Kenia: Mysteriöser Mord an Tierschützer auch nach drei Jahren nicht aufgeklärt

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Am 4. Februar 2018, wurde der weltbekannte Tierschützer und Privatermittler in Sachen Nashorn- und Elfenbeinhandel, Esmond Bradley Martin (75), in seinem Haus in Nairobi brutal ermordet. Bis heute liegen keine Erkenntnisse der kenianischen Behörden vor.

Esmond Bradley Martin gehörte zu den führenden Elfenbein-Ermittlern. Auch nach drei Jahren sind die Umstände seines mysteriösen Mords nicht geklärt (Foto: picture alliance/AP Photo/Brian Inganga)

Der extravagante und wohlhabende Amerikaner hatte jahrelang den illegalen Markt mit Tierprodukten erforscht. Seine Untersuchungen auf der arabischen Halbinsel und in Südostasien brachten fundierte Aufklärung über das Volumen und den illegalen Handel und waren wissenschaftlich fundiert. Schwerpunkte seiner Arbeit waren China, Laos und Vietnam. Martin galt als Experte. Oft wurde er „undercover“ tätig und gab sich als Käufer aus. Seine Forschungsergebnisse dienten dem Kampf gegen die Wilderei von seltenen Tierarten in Afrika. Als er ermordet wurde, wertete er die Ergebnisse seiner gerade abgeschlossenen Recherchen in Myanmar aus.

Trotz Einsatz der amerikanischen Botschaft waren die kenianischen Behörden nicht kooperativ und haben bislang keinerlei Ermittlungsergebnisse vorgelegt. Die Familie des Opfers stellte deshalb fest: „Dieser Fall zeigt ein altbekanntes Muster gewaltbetonter Morde und Kriminalfälle in Kenia, bei denen ausländische Investoren mit bestem Ruf die Opfer von nie aufgeklärter Kriminalität wurden. Dies hat dazu geführt, dass man der kenianischen Polizei, dem Justizwesen und den Institutionen des Staates mit Misstrauen begegnet.“

Martin hatte fast 40 Jahre in Kenia gelebt. Er besaß ein altes Haus im Kolonialstil mit einem wertvollem 8-Hektar-Grundbesitz in Karen, einem exklusiven Vorort von Nairobi, in dem auch Karen Blixen ihre Farm hatte. Vorbesitzer war Lord Baden-Powell, der Gründer der Pfadfinderbewegung, gewesen. Eine Theorie für den Mord ist, dass es, wie in Kenia so häufig, darum ging, an diesen Millionen-Dollar-Besitz zu kommen. Die andere Theorie ist, dass man seine Erkundungsarbeit zu Wilderei und Wildtierschmuggel stoppen wollte. Gegen einen Raubüberfall spricht, dass der oder die Mörder Bargeld und Wertgegenstände nicht anrührten.

rdb

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