Namibia: Wildschützer treten nicht bei einem „Beliebtheitswettbewerb“ an

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Beim Dorf Omatjete (Region Erongo/Namibia) musste ein Problem-Elefant abgeschossen werden.

Aktivisten entfalten seitdem eine weltweite Kampagne gegen Namibia. Auch die Medien greifen den Vorgang auf.

Wenn bekannt wird, dass irgendwo in Afrika ein Elefant rechtmäßig geschossen wird, dann veranstalten Gruppen und Personen, die die Jagd abschaffen wollen, regelmäßig eine internationale Kampagne. Mit den Fakten wird dabei nicht zimperlich umgegangen.

Das Muster ist immer dasselbe. Der Elefant bekommt einen Namen. Das hebt die Angelegenheit auf ein emotionales Niveau. Das Tier war friedlich, ein Touristenmagnet, eine Ikone Afrikas und trug unersetzliche Gene mit sich.

Aktivisten entfalten seine weltweite Kampagne gegen Namibia, nachdem ein Problem-Elefant erlegt werden musste. (Symbolbild: Shutterstock)

Die Tierorganisationen vergessen dabei nie, ihre Spendenkonten anzugeben. Und in den sozialen Netzwerken werden bald viele Hasskommentare hochgeladen.

So auch diesmal. Die Behörden gaben einen Bullen frei, nachdem dieser erhebliche Konflikte und Schäden verursacht hatte. Die Kleinbauern vor Ort hatten gedroht, sie würden alle Elefanten töten, weil diese zuvor Häuser, Wasserpumpen und Brunnen zerstört und Menschen getötet hatten. Das zuständige Ministerium hat dieses Jahr bereits für über 250.000 Euro separate Wasserlöcher für Elefanten angelegt, die teilweise ebenfalls von den Tieren auf der Suche nach Wasser beschädigt worden sind.

In einer Pressemeldung machte die namibische Wildschutzbehörde die Fakten öffentlich und korrigierte unwahre Vorwürfe. Man habe den Bullen durch einen zahlenden Jagdgast erlegen lassen, damit die Gemeinde Omatjete (circa 12.000 Einwohner) zumindest eine Einnahme hätte. Namensgebungen für Elefanten lehne man ab: “ Das unterscheidet Wildtiere von Haustieren. Namen emotionalisieren den Naturschutz und erschweren rationale Managemententscheidungen.“ Die Wildschutzbehörde handele auf der Grundlage von Naturschutzprinzipien sowie Recht und Gesetz. Im Hinblick auf den Zorn der Aktivisten heißt es auch: „Das Ministerium für Umwelt und Tourismus tritt nicht bei einem Beliebtheitswettbewerb an.“

Die Abschussgebühren in Höhe von 7.600 Euro gingen überwiegend an die örtliche Conservancy zur Reparatur von Elefantenschäden. 1.300 Euro flossen in den staatlichen Fonds für Naturschutz. Tieraktivisten und Tourismusanbieter hatten den Elefanten, der abgebrochene Stoßzähne aufwies, „Voortrekker“ getauft. Die örtliche Hegegemeinschaft bezeichnete den Abschuss des Problemtieres als eine „Erlösung“.

rdb