Simbabwe: Drei Wilderer erschossen

1694

Im privaten Hegegebiet „Bubye Valley Conservancy“ haben sich am vergangenen Sonntag staatliche Wildhüter und Scouts der Conservancy einen Schusswechsel mit Nashornwilderern geliefert.

Dabei kamen drei Wilderer ums Leben. Eine Büchse im Kaliber .30-06 sowie Ausrüstungsgegenstände wurden sicher gestellt. Zwei der Opfer waren bereits bekannt. Sie hatten schon früher in Bubye gewildert. Mehrere Nashörner sind dort in letzter Zeit Opfer der Wilderei geworden.

Die Zahl der in diesem Jahr bei Schießereien mit den Gesetzeshütern zu Tode gekommenen Wilderern ist in der Conservancy damit auf sechs gestiegen.

Gewildertes Nashorn (Symbolbild: Archiv Baldus)

Ein Wilderer bleibt gelähmt, einer konnte verhaftet werden. Vier Waffen wurden beschlagnahmt. Ein Fahrzeug musste abgeschrieben werden, da es bei der Verfolgung von Wilderern bei hoher Geschwindigkeit verunfallte.

Bubye (3.740 qkm) hat die höchste Konzentration von Nashörnern in Simbabwe. Das Hegegebiet war einst eine bekannte Rinderfarm. Sie war Anfang des letzten Jahrhunderts gegründet worden und gehörte der Firma Liebig, die die Armeen der Alliierten im zweiten Weltkrieg mit Suppenwürfeln belieferte. Bis in die späten 1980er Jahre schossen angestellte Berufsjäger Wildtiere ab, da sie als schädlich galten. Raubtiere wie Löwen schlugen Rinder. Huftiere wie Büffel und Antilopen waren Konkurrenten um knappes Gras und Wasser. Die Rinderzucht führte nicht nur zu Überweidung und Erosion, sondern war wegen regelmäßiger Dürren auch nicht sehr profitabel. Deshalb entwickelte sich in Simbabwe eine Wildtierwirtschaft.

Auch die Liebig-Farm (später UNILEVER) wurde deshalb von Investoren übernommen und zur Wildfarm umgestaltet. Heute gibt es dort 35 verschiedene große Wildtierarten, einschließlich der „Big Five“. Die Löwenpopulation ist die größte in Simbabwe. Der Bestand an schwarzen Nashörnern ist der viertgrößte in Afrika. Auch Elefanten sind häufig. Bubye hat ein effektives Überwachungssystem, das erhebliche finanzielle Mittel verschlingt. Die wichtigste eigene Einnahmequelle ist die nachhaltige Jagd, bei der nur wenige Einzeltiere entnommen werden.

Das Beispiel Bubye zeigt, dass die weltweiten Aktionen gegen die Jagd in solchen Hegegebieten, wie im Falle des sogenannten Löwen „Cecil“, für die Erhaltung von Wildtieren geradezu kontraproduktiv sind. Auch „Cecil“ wäre nie geboren worden, wenn sich dort die Besitzer des Landes nicht entschlossen hätten, von Tierzucht auf Wildhege und Jagd umzusteigen. Die Anti-Jagd-Aktivisten zerstören die Grundlagen des Wildschutzes in Afrika. Es wird Zeit, dass Parteien und Politiker in den Industrieländern dies zur Kenntnis nehmen.

rdb