Mensch-Tier Konflikt gefährdet Schneeleoparden

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Im zentralasiatischen Kirgistan leben nur noch etwa 300 der vom Aussterben bedrohten Schneeleoparden.

Die menschliche Bevölkerung mit ihren Viehherden breitet sich immer weiter aus. Gleichzeitig schrumpfen durch den Klimawandel der Lebensraum des Schneeleoparden und die Anzahl seiner Beutetiere. So kommt es immer öfter zu Konflikten, denn durch Angriffe der Großkatzen auf ihre Viehherden erleiden lokale Hirten immense Verluste.

Vor wenigen Tagen übernahm eine „Gruppe Schneeleopard“ genannte Anti-Wilderei-Einheit einen schwerverletzten Schneeleoparden. Das ein Jahr alte Tier war durch eine Ortschaft im Nordwesten des Landes gelaufen, bevor Einwohner es eingefangen hatten.

Mittlerweile befindet sich die eingefangene Schneeleopardin im NABU-Rehabilitationszentrum in Ananjewo. Aufgrund ihres hohen Alters, ist es unwahrscheinlich, dass sie in freier Wildbahn überleben kann. (Quelle: „obs/NABU Kirgistan“)

Der Leopard hatte eine Ladung Schrotkugeln im Kopf und dadurch einen Seher verloren. Wahrscheinlich war er von Viehhirten beschossen worden, die häufig Flinten zum Schutz ihrer Herden mit sich führen. Das Tier wurde operiert, und sein Zustand hat sich etwas verbessert.

Nur einen Tag später griff die Anti-Wilderei-Einheit in der Region Naryn einen weiteren Schneeleoparden in einer Ortschaft auf. Die etwa elf Jahre alte weibliche Großkatze versuchte in einen Stall mit Haustieren einzudringen, wurde allerdings von einem Hofhund erschreckt und in einen Schuppen getrieben. Mittlerweile befindet sich die Leopardin in einem Rehabilitationszentrum des Naturschutzbundes Deutschland. Aufgrund ihres hohen Alters sowie fehlender Eckzähne, ist es unwahrscheinlich, dass sie in freier Wildbahn überleben kann. Der Nabu unterstützt seit Anfang der 90er Jahre den Schutz der Schneeleoparden in Kirgistan.

rdb

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