Malawi: Verzehr von Wildbret verboten

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Als vorbeugende Maßnahme gegen Covid-19 hat die Regierung in Malawi den Verkauf und den Verzehr von „Buschfleisch“ verboten.

Dieser Begriff bezeichnet in Afrika alle Arten von Fleisch, das aus dem Busch kommt. Die Behörden nannten ausdrücklich Elefanten, Antilopen und Fledermäuse. Unter das Jagdgesetz fallende Wildarten dürfen aber ohnehin ohne Genehmigung nicht erbeutet oder verkauft werden. Insofern wird nun verboten, was sowieso verboten ist. Zweifel an der Wirksamkeit des neuen Verbots sind deshalb angebracht.

Ähnliche Regelungen werden derzeit in Ghana, Kamerun, Nigeria und Sierra Leone vorbereitet. Ein Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und dem Verzehr von Buschfleisch in Afrika wurde bisher jedoch überhaupt nicht hergestellt.

Durch Räuchern wird „Buschfleisch“ haltbar gemacht. (Foto: Rolf D. Baldus)

Die meisten Wildarten, die verzehrt werden, sind auch völlig irrelevant im Hinblick auf Seuchenentstehung. Hygieneprobleme bei der Fleischverwertung gibt es in Afrika nicht nur, wenn es um Wildbret geht.

Die Gesundheitssysteme in Afrika sind auf die Pandemie in keiner Weise vorbereitet. Fachleute warnen vor dramatischen Folgen. Dr. John Nkengasong, der als Leiter der „Afrikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention“ (Africa CDC) innerhalb der Afrikanischen Union die kontinentalen Anstrengen gegen die Seuche koordinieren soll, sagte, Afrika stehe unmittelbar vor einer Katastrophe.

rdb

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