Großbritannien: Regierung wiederholt Ankündigung des Trophäenverbots in der Regierungserklärung

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Blick in ein Präparationsstudio in Namibia (Symbolbild: Alexander Losert)

Diesmal musste Prinz Charles in Vertretung seiner Mutter die Thronrede zur Eröffnung des Parlaments vorlesen. Es war das dritte mal während ihrer Regentschaft, dass die Königin die Rede nicht selbst verlesen hat.

Die Queen’s Speech enthält kurz gefasst die Pläne der Regierung für die neue Parlamentszeit. Unter dem Titel „The Queen’s Speech 2022“ gab das Büro des Premierministers am Tag der Thronrede zusätzlich eine immerhin 140 Seiten umfassende Regierungserklärung heraus, die die Absichten im Detail darlegten. Während diesmal die Tierrechte in der Rede selbst nicht erwähnt wurden, werden sie in der schriftlichen Erklärung auf immerhin zwei Seiten ausführlich vorgestellt. Zum Trophäenimportverbot heißt es dort: „Wir haben uns außerdem auf eine Gesetzgebung festgelegt, die den Import von Jagdtrophäen tausender Tierarten verbieten wird. Das wird eines der härtesten Verbote weltweit sein, und es wird über die Verpflichtung in unserem Manifest hinausgehen. Das bedeutet, dass wir eine Vorreiterrolle beim Schutz bedrohter Tiere spielen und helfen werden, langfristigen Naturschutz zu stärken und zu unterstützen.“

Auch der zuständige Staatssekretär Zac Goldsmith bestätigte auf Twitter, dass das Einfuhrverbot für Trophäen kommen werde. Der Premierminister habe das ganz klar gemacht.

Eine solche Ankündigung hatte Königin Elisabeth in ihrer Thronrede vor einem Jahr verlesen müssen. Es blieb aber bei der Absicht. Premierminister Boris Johnson hatte sich – trotz des Drängens seiner Ehefrau – als unfähig gezeigt, dem Parlament ein entsprechendes Gesetz vorzulegen. Dies hatte zu heftiger Kritik der Tierrechtsszene geführt. Vertreter des südlichen Afrikas nennen die britischen Pläne hingegen rassistisch und eine Einmischung in ihre souveränen Rechte. Der namibische Umweltminister Shifeta hatte solche Verbote vor einer Arbeitsgruppe des Europa-Parlaments kürzlich als kontraproduktiv für den Naturschutz und das Wohl der Menschen bezeichnet.

 

rdb

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