesmal gelingt die Pirsch reibungslos. Bis auf 40 Meter schieben wir uns heran. Es ist schon ein komisches Gefühl, so nah und völlig deckungslos vor diesen großen Wildtieren zu stehen. Ihr Sehvermögen ist aber wirklich schlecht. Ohne schnelle Bewegungen und Krach kommt man ganz nah heran. Hauptsache, der Wind dreht nicht.
Ein Flusspferd fällt uns durch seine Farbe auf: Es ist deutlich rötlicher als die anderen. Das rote Stück ist größer und hat auch deutliche Wülste an der Oberlippe. Das dürfte ein Bulle sein. Schritt für Schritt schieben wir uns näher. 25 Meter ist meine maximale Schussdistanz für einen Brainschot über Kimme und Korn, 20 wäre mir lieber.

 

Nicht schon wieder!

 

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Wir pirschen auf etwas mehr als 20 Meter heran. Frik sieht angestrengt durch sein Glas. Das Hippo liegt ungünstig, etwas schräg von uns weg und mit dem Haupt Richtung Wasser. Wir schieben uns etwas seitlich, um in eine bessere Position zu kommen. Frik spekuliert wieder durchs Fernglas und flüstert: „Zu 95 Prozent ein Bulle, könnte aber auch eine alte Kuh sein. Die Zähne sind verdeckt. Willst Du es versuchen?“ Nein, will ich nicht. Es ist der 4. von 12 Jagdtagen, und ich habe wenig Lust, eine Kuh zu schießen. Es bleibt ja noch genügend Zeit, und Hippos gibt es hier reichlich.
In diesem Augenblick öffnet unser rotes Hippo das Maul. Frik flüstert: „Bulle, und was für einer!“ Jetzt überschlagen sich die Ereignisse. Ich schiebe mich an Frik vorbei und hebe die Waffe. Im selben Augenblick ertönt das nervtötende Paaken einer Nilgans. Mit einem Satz wird die gesamte Hippogruppe hoch.
Das Visier der Doppelbüchse ruht zwar auf dem roten Bullen, aber er bewegt sich, und das Hirn eines Hippos ist nur faustgroß. Keine Chance für einen sicheren Brainshot. Dann ertönt das mittlerweile vertraute Platschen … Zumindest haben wir einen kapitalen Bullen ausgemacht, und Zeit bleibt reichlich zum Jagen. Am Abend dreht sich im Camp alles um den „Roten Bullen vom Sambesi“. Den oder keinen, ist schließlich unser Motto.
Am nächsten Mittag liegen wir wieder unter den schattigen Bäumen und warten auf unseren Bullen. Wir sehen die Herde im Wasser, und nach und nach kommt eines nach dem anderen an Land.
Zunächst äsen sie, um sich dann gesättigt zum Dösen niederzutun. Als vorletzter betritt auch unser Bulle das Festland. Eigentlich könnten wir jetzt mit der Pirsch beginnen – eigentlich, wenn da nicht die beiden Nilgänse am Ufer wären, die wie Wachposten auf und ab patrouillieren. Wir liegen fast 3 Stunden im Sand. Echt spannend, Flusspferde beim Dösen zu beobachten. Die Gänse bleiben, und so verharren wir auch.
Plötzlich erhebt sich eines der Stücke nach dem anderen und verschwindet im Wasser. Das war es auch für uns. Rückweg zum Geländewagen ist der nächste Programmpunkt: So langsam bekomme ich Lust auf Gänsejagd. Auf der Rückfahrt hetzt Frik noch darüber, wie einfach doch die Jagd mit einer Zielfernrohrbüchse ist. Ein 100-Meter-Brainshot – kein Problem von sicherer Auflage. Er hofft wohl, dass ich zu meiner Reservebüchse greife und morgen den Bullen aus der Deckung der Bäume heraus erlege. Auf diesen Pfad lasse ich mich aber nicht locken. Entweder oben ohne, oder der Bulle überlebt diese Safari.
 
Hippo

 

Ein neuer Plan

 

Abends im Camp nach dem obligatorischen Single Malt Whisky schmieden wir Pläne, wie am besten an den Bullen heranzukommen sei. Ein Schirm soll gebaut werden. 25 Meter von der Stelle entfernt, wo die Flusspferde die vergangenen Tage am Ufer lagen.
Nach dem Morgengrauen geht es mit einigen schwarzen Helfern ans Werk. Randvoll wird der Landcruiser mit Material beladen. Die Flusspferde sind im Wasser und ignorieren uns – wahrscheinlich sehen sie uns gar nicht. Eine gute Stunde später steht eine 6 Meter breite und 2 Meter hohe Wand aus Ästen und Blättern 25 Meter vom Fluss entfernt im Sand. Sie sieht schon etwas seltsam aus, aber der Zweck heiligt die Mittel. Es bleibt nur zu hoffen, dass keine Elefanten unseren Schirm als leckeren Happen zum Abendessen vernaschen.
Am nächsten Tag erreichen wir unseren Schirm, der unversehrt am Ufer steht. Hippos und Gänse befinden sich an Land. Der Wind passt. Hintereinander her geht es auf den Schirm zu, der jetzt schützend zwischen uns und den Hippos, vor allem aber den Gänsen, steht. Wir gelangen tatsächlich unbemerkt hinter die Blätterwand. Wo ist der rote Bulle? Er sollte ja einfach zu sehen sein. Alle Hippos vor uns sind braun oder grau. Das kann doch nicht wahr sein!
Frik erklärt: „Es handelt sich um andere Hippos. Hier sind viel mehr Jungtiere dabei und auch 2 junge Bullen, die wir zuvor nicht gesehen hatten.“ Wo aber ist unsere Gruppe und der rote Bulle? Wir glasen das Flussufer links und rechts von uns ab. Etwa 500 Meter flussabwärts steigt eine Herde aus dem Wasser. Da dort das Ufer steil abfällt, sollte das Anpirschen kein Problem sein.
Langsam ziehen wir uns zurück. Als wir die Uferbäume erreicht haben, marschieren wir zügig flussabwärts. In passender Höhe pirschen wir vorsichtig zum Ufer. Hier brauchen wir keinen Schirm, denn der Bewuchs reicht bis auf 40 Meter an das Wasser heran.
Die letzten Meter geht es auf allen Vieren voran. Plötzlich sind die Flusspferde vor uns: mittendrin der rote Bulle. Er steht etwa 10 Meter vom Wasser entfernt, rund 30 Meter vor uns. Das müsste klappen. Noch passt die Position nicht, denn er äst schräg von uns weg – denkbar ungünstig für einen Schuss aufs Hirn. Also warten.
Nach 15 Minuten dreht sich der Rote und zieht langsam quer vor uns am Ufer entlang. Die Jeffery Doppelbüchse liegt sicher in der Gabel des Dreibeines, und das Perlkorn findet die tödliche Stelle zwischen Licht und Gehör. Jetzt nur nicht zu hastig abdrücken. Eine alte Doppelbüchse von 1930 ist keine moderne Büchse mit Feinabzug, sondern hier wollen 1,8 Kilogramm überwunden werden.
Im satten Knall der .450/400 NE reißt es dem Bullen die Säulen weg. Sein Körper schlägt auf dem Sand auf. Einen Augenblick später folgt der 2. Schuss wie verabredet auf die Kammer des liegenden Bullen. Noch im Knall klappe ich die Doppelbüchse auf, und der Ejektor wirft die Hülsen kraftvoll nach hinten aus.
Ein lauter Schrei von hinten ertönt. Die heißen Hülsen haben den Tracker getroffen, eine ist in sein Hemd gerutscht, wie ich später erfahre. Der Bulle liegt, bewegt sich aber und bläst Schweiß aus den Nüstern. Zur Sicherheit schieße ich noch 2 weitere Schüsse auf das Haupt, jetzt fast frontal. Die anderen Hippos flüchten in den Fluss. Einen Augenblick später ist das Ufer leer – nur der rote Bulle liegt noch dort.

 

 

Hippo