Südliches Afrika: Medien boykottieren Berichterstattung

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Staatschefs aus dem Südlichen Afrika sind zu einem Gipfeltreffen (Wildlife Economic Summit) über die wirtschaftliche Bedeutung der Wildbestände und Naturschutzgebiete zusammengekommen.

Während die Medien ansonsten über jede Aktion der Tierschutzaktivisten gegen die wirtschaftliche Nutzung von Wildtieren in Afrika prominent berichten, verlief dieses hochrangige Konferenz, von Ausnahmen abgesehen, weitgehend ohne Berichterstattung.

Eingeladen hatte Simbabwes Präsident seine Kollegen aus den Ländern, die ihre Wildschutzgebiete zum grenzüberschreitenden Kavango-Zambezi Park (520.000 km2) zusammengeschlossen haben, nämlich Simbabwe, Botswana, Sambia, Angola und Namibia.

Staatschefs aus dem Südlichen Afrika fordern mehr Selbstbestimmung. Unabhängig davon müssten Foto- und Jagdtourismus weiter entwickelt werden (Foto: Hans Jörg Nagel)

Zwei Drittel aller Elefanten des Kontinents ziehen dort ihre Fährten. Der Gipfel fand als Veranstaltung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union statt. Insgesamt kamen im Touristenstädtchen Victoria Falls Repräsentanten aus 30 afrikanischen Ländern zusammen.

Gemeinsam forderte man Selbstbestimmung über die eigenen Naturschätze. Sie sollten nicht nur geschützt, sondern müssten auch nachhaltig zum Wohle der Bürger genutzt werden. Die ständigen Interventionen und Boykottdrohungen von Aktivisten aus reichen Ländern sei man leid.

Foto- und Jagdtourismus müssten weiter entwickelt werden. Man sprach sich auch für einen geordneten Verkauf der angesammelten Elfenbeinbestände aus. Das durch seine Leiterin vertretene Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) wurde aufgefordert, das Entwicklungspotential der Wildtiere Afrikas stärker zu thematisieren. Bei den Mitgliedern von CITES setze sich mehr und mehr eine reine Verbotsagenda durch. Dies sei schädlich für die Natur und die Wirtschaft im südlichen Afrika. Die Staatschefs beschlossen eine von Afrika selbst gesteuerte Initiative zur Entwicklung der Wildwirtschaft. Sie soll den Privatsektor, staatliche Institutionen und die ländlichen Gemeinden bei Investitionen in Naturschutz und -nutzung zusammenbringen.

Große Besorgnis herrschte über die zunehmenden Konflikte zwischen Wildtieren und ländlicher Bevölkerung. Eigentum und Ernten würden vernichtet, Menschen getötet. Wilderei werde nicht beseitigt durch die Zerstörung von Elfenbein, sondern nur durch koordinierte Maßnahmen aller Staaten und durch Einbeziehung der Bevölkerung vor Ort. In einer eigenen Konferenz formulierten Vertreter ländlicher Gemeinden ihre Rechte auf die Nutzung ihrer Wildtiere. Sie seien die Eigentümer und nicht Betroffene („stakeholders“). Es gehe nicht darum, etwas für die Gemeinden zu tun, sondern ihnen zu ermöglichen, über die Nutzung der Wildtiere selbst zu entscheiden. Auch die Vertreter der Gemeinden wiesen die Interventionen westlicher Tierrechtler und Tierschutzorganisationen zurück.

rdb