Schweiz: IUCN Websites werden von Hackern attackiert

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Wer in diesen Tagen eine Website der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) oder ihrer vielen Kommissionen anklickt, der hat oft nur begrenzten Zugriff. Hacker haben sich die IUCN zum Opfer erkoren.

In einem Rundschreiben an alle Mitglieder sprach Enrique J. Lahmann, ein IUCN Direktor, von einem vorsätzlichen Angriff. Man sei dabei, mit IT Fachleuten und den Behörden, den Problemen auf die Spur zu kommen. Es sei möglich, dass zwischenzeitlich der Zugang verzögert sei oder man nicht auf aktuelle Dokumente zugreifen könne. Intern hieß es, die Attacken seien von ungewöhnlicher Aggressivität.

Hacker
Wer hinter den Hackerangriffen steht, ist bislang unklar (Foto: Pixabay)

Knapp 7 Wochen vor der CITES Generalversammlung in Sri Lanka kommt dieser Angriff zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Experten der IUCN haben alle Anträge für die Weltkonferenz fachlich analysiert und das Pro und Kontra dargestellt. Oft sind sie dabei zu Urteilen gekommen, die den Zielen der vielen Anti-Nutzungsaktivisten und Tierrechtsgruppen zuwiderlaufen. Gerade aus Entwicklungsländern, die selbst nicht über vielköpfige Expertenstäbe verfügen, besteht – wie immer vor einer CITES-Konferenz – derzeit eine rege Nachfrage nach den Berichten auf den IUCN-Websites.

Unter den internationalen Naturschutzakteuren nimmt die 1948 gegründete Weltnaturschutzunion eine besondere Rolle ein, da sie die wichtigste und größte internationale Naturschutzorganisation ist. In Übereinstimmung mit der Konvention über Biologische Diversität steht sie auf dem Boden nachhaltiger Nutzung. Das ist vielen Anti-Nutzungsorganisationen ein Dorn im Auge.

Derzeit ist nicht bekannt, wer hinter den Hackerangriffen steht. Man liegt wahrscheinlich nicht allzu falsch, wenn man die Hintermänner in den Kreisen sucht, die ein Interesse daran haben, zu diesem Zeitpunkt den Zugang zum Sachwissen der IUCN zu erschweren.

rdb