Scharfe Sachen

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Das Messer ist neben Büchse und Fernglas das wichtigste Handwerkszeug des Jägers. Das Angebot an „Jagdmessern“, die oft diesen Namen gar nicht verdienen, ist groß.

Mittelgrosse, feststehende Messer mit Drop-Point-Klinge sind sehr universell einsetzbar und reichen völlig aus, wenn auf das Abfangen verzichtet wird.
Mittelgrosse, feststehende Messer mit Drop-Point-Klinge sind sehr universell einsetzbar und reichen völlig aus, wenn auf das Abfangen verzichtet wird.
Vom JWW-Team
 
Für die Praxistauglichkeit und Qualität eines Messers ist in erster Linie die Güte von Material und Verarbeitung sowie die Formgebung maßgeblich.
 
Sind bei einem dieser drei Kriterien Mängel vorhanden, wirkt sich das im Einsatz äußerst negativ aus.
 
Entscheidend für die Form des Messers ist der Verwendungszweck. Im Laufe der Zeit hat sich der Aufgabenbereich der sogenannten „kalten Waffen“ stark verändert.
 
Wurden sie früher wirklich noch als Waffen benutzt, so hat ihr heutiger Einsatzbereich fast nur Werkzeugcharakter. Hirschfänger, Waidblatt und Saufeder dienen meist nur noch als Wandschmuck.
 
Notwendigkeit zum Wild-Abfangen mit der kalten Waffe besteht wohl nur noch für Meute- und Schweißhundführer.
 
Verzichtet der Jäger bewusst auf die spezielle Eignung zum Abfangen, so erlangt er dadurch eine Menge Vorteile. Er kann nicht nur ein leichtes und handliches Messer wählen, sondern die Auslegung der Klinge und die Form der Spitze kann auf optimale Schneidleistung ausgelegt sein.
 
Feststehend oder zum Klappen?
 
Vorab muß aber entschieden werden, ob ein Klappmesser oder ein Messer mit feststehender Klinge gewählt wird. Bei beiden Ausführungen ergeben sich Vor- und Nachteile.
 
Bei gleicher Klingenform und Länge ist das feststehende Messer nicht nur stabiler, sondern auch leichter. Es lässt sich leichter reinigen und verfügt über einen wirkungsvollen Handschutz. Das Klappmesser hat dagegen eine geringere Transportlänge, schützt optimal die Klinge und bietet die Möglichkeit, im Griff nützliche Zusatzinstrumente, etwa eine kleine Knochensäge, unterzubringen.
 
Nicht vergessen werden darf aber, dass Klappmesser durch die beweglichen Teile empfindlicher und auch verschleißanfälliger sind. Für den rauhen Gebrauch ist ein feststehendes Messer daher vorzuziehen.
 
Oft wird auch ein kleines, leichtes Klappmesser zusätzlich geführt und für die feinen Arbeiten eingesetzt.
 
Soll nur ein Messer geführt werden, wird die Entscheidung zwischen einem kräftigen Klappmesser mit zusätzlicher Säge und einem feststehenden Messer fallen.
 
Die Klinge des Klappmessers muß unbedingt feststellbar sein, sonst ist es für den Jagdbetrieb unbrauchbar. Optimal wäre es, wenn auch die Säge arretiert werden kann, doch solche Modelle sind leider die Ausnahme.
 
Eine gute Lösung sind die Modelle mit auswechselbarer Klinge, wie das Böker Optima und das Gerber-Messer. Hier kann bei Bedarf die Klinge gegen eine andere oder gegen eine Knochensäge ausgetauscht werden, die dann, weil sie ja jetzt die Hauptklinge bildet, feststellbar ist.
 
Eine Knochensäge am Messer ist praktisch. Die Schlossnaht kann zwar auch mit der Klinge durchtrennt werden, doch eine Säge ist nicht nur komfortabler, sondern schont auch die Schneide des Messers.
 
Die Säge sollte man sich beim Kauf genau ansehen. Sie muß zum Rücken hin in der Stärke unbedingt abnehmen, sonst klemmt sie sich fest.
 
Die Klingenlänge eines universell einsetzbaren Klappmessers liegt, ob für die In- oder Auslandsjagd, zwischen sieben und zehn Zentimetern. Diese Länge ist völlig ausreichend und lässt eine noch handliche Bauweise zu.
 
Ist die Klingenspitze heruntergezogen, die Amerikaner nennen das Drop-Point, kann auf eine spezielle Aufbrechklinge gut verzichtet werden.
 
Bei etwas Geschick kann die Bauchdecke damit problemlos aufgeschärft werden, ohne die Innereien zu verletzen.
 
Auch die Klinge des Klappmessers sollte am Klingenrücken mindestens zwei Millimeter, besser 2,5 Millimeter stark sein.
 
Rostfreier Stahl ist heute fast die Regel. Auf die unterschiedlichen Stahlsorten und ihre speziellen Vorteile wird später noch eingegangen. Kritikpunkt bei vielen Klappmessern sind aber die Federn. Auch sie sollten im Sinne der leichten Pflege rostfrei sein, doch rostfreier Stahl ist sehr spröde, und die Federn können schneller brechen.
 
Bei Qualitätsmessern werden daher Federn aus rostendem Stahl mit Nickel – oder Chromauflage als Rostschutz eingebaut. Der Käufer sollte sich genau erkundigen, denn kaum ein Herstellerprospekt gibt hier Auskunft.
 
Als Griffmaterial wird sehr oft Hirschhorn benutzt. Dieses Material ist sehr anfällig und springt oder reißt schnell. Besser ist ein hartes Edelholz oder aber Micarta.
 
Besonders der „natürliche Kunststoff“ Micarta, der nicht reißt, nicht aufquillt, säurefest und unbegrenzt altersbeständig ist, hat nur Vorteile. Außerdem fühlt sich dieses Gemisch aus Papier, Holz und Leinen im Gegensatz zu echtem Kunststoff warm an.
 
Praxisgerecht ist auch eine Beschalung mit Neopren oder Kraton. Solche Gummigriffschalen sind äußerst rutschfest und sehr komfortabel. Am Hirschhorn aus traditionellen Gründen festzuhalten, ist unsinnig, denn für Messergriffe wird fast ausschließlich das Horn osteuropäischer und asiatischer Hirsche verarbeitet. Deutsches Hirschhorn wäre viel zu porös.
 
Auch beim feststehenden Messer reicht eine Klingenlänge von zehn Zentimetern völlig aus. Nur bei wirklich starkem Wild sind zwölf Zentimeter nötig. In der Praxis bewährt hat sich eine sogenannte „Semi-Skinner-Form“ der Klinge.
 
Skinner sind spezielle Messer zum Abhäuten, die über eine stark gebogene Spitze verfügen. Für ein Allroundmesser ist eine etwas abgeschwächte Ausführung eines solchen Spezialmessers auch gut geeignet. Kombiniert mit einer leichten Drop-Point-Form, die beim Aufbrechen nützlich ist, ergibt die langgezogene Spitze optimale Schneidleistung, denn die Länge der Schneide wird vergrößert.
 
Eingesetzt wird fast nur das vordere Drittel des Messers, und eine langgezogene Spitze erhöht die Schneidleistung beträchtlich. Um mit dem Daumen von oben beim Schneiden Druck auf den Klingenrücken ausüben zu können, darf der Handschutz nicht über den Klingenrücken hinausragen.
 
Zu einer optimalen Grifform und vor allem Griffdicke kann wenig gesagt werden, denn hier sind Handgröße und Fingerlänge ausschlaggebend.
 
Beim Kauf eines Messers sollten möglichst viele Modelle in die Hand genommen werden, um zu sehen, welcher Griff am besten passt. Von Fingerrillen ist eher abzuraten, denn beim Aufbrechen oder Zerwirken wird die Haltung oft geändert, und Rillen stören dann nur. Ein etwas nach unten gezogener Griff ist komfortabel, weil damit beim Schneiden aus dem Handgelenk mehr Druck ausgeübt werden kann.
 
Voraussetzung für eine exzellente Schneidleistung ist ein guter und fachgerechter Grundschliff und eine richtige Proportionierung der Klinge, denn vor allem die Klingenbreite hat unmittelbaren Einfluss auf die Schneidleistung. Die zwangsläufig keilförmige Klinge eines schmalen Messers gleitet lange nicht so gut durch das Schnittgut wie ein breitklingiges.
 
Ist die Klinge genügend breit, nimmt die Stärke von der Schneide zum Klingenrücken nur allmählich zu. Übertreiben darf man es aber auch nicht – ein Verhältnis von etwa 1:3 sollte nicht überschritten werden.
 
Was uns jetzt noch fehlt, ist der geeignete Stahl. Rostfrei sollte er sein und eine möglichst gute Schnitthaltigkeit bieten.
 
Auf den Stahl kommt es an
440er Stahl gilt als besonders geeignet für Jagdmesser und wird daher werbewirksam vermarktet. Auf den meisten Fabrikmessern findet sich daher heute als Stahlangabe lapidar die Bezeichnung 440.
 
Das sagt sehr wenig aus, denn es gibt eine ganze Reihe von Messerstählen, die zur 440er Gruppe gehören ( 440-A, 440-B, 440-C oder CPM-T-440-V). Für den Verbraucher wäre es von Vorteil, wenn die Hersteller genau darüber aufklären würden, welcher Stahl für die Klingen verwandt wird und wo die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit liegen.
 
Zu den auf herkömmliche Weise hergestellten Spitzenstählen gehören zum Beispiel der 440 C (1.4125), der 154 CM oder sein japanisches Gegenstück, der ATS 34.
 
Diese Stahlsorten haben einen Chromanteil von bis zu 17 Prozent bei einem Prozent Kohlenstoffgehalt und lassen sich auf bis zu 60 Rockwell härten. Das manuelle Nachschärfen dieser Klingen ist möglich, aber mühsam.
 
Mit diamantbeschichteten Abziehsteinen fürs Grobe und Aluminiumoxydkeramik zum Feinabziehen geht das schon viel leichter. Aber Geduld und Gefühl gehören dazu. So schnell mal vor dem Reviergang zwischen Tür und Angel das Messer nachschärfen, funktioniert nicht.
 
Stähle mit einem höheren Karbidanteil, das sind Kohlenstoffverbindungen unter anderem mit Vanadium und Wolfram, weisen eine wesentlich höhere Verschleißfestigkeit auf als gleichharte Stähle mit weniger Karbiden.
 
Die Härte allein sagt also nichts über die Schnitthaltigkeit aus. Nun ist aber die Zulegierung von karbidbildenden Elementen beim herkömmlichen Schmelzen von Stählen nur begrenzt möglich.
 
Wird die Obergrenze überschritten, so kommt es zur Konglomeratbildung: Die Stahlstruktur wird grob und unbrauchbar.
 
Um dennoch Stahl mit einem höheren Karbidanteil ausstatten zu können, wurde das pulvermetallurgische Verfahren entwickelt. Dabei handelt es sich nicht etwa, wie oft angenommen, um ein Sintermetall (Metall zermahlen und dann verbacken), sondern eher um einen Damaszenerstahl aus mikroskopisch kleinen Teilchen.
 
Dem Stahlpulver wird ein bestimmter Prozentsatz von Karbiden beigemengt und dieses Gemisch dann im Vakuum erhitzt, ohne jedoch die Schmelztemperatur zu erreichen.
 
Dann wird das erhitzte Gemisch unter sehr hohem Druck verschmiedet.
Ein typischer und für Messerklingen vom Messermacher bevorzugt eingesetzter Stahl ist der CPM-T-440-V. Als Ausgangsmaterial wird ein 440 C-Stahl benutzt, der mit 5,7 Prozent Vanadiumkarbid angereichert wird.
 
Die Härte der Karbide liegt knapp unter der des Diamanten, so dass sich eine extrem hohe Verschleißfestigkeit und Schnitthaltigkeit ergibt, ohne dass der Stahl selbst zu hoch gehärtet werden muß, wodurch er zu spröde würde.
 
In Labortests wurde eine 18-fache Verschleißfestigkeit gegenüber dem Ausgangsstahl 440 C nachgewiesen! Bei einer Härte von „nur“ 58 Rockwell hat eine solche Klinge auch noch genügend Elastizität, um einen universellen Einsatz zu erlauben.
 
Superstahl vom Messermacher
Wer ein Jagdmesser aus pulvermetallurgischem Stahl will, muß zu einem Messermacher gehen, wo er sich nicht nur ein Messer nach seinen Vorstellungen individuell anfertigen lassen kann, sondern auch Stahl bekommt, dessen Schnitthaltigkeit dem „normalen Messerstahl“ weit überlegen ist.
 
Die Schnitthaltigkeit einer Messerklinge aus CPM T 440 V ist bei richtiger Ausführung überragend. Mit einem solchen Messer kann durchaus eine ganze Saison lang Wild versorgt werden, ohne dass ein Nachschärfen erforderlich ist. Im Ausland wird Ihr Jagdführer die Schnitthaltigkeit beim Zerwirken bewundern.
 
Obwohl auch Messer aus CPM-Stahl mit dem richtigen Schleifwerkzeug, etwa diamantbestückten Schärfwerkzeugen, vom Jäger selbst durchaus nachgeschärft werden können, bietet es sich an, ein Custom-Knife vom Hersteller selbst schärfen zu lassen.
 
Die meisten Messermacher bieten das als kostenlosen Service an, und die fünf Mark Porto für das Übersenden des Messers einmal im Jahr sind bestimmt gut angelegt. Es werden mit Sicherheit mehr Messerklingen durch falsches Schleifen verdorben als durch Abnutzung beim ständigen Gebrauch.
 
Viele Jäger halten oft die Luft an, wenn sie den Preis von 800 bis 1000 Mark für ein handgemachtes Messer aus hochwertigem Stahl hören – wohlgemerkt für ein Jagd-Gebrauchsmesser in einfacher Ausführung und nicht etwa für ein graviertes Sammlerstück.
 
Zu bedenken ist aber, dass beim Erwerb eines solchen wirklichen Jagd-Gebrauchsmessers, das diesen Namen auch verdient, das „Thema Messer“ für den Rest des Jägerlebens abgehakt werden kann, wenn man das gute Stück nicht gerade verliert.
 
Damit soll nicht etwa gesagt werden, dass es keine vernünftigen und praxisgerechten Fabrikmesser gibt, nur: Der Messermacher hat den Vorteil, das Maximum an Material und Verarbeitungsgüte herauszuholen, während die großen Hersteller unter den Maximen einer kostengünstigen Serienfertigung stehen.
 
Der Unterschied ist etwa so wie zwischen einer handgefertigten Präzisionsbüchse und einer Standardwaffe aus dem Regal des Büchsenmachers.
 
Messermacher fertigen auch Klappmesser, doch die sind durch den hohen Arbeitsaufwand so teuer, dass sie fast ausschließlich an Sammler verkauft und nur in den seltensten Fällen bei der Jagd eingesetzt werden.
 
Zu einem Jagdmesser mit feststehender Klinge gehört auch eine gute Scheide. Sie muß die Klinge schützen und das Messer sicher festhalten. Sogenannte Köcherscheiden, die auch noch einen Teil des Griffes umschließen, sind hier besonders vorteilhaft.
 
Den Konturen des Messers genau angepaßt, kann auf zusätzliche Sicherungsriemen, die erst umständlich geöffnet werden müssen, verzichtet werden.
 
Aus Preisgründen verwenden viele große Hersteller heute als Material kein Leder mehr, sondern Kunststoff oder Cordura. Solches Material hat nur den Vorteil, pflegeleicht zu sein.
 
Cordurascheiden lassen sich zum Beispiel nicht den Konturen anpassen und brauchen immer einen Verschluss. Eine gute Lederscheide ist auch heute noch immer erste Wahl. Zur Pflege reicht ab und zu ein leichtes Abreiben mit Öl.
 
Übertreiben darf man das aber nicht, sonst wird das Leder zu weich und verliert die Form.
 
Neu im Scheidenbau ist der Werkstoff Kydex, ein Kunststoff, der eine genaue Formgebung erlaubt und dem Messer noch besser angepaßt werden kann als eine Lederscheide. Kydex-Scheiden sind extrem leicht und brauchen auch keine zusätzliche Sicherheitsschlaufe.
 
Augen auf beim Messerkauf
Aus dem riesigen Angebot an Jagdmessern ein brauchbares Stück herauszusuchen, ist nicht einfach. Zunächst muß der Käufer wissen, aus welchem Stahl die Klinge besteht. Viele Firmen gravieren lediglich „Stainless“ oder „rostfrei“ auf die Klinge. Damit kann man natürlich wenig anfangen.
 
Meist wird hier ein minderwertiger Stahl verarbeitet, denn wer hochwertiges Material benutzt, teilt das dem Käufer in der Regel auch gern mit.
 
Neben der schon beschriebenen Formgebung für ein jagdlich einsetzbares Messer und den Griffmaterialien, ist die Qualität der Verarbeitung ausschlaggebend. Spalten zwischen Klingen und Parierstange dürfen nicht sein.
 
Hier setzt sich schnell Schmutz fest und ist nur mühsam zu entfernen. Bei hochwertigen Messern ist das Griffstück als Tapered-Tang, also zum Ende hin schmaler werdend, ausgelegt. Das spart eine Menge Gewicht und verbessert die Balance.
 
Messer für spezielle Zwecke
Oft werden Messer mit besonderer Klingenform angeboten, die für spezielle Einsatzzwecke besonders gut geeignet sein sollen. So gibt es spezielle Aufbrechmesser mit einem Aufbrechhaken im Klingenrücken, der die Bauchdecke „wie bei einem Reißverschluss“ öffnen soll, oder Messer mit eingebauter Lampe, die die Arbeit bei Dunkelheit vereinfachen.
 
Der Nachteil solcher Konstruktionen ist oft, dass sie bei den normalen, viel öfter anfallenden Arbeiten, weniger gut geeignet sind als herkömmliche Messer mit traditionellem Aufbau.
 
Wesentlich besser sind sogenannte Messersets, die über zwei oder drei Messer, oft kombiniert mit einer Säge, verfügen. Wird alles in einer Scheide untergebracht, ist das zwar eine gewichtige Sache, doch dafür ist der Jäger auch für alles gerüstet. Solche Sets gibt es etwa von der Firma Kodiak oder von Outdoor Edge.
 
Das Kodiak-Set besteht aus einem großen Haumesser für die grobe Arbeit und einem kleinen Abhäutemesser. Outdoor Edge fügt dem großen und kleinen Messer noch eine scharfe Knochensäge bei (Bild-Beispiel).
 
Wer in der Wildnis Kanadas, weitab vom Camp, einen Elch zerlegen will, um das Wildbret zu transportieren, wird ein solches Werkzeug schnell schätzen lernen. Für europäische Verhältnisse kann man aber darauf gut verzichten.
 
Normal ist es heute leider, dass Fabrikmesser selten wirklich scharf sind. Der Käufer wird sich den gewünschten Schliff selbst anfertigen müssen. Zum Glück sind mittlerweile brauchbare Schärfgeräte auf dem Markt, die die Einhaltung des Schleifwinkels, das größte Problem beim Messerschärfen, sehr einfach machen.
 
Solche Schärfsets, etwa von Lansky oder Spyderco, erlauben es, den Schleifwinkel zu wählen. Für ein Jagdmesser sollte kein zu spitzer Winkel gewählt werden. Ein 20 Grad-Schliff ist ausreichend und hält die Schärfe bedeutend besser als noch flacher angeschliffene Messer.
 
Ein Jagdmesser, das laufend im Einsatz ist, sollte mit der nötigen Sorgfalt ausgesucht werden. Nur mit brauchbarem Werkzeug kann der Jäger sein „Handwerk“ auch ordentlich ausüben.
Hansgeorg Arndt

Hansgeorg Arndt

Bei einem Klappmesser ist neben der feststellbaren Hauptklinge nur noch eine Säge zu empfehlen. Weitere Werkzeuge erhöhen nur unnötig Gewicht und Umfang.
Bei einem Klappmesser ist neben der feststellbaren Hauptklinge nur noch eine Säge zu empfehlen. Weitere Werkzeuge erhöhen nur unnötig Gewicht und Umfang.


Hansgeorg Arndt

Bilder:
 
Oft werden zusätzlich noch spezielle Aufbrechhaken oder Aufbrechklingen angebracht. Wer mit der normalen Messerklinge umgehen kann, braucht so etwas nicht. Handgefertigte Custom-Messer, hier ein Modell von Richard Hehn, bieten das Optimum, sind aber entsprechend teuer. Ein spezielles Set zum Zerwirken von Wild. Im Camp, fernab der Zivilisation, ist so etwas durchaus nützlich, in heimischen Revieren aber unnötig schwer.

Hansgeorg Arndt

Fotos: JWW
Hansgeorg Arndt