Insider-Tips für Europa und Asien

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Noch zu keiner Zeit wie heute war es möglich, in so vielen Ländern der Erde auf so unterschiedliche Wildarten frei zu jagen. Unsere Übersicht zeigt einen Teil dieser überwältigenden Vielfalt…für große, mittlere und kleinere Geldbeutel

kapitaler Wojwodina-Hirsch
Die jugoslawische Wojwodina, die direkt an die ungarische Südgrenze anschliesst, bringt typische Auwald-Hirsche hervor.
Bert Klineburger, der Begründer des modernen Jagdtourismus, schreibt im Vorwort der zweiten Auflage seines Buches „International Hunter 1945-1999“, dass bereits beim Erscheinen der ersten Auflage im Jahre 1986 viele Jäger von den „guten alten Zeiten“ gesprochen haben. Er mußte gestehen, dass seit 1986 zwar einige Jagdmöglichkeiten verloren gegangen, andere Jagdländer aber dazugekommen sind, so dass die Situation heute eigentlich viel besser ist als damals. Ich erinnere nur an so große und wildreiche Jagdländer wie China, Rußland, Kasachstan und Iran.
Heute sind Jagden auf Wildarten wie das Marco Polo-Schaf kein Problem mehr. Noch nie in der Geschichte war es so einfach wie heute (früher waren das monatelange Expeditionen mit mehreren Dutzend Guides und Helfern), sogar in drei verschiedenen Ländern auf Marco Polo-Argali zu jagen. Dessen sollte sich der heutige Jäger bewußt sein und die Chance nutzen, im Jagdland seiner Sehnsucht zu jagen.
Rothirsch
Es ist kein Geheimnis, dass seit Einbruch in der Rotwildhege nach der politischen Wende in Ungarn und Bulgarien heute die Aureviere der jugoslawischen Nordprovinz Wojwodina wohl die größte Rotwilddichte aufweisen und ausgezeichnete Hirschjagden anbieten. In den Spitzenrevieren wie Backi Monostor oder Apatin erlegen Jagdgäste jedes Jahr Recken bis 230 oder 235 CIC-Punkte.
In erster Linie werden in der Wojwodina klassische Hirschjagden in der Brunft empfohlen, mit erfahrenen Jagdführern, die die Rufjagd beherrschen. Die Brunftzeit liegt hier Anfang September (die Hochbrunft in der Regel zwischen dem 5. und 10. September), also etwa zwei Wochen früher als in Deutschland oder Österreich.
Weder in der Wojwodina noch in anderen guten Hirschrevieren werden in der Brunft Abschußhirsche bejagt, weil das den Jagd- und Brunftbetrieb erheblich stören würde, sondern fast nur alte Erntehirsche der obersten Klasse. Wer preisgünstig auf Abschußhirsche waidwerken will, muß auf die Spätsaison ausweichen.
In der Wojwodina hat es nie Kriegshandlungen gegeben, auch keine Minenfelder, so dass die Sicherheit der Jagdgäste gewährleistet ist. Jäger können entweder mit eigenem Auto über Österreich und Ungarn anreisen oder direkt nach Belgrad fliegen, von wo aus sie in nur wenigen Stunden mit dem Auto in das vorgesehene Jagdrevier gebracht werden.
Wer eine Jagd auf Abschußhirsche bevorzugt, für den bietet sich die Spätsaison (also die Zeit nach der Hirschbrunft) sehr gut an. Von Mitte Oktober bis in den Januar hinein (im November und Dezember wird ein Nachlaß von 10 Prozent auf Hirsche bis 170 CIC-Punkte gewährt) kann der Jäger in den Auwäldern eine winterliche Pirsch genießen und auf Abschußhirsche, Rotkahl- und Schwarzwild jagen.
Eine solche Kombijagd ist besonders kleinen Gruppen von Jagdfreunden zu empfehlen, die ein paar schöne Jagdtage in gemütlicher Atmosphäre verbringen wollen. Im November/Dezember können für Gruppen von drei bis vier Jägern zum Beispiel bis zum Mittag kleine Drückjagden auf schwache Hirsche, Rotkahl- und Schwarzwild veranstaltet werden. Auf dem Nachmittagsprogramm steht dann Ansitzjagd auf Keiler und Hirsche. Für Drückjagden wird kein Aufpreis verlangt. Die Tagesstrecke beträgt etwa zwei bis vier Stück Wild. Zu empfehlen wären drei bis fünf Jagdtage.
Nach Wunsch kann auch den ganzen Tag gepirscht werden. Pirschfahrten mit dem Gelände- oder Pferdewagen sind möglich.
Ungarn ist heute als Hirschland zwar nicht mehr so hervorragend wie in den alten Zeiten, die Situation verbessert sich aber von Jahr zu Jahr, und gute Hirsche sind wieder die Regel.
Auch hier werden in der Brunft keine Abschußhirsche bejagt. Kronenhirsche mit fünf Kilo Geweihgewicht gibt es nicht. In den Hirschländern der Spitzenklasse kann der Jäger nicht erwarten, für wenig Geld auf Brunfthirsche zu jagen. Brunfthirsche zwischen sieben und zehn Kilogramm Geweihgewicht sind in Ungarn wieder vorhanden, Spitzentrophäen wiegen sogar bis zwölf Kilogramm (vor allem im Süden). Erst in der obersten Klasse über zwölf Kilogramm wird es schwieriger: So starke Recken können heute nicht mehr wie früher garantiert werden.
Polen hatte vor zehn Jahren große Probleme mit seinem Ruf als Hirschland, weil zu stark in die Klasse der mittelalten Hirsche eingegriffen worden war. Seit 1997 wurden im neuen Jagdgesetz die Richtlinien für die Hirschbejagung deutlich verschärft, das Alter der Erntehirsche wurde auf zehn Jahre gesetzt.
Dieser Umstand hat sich bereits jetzt positiv bemerkbar gemacht. Kommende Jahre werden sicherlich gute Ergebnisse bringen. Für den passionierten Hirschjäger bedeutet das, dass es sich wieder lohnt, nach Polen zur Hirschjagd zu fahren.
Die grenznahen Reviere im Westen des Landes sind etwas überlaufen, weshalb wir weitläufige Hirschgebiete im Süden und Osten Polens empfehlen, wo wenig Jagddruck vorhanden ist. Eine wirklich schöne, sportliche Hirschjagd in traumhafter Berglandschaft ist vor allem in Südpolen möglich, und zwar sowohl in den Beskiden als auch in den polnischen Waldkarpaten.
Zur Brunftzeit in der zweiten Septemberhälfte werden hier Platzhirsche normalerweise angepirscht (der Ansitz ist eher die Ausnahme), weshalb der Jäger auch konditionell gut vorbereitet sein muß. Zu erwarten ist ein Geweihgewicht bis zu zehn, im Schnitt zwischen sieben und acht Kilogramm.
Bulgarien hat sehr starke Hirsche; realistisch in den besten Rotwildgebieten sind Geweihgewichte zwischen zehn und zwölf, maximal 13 bis 14 Kilogramm. Unter zehn Kilogramm werden keine seriösen Jagden angeboten, weil es sich dabei meistens um mittelalte Zukunftshirsche handelt.
Auch hier wird die Jagd zur Brunft empfohlen, aber nicht vor dem 15. September. Am besten ist, die Anreise zwischen dem 13. und 15. September einzuplanen und dann eine Woche zu jagen. Oft passiert es, dass der Jäger bereits am ersten Jagdmorgen seinen gewünschten Hirsch zur Strecke bringt und früher abreisen kann. Es passiert selten, dass ein Gast ohne Hirsch nach Hause fährt. Ein großer Bulgarien-Anbieter, der das Land seit 30 Jahren im Programm hat, weiß in allen diesen Jahren von nur drei oder vier Jägern, die aus Bulgarien als Schneider nach Hause gefahren sind.
Da die allgemeinen Lebenskosten in Bulgarien in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind (ein Liter Benzin kostet dort fast 1,30 Mark) und das westeuropäische Niveau bei deutlich niedrigeren Gehältern erreicht haben, sind auch die Jagdaufenthaltskosten gestiegen und liegen bei etwa 2500 Mark pro Woche.
Gute Hirschgebiete befinden sich vorwiegend im Norden und Süden des Landes, aber auch in Zentralbulgarien. Zu beachten ist, dass Hirschreviere in bulgarischen Mittelgebirgen zwar landschaftlich sehr schön und reizvoll, hier aber keine starken Hirsche zu erwarten sind (das maximale Geweihgewicht liegt hier zwischen sieben und acht Kilogramm).
Sehr zu empfehlen wären auch einige der Topreviere in einer Höhe zwischen 200 und 400 Metern über Meereshöhe in Zentralbulgarien, 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Sofia, die leicht auch mit dem Auto (ein Inlandflug ist gar nicht nötig) zu erreichen sind.
Isubra-Hirsch
Große Jagderfolge wurden in den vergangenen Jahren auf Maraljagden im zentralasiatischen Kasachstan erzielt. Hirsche mit Geweihgewichten zwischen zwölf und 18 Kilogramm kamen zur Strecke. Das sind zwar herrliche Abenteuerjagden im Hochgebirge, kosten aber auch 7 000 bis 8 000 Dollar, was beim heutigen hohen Dollarkurs für europäische Jäger eine ganze Menge Geld ist.
Es gibt aber im Herzen Sibiriens, in seinem schönsten Teil zwischen Transbaikalien und dem Amur Gebiet im russischen Fernen Osten, einen ähnlichen Hirsch, den Isubra. Er sieht genauso aus wie der Maral, hat sogar die gleiche Geweihform (ein steil stehendes Leitergeweih mit sechs Enden und starker Wolfssprosse), nur ist er im Wildbret und von der Trophäe (fünf bis acht Kilogramm Geweihgewicht) her schwächer. Dafür kosten Jagd und Abschuß (zusammen nur 3 000 Dollar für ein zwölftägiges Programm ab/bis Irkutsk) weniger als die Hälfte der Maraljagd.
Ähnlich verhält es sich in den USA mit dem Wapiti, der die amerikanische Variante des asiatischen Marals ist. Für einen starken Wapitihirsch (über 380 SCI-Punkte) zahlt der amerikanische Jäger zwischen 12 000 und 25 000 Dollar (!), für einen schwachen nur 4 000 bis 6 000 Dollar. Er kann ihn aber in der Brunft nicht einmal mit der Büchse bejagen (sondern nur mit Pfeil und Bogen oder mit einem Vorderladergewehr).
Anders gestaltet sich die Jagd auf den ostsibirischen Isubra-Hirsch hinter dem Baikalsee. Dort darf der Jäger mit der Büchse auf ihn auch in der Brunft jagen, benutzt den Hirschruf, jagt in absoluter Bergwildnis, wo er im gleichen Gebiet jederzeit zusätzlich auch Sibirischen Rehbock, Moschustier, Bär, Wolf, Luchs oder Steinauerhahn erlegen kann.
Außerdem darf er zum Aufpreis von nur 1 300 Dollar einen zweiten Isubra-Hirsch erlegen, sogar einen dritten (in den USA bekommt der Jäger in der Regel nur eine einzige Wapitilizenz pro Jahr). Die Jagd auf den Brunft-Isubra Ende September ist eine spannende Rufjagd, nicht weniger interessant als die Rufjagd auf den brunftigen Rothirsch, nur in der überwältigenden Naturkulisse der südsibirischen Berge: eine Jagd, die jedem Hirschjäger zu empfehlen ist, und die er wegen ihrer Einzigartigkeit nie vergessen wird.
Damhirsch
Es ist nicht einfach, eine Jagd auf wirklich starke Damhirsche (mit Schaufelgewicht über fünf Kilogramm) in freier Wildbahn zu finden. Die Tschechische Republik ist zwar für ihre guten Schaufler bekannt, sie kommen aber zusammen mit Muffelwiddern meistens in Wildgattern vor.
Anders in Ungarn, wo es heute wieder mehrere Reviere gibt, die Damhirsche von ausgezeichneter Trophäenqualität haben. So wurden im Osten Ungarns (Debrecen) in den letzten Jahren auch Schaufler mit Geweihgewichten von 5,4 und 5,5 Kilogramm zur Strecke gebracht. Es wurde uns versichert, dass in Debrecen auch Schaufelgewichte bis 6,5 Kilogramm möglich sein sollen.
Nicht weit von Debrecen, in Richtung Süden auf der rumänischen Seite, gibt es auch eine hervorragende Damwildpopulation. Sie ist zahlenmäßig sehr hoch, so dass der Jäger bei der Pirsch zu Fuß oder mit dem Pferdefuhrwerk immer viel Anblick hat und sich seinen Platzhirsch aussuchen kann. Nicht selten kann er, vor allem in der Brunft im Oktober, Rudel von bis zu 100 Stücken ausmachen.
Starke Keiler
Früher galt in erster Linie ein Keiler mit langen Waffen als stark. Heute aber gibt es viele Jäger, die lieber einen Keiler mit hohem Körpergewicht (also 200 bis 300 Kilogramm) als stark bezeichnen. Ein so schwerer Keiler sieht vor allem im Winter gigantisch aus, so mächtig wie ein Bär. Ihn in einer winterlichen Landschaft zu erleben, zu jagen und zu strecken, ist schon ein besonderes Erlebnis.
Wer gezielt auf im Wildbret starke Keiler jagen will, für den würde sich eine winterliche Jagd (November bis Januar) in Weißrußland oder in der Ukraine anbieten. Wenn man hier ein gutes Revier zugeteilt bekommt, können leicht auch mehrere starke Keiler (Fußpirsch oder Pirschfahrt mit Jeep oder Pferdeschlitten) auf der Strecke liegen. Sie haben in der Regel keine so starken Waffen (16 bis 18 Zentimeter, stärkere 20 bis 22). Deshalb kosten sie auch nicht so viel.
Wenn aber für einen Saujäger die Waffenlänge entscheidend ist, kommen zur Zeit vor allem Rumänien oder die Türkei in Frage. Vor allem die Türkei ist wegen ihrer günstigen Preise (Jagdkosten pro Woche um 1 200 Dollar, Keilerabschuß pauschal für Waffenlänge über 16 Zentimeter nur 700 Dollar) sehr interessant.
Die durchschnittliche Waffenlänge der Keiler aus den türkischen Revieren liegt bei 20 Zentimeter. Die Regel sind aber eher stärkere Bassen, also über 20 Zentimeter, maximal sogar bis 26. Hier ist sowohl eine Winter- wie eine Sommerjagd (Pirsch oder Ansitz) möglich; zwei gute Keiler bei fünf Jagdtagen sind nicht unrealistisch.
Drückjagden
Gatter oder Nicht-Gatter? – das ist die Frage. Viele Jäger möchten gerne in freier Wildbahn wie im Gatter jagen, was unmöglich ist. Auch bei bester Jagdorganisation und gutem Schwarzwildbestand kann eine Drückjagd in freier Wildbahn leicht schief gehen, wenn die Sauen gar nicht im Treiben sind, sich vorzeitig davon gemacht haben oder die Schützen schlecht schießen.
Im hügeligen Gelände (wie in Ostrumänien) ist es für viele Jäger sehr schwer, lange zu den Ständen zu laufen, wo sie in schwerer Winterkleidung nicht selten auch steil auf- und absteigen müssen. Alternativen dazu bieten Jagdgatter, die mit ihren Größen (ab 400 Hektar) einem normalen Jagdrevier ähneln.
Sonst muß der Jäger in Kauf nehmen, in freier Wildbahn nur zwei Sauen pro Tag zu sehen, die er vielleicht noch vorbeischießt, weil seine Schußleistung im Normalfall einiges zu wünschen übrig läßt. Sauen im Gatter sind genauso schnell wie die in freier Wildbahn, sogar gewiefter im Treiben, weil sie das Spielchen kennen: Sie ziehen gemütlich bis zur Schneise, wo sie Gefahr vermuten und überfallen die dann pfeilschnell.
Ungarn hat zwar kaum starke Keiler, dafür kann es hervorragend organisierte Drückjagden mit großen Tagesstrecken vorweisen. In der freien Natur können zehn Schützen acht bis 15 Stück Schwarzwild auf einer Drückjagd erlegen, in einem Jagdgatter auch 30 Stück… und mehr. Mit entsprechenden Preisen natürlich.
Auch in der nördlichen jugoslawischen Provinz Wojwodina werden sehr gute Drückjagden angeboten. Zehn Jäger können hier pro Tag zehn bis 15 Stück Schwarzwild in freier Wildbahn erlegen, in einem eingegatterten Revier 15 bis 20 Stück täglich. Zwei Tage Drückjagd in offenen Revieren kosten in der Wojwodina 2 300 Mark pro Schütze (alles inklusive, von Unterkunft und Verpflegung bis zu allen Abschüssen), im Jagdgatter kostet das 500 Mark mehr.
Auch in Polen gibt es gut organisierte Drückjagden, nur ist die Strecke dort eher gemischt, weil der Schwarzwildbestand nicht sehr hoch ist.
Eine günstige Alternative bieten dem Saujäger Weißrußland und Litauen, nur: Man kann dort weder eine perfekte Jagdorganisation noch eine große Tagesstrecke erwarten. Weißrußland und Litauen sind aber nur Gruppen zu empfehlen, in denen Schützen hervorragend schießen. Sonst sind die Aussichten auf eine gute Tagesstrecke eher bescheiden.
Im Süden und Westen Rumäniens gibt es immer noch sehr gute Drückjagden mit hervorragenden Tagesstrecken, worüber wir in einem der nächsten Hefte berichten werden.
Iran
Die wechselvolle Geschichte Irans im 20. Jahrhundert ist nicht ohne Folgen für den dortigen Jagdtourismus geblieben. Die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts (bis zur Rückkehr des Ayatollah Khomeini 1979 aus dem französischen Exil) gelten bis heute als das goldene Zeitalter der internationalen Jagd im Iran, wovon heute mehrere Jagderinnerungsbücher ein wertvolles Zeugnis geben. Niemand glaubte, dass internationale Auslandsjäger bald die Chance bekommen würden, wieder frei im Iran zu jagen.
Es ist daher eine jagdliche Sensation, dass wir seit zwei Jahren im Iran wieder auf viele großartige Wildarten jagen dürfen.
Aus politischen Gründen bekommt das ganze Land Iran im Westen und den USA fast ausnahmslos eine schlechte Presse, weshalb viele Jäger einer Jagd in Persien immer noch sehr reserviert gegenüberstehen. Das muß aber nicht so sein.
Iran ist ein riesiges Land, das sich über mehrere Klima- und Vegetationszonen erstreckt. Daher kommt seine landschaftliche Vielfalt, die so unterschiedliche Landschaftstypen von der Wüste in Zentraliran über bewaldete Gebirgshänge am Kaspischen Meer bis zur Golfküste im Süden umfaßt.
Iran ist in erster Linie ein großartiges Land für Bergjagden, und zwar sowohl auf Wildschafe wie auf Steinböcke. Alle bisherigen Rekordtrophäen des Bezoarsteinbocks (die um 55 Inch, also 140 Zentimeter liegen) kommen aus dem Iran und wurden von denen aus der Türkei und Turkmenistan nicht übertroffen. In der Regel werden für alle Jagden im Iran Basiskosten (die je nach Dauer zwischen 4 500 und 6 000 Dollar liegen) in Rechnung gestellt, dazu kommen zusätzlich die Abschußgebühren. Für den Bezoar beträgt der Abschuß je nach Hornlänge 2 500 bis 4 900 Dollar.
In keinem anderen Land der Welt kann man auf so verschiedene urial- beziehungsweise mufflonartige (je nachdem, ob man Uriale und Mufflons für eine einzige oder zwei verschiede Arten hält) Wildschafe jagen wie im Iran. So sind im Augenblick die Jagden auf den Transkaspischen Urial (Abschußgebühr, abhängig von der Hornlänge, zwischen 1 400 und 6 000 Dollar), Rotschaf (Trophäengebühr je nach Stärke 1 400 bis 5 500 Dollar), sowie auf Armenisches Schaf, Esfahan- und Laristan-Mufflon (die Abschußgebühr für die drei letzteren Schafe ist gleich und beträgt je nach Schneckenlänge 1300 bis 4400 Dollar) möglich.
Der iranische Keiler gilt als der stärkste der Welt („the largest wild boars in the world“, wie Bert Klineburger ausdrücklich sagt), für den es auch spezielle Jagden gibt. Für eine fünftägige Keilerjagd liegen die Jagdkosten bei rund 2 500 Dollar, dazu kommt noch die Abschußtaxe: je nach Waffenlänge zwischen 550 und 1 900 Dollar, wobei auch Trophäenstärken bis zu 30 Zentimeter zu erwarten sind.
Das erweiterte Iran-Programm umfaßt auch die Jagden auf Kropfgazelle, Rot- und Damhirsch, Rehbock, Bär und Federwild. Für jeden bietet das Land viel Abwechslung und Abenteuer pur.
Der südafrikanische Jäger Dieter Ochsenbein hat bereits 1998 im Iran auf Bezoar gejagt und gibt folgende Tips weiter:
Von Mitte Dezember bis Mitte Januar ist Ramadan, und mit Essen und Trinken sieht es zu dieser Zeit nicht besonders gut aus. Man muß sehr fit und schwindelfrei sein. Es führen keine Straßen in die Berge, es geht alles per pedes. Die Führer verstehen von Tropäen nicht allzuviel. Man muß selber wissen, was man schießen will. Am besten ist, wenn man dem Führer zu verstehen gibt, dass der Bezoar mindestens 10 Jahre alt sein muß. Sie kennen sich mit dem Alter besser aus als mit der Hornlänge.
Das Essen ist ungewohnt und der Energieverschleiß hoch. Ein paar Energieriegel wirken Wunder.
Die Jagd während der Brunft ist sehr schwierig. Die dominanten Böcke sind von 30 bis 50 Geißen umgeben, und ein Anpirschen ist meistens erfolglos. Die beste Zeit ist kurz vor der Brunft, also spät im November. Es gibt keine Charterflugzeuge, und die Anfahrtswege sind sehr lang. Jedoch sind die Fahrzeuge in einem guten Zustand.
Keinen Alkohol mitnehmen; man wird in Teheran kontrolliert. Es gibt in den internationalen Hotels keinen Alkohol zu kaufen.
Die größeren Orte haben alle Armeeflugplätze: Sicherstellen, dass ein Helikopter für einen eventuellen Notfall herbeigerufen werden kann (Flugkosten rund 300 US-Dollar pro Stunde).
China
Zusammen mit dem Iran gehört China heute zu den Top-Zielen der Auslandsjäger. Die beiden Länder sind leider im deutschsprachigen Raum nicht so populär wie in den USA und anderswo. Das wird sich in Zukunft sicherlich ändern, und wir vermuten, dass es auch in Westeuropa jedes Jahr mehr Jäger geben wird, die in den Iran und nach China zur Jagd reisen.
Um die Jagdorganisation in China kümmert sich heute China International Forest Travel, eine große zentrale Organisation, die Weltklassejagden organisiert und sich außerdem auch um den Jagd- und Artenschutz kümmert. Zum Einstieg in die Chinajagden empfehlen sich die Jagden auf das Chinesische Blauschaf (Gesamtkosten liegen je nach Gruppengröße zwischen 5 900 und 7 900 Dollar) am besten.
Kein anderes asiatisches Land hat so viele Argali-Unterarten wie China, und auf fast alle neun Riesenschafunterarten sind heute Jagden möglich. Besondes interessant und typisch für China sind Riesenschafe wie Tienschan-Argali, Sair-Argali, Dschungarischer Argali und Gansu-Argali. Das sind sehr aufwendige, ausgezeichnet organisierte Jagdexpeditionen, die je nach Schafart zwischen 20 000 und 26 000 Dollar kosten.
Auch der Sibirische Steinbock ist in vielen Gegenden Chinas frei, nur ist er mit Gesamtkosten um 6 000 bis 7 500 Dollar deutlich teuerer als in Zentralasien oder in der Mongolei.
Neu im Programm sind sogenannte „Forest Hunts“ auf mehrere verschiedene Wildarten wie Sambar- und Schopfhirsch, Muntjak und Schwarzwild. Die Jagdkosten liegen bei 3 850 Dollar, dazu kommen die Abschußgebühren: je nach Wildart zwischen 400 und 2 700 Dollar.
Jedes Jahr gibt es auch ganz wenige Lizenzen auf beide anerkannte Takin-Unterarten: den Sichuan-Takin und den Gold- oder Shaanxi-Takin. Diese Jagden liegen mit 22 700 bis 25 000 Dollar in der Preisklasse der Argalijagden und sind daher eher für Sammler oder Jagdmuseumsbesitzer von Interesse.
Mehrere asiatische Gazellen (wie Tibetgazelle, Przewalski- und Mongolische Gazelle) sind meistens als Zusatztrophäen (zum Preis von 1 200 Dollar) bejagbar.
Viel interessanter für europäische Jäger sind sicher Hirschjagden auf so begehrte Arten wie Maral, Isubra, Gansu-Hirsch (Abschußtaxe 3 500 Dollar) und Weißlippenhirsch (Gesamtkosten 14 000 Dollar oder nur der Abschuß 10 800 Dollar).
Seit Marco Polos Zeiten übt China eine große Faszination auf die Menschen in Westeuropa aus und ist bis heute für sie ein unbekanntes Land geblieben. Mit seiner enormen Ausdehnung, vielen unterschiedlichen Landschaften, großer Wildartenvielfalt und einmaligen Sehenswürdigkeiten ist China heute für reisende Jäger sicherlich eines der faszinierendsten Ziele der Erde.
Nepal
Über die großartigen Jagden in Zentralasien (vor allem in Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan) oder der Mongolei haben wir bereits öfter berichtet, weshalb wir zum Schluß lieber eine andere, neue und ganz besondere Jagd im fernen Nepal vorstellen möchten.
Wenn das stimmt, was die meisten Auslandsjäger sagen, dann ist für sie ein besonderes Jagderlebnis mehr wert als eine gute Trophäe. Wenn dem so ist, kann ihnen eine erlebnisreiche Dschungeljagd in Nepal ganz besonders empfohlen werden.
Während früher hunderte von Treibern, Trommlern und Hornbläsern den Tiger vor die Reitelefanten der erlauchten Gesellschaft drückten, sind es heute ganz normale Jagdgäste, die in den Howdahs (den Elefantensitzen) sitzen und von dort aus jagen. Es ist eine der exotischsten Jagden, die angeboten werden.
Der Tiger ist zwar heute geschützt, dafür wird mit gleicher Jagdmethode vom Reitelefanten aus auf so interessante Wildarten wie Axishirsch, Muntjak (der hier stärker ist als der englische) und Schwarzwild gejagt. Die Jagdkosten betragen je nach Gruppengröße 5 200 bis 5 700 Dollar, dazu kommt noch die Abschußtaxe von 1 500 Dollar (für einen Axishirsch, einen Muntjak und zwei Stück Schwarzwild).
Wem das zu exotisch ist, kann in Nepal zum Preis von 7 300 Dollar auf Blauschaf (Lizenzkosten 1 500 Dollar) und Tahr (850 Dollar) jagen. Auch das ist mehr Expedition als Jagd, sehr gut organisiert und mit Hoffnung auf die Trophäen der absoluten Weltklasse (vor allem beim Blauschaf).

von Karlheinz Volkmar

Hansgeorg Arndt