Schweiz: Für ein Wallis ohne Großraubtiere

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Im Schweizer Kanton Wallis wurde am vergangenen Sonntag über Wolf, Bär, Luchs und Goldschakal abgestimmt.

Ein staatlicher Wildhüter auf Pirsch in den Walliser Bergen: Die große Mehrheit der Bevölkerung will eine Regulierung der großen Prädatoren und keine unkontrollierte Vermehrung. (Quelle: Rolf D. Baldus)

Mit 62,7% haben die Stimmberechtigten die Volksinitiative «Für einen Kanton Wallis ohne Großraubtiere» angenommen. Im deutschsprachigen Oberwallis beträgt der Stimmenanteil sogar 81%. 12 Gemeinden stimmten mit über 90% zu. Die Initianten wollen dem „exponentiellen Wachstum“ der Großraubtierpopulationen Einhalt gebieten. Das emotionale Thema mobilisierte einen großen Teil der Bevölkerung, und die Stimmbeteiligung lag bei hohen 65%.

Jetzt muss der Kanton Wallis Vorschriften zum Schutz vor Großraubtieren und zur Regulierung der Großprädatoren erlassen. Die Förderung des Bestands soll verboten werden. Vor zwei Jahren war bereits im Kanton Uri ähnlich entschieden worden.

Selbst der Staatsrat des Kantons hatte im Vorfeld der Abstimmung die Annahme der Initiative empfohlen. Die Besorgnis der Walliser Bevölkerung über die Zunahme der Großraubtiere und die entsprechenden Schäden war in letzter Zeit stark angestiegen. Die Walliser Landwirtschaftskammer (WLK) begrüßt die deutliche Annahme der Initiative und sieht sie als «ein Zeichen dafür, dass die Walliser Bevölkerung die unkontrollierte Entwicklung der Wölfe nicht mehr erträgt.»

Im Kanton sollen derzeit 30 bis 50 Wölfe leben.

rdb

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