Südafrika: Elefantenrettung endet im Desaster

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Vier Elefantenbullen hinterließen in der südafrikanischen Provinz Limpopo eine Spur der Verwüstung. Sie beschädigten vor allem Zäune und Farmgerät.

Aufgrund der öffentlichen Beschwerden entschlossen sich die Behörden schließlich, die Tiere abzuschießen. Eine entsprechende Genehmigung wurde ausgestellt. Das Wildbret wäre vor Ort der Bevölkerung zugute gekommen.

Tierfreunde alarmierten dann die Tierschutzorganisation „Elefanten, Nashörner und Menschen“, die sich bereit erklärte, stattdessen die Elefanten einzufangen und umzusiedeln. Es gibt allerdings in Südafrika bereits eine Überpopulation an Elefanten. Freie Gebiete, in die man Elefanten sinnvoll umsiedeln könnte, fehlen.

In besiedelten Gebieten können Elefanten zum Problem werden. (Foto: Rolf D. Baldus)

Das Verbringen erwachsener Bullen in eine bestehende Population kann außerdem große Verhaltensprobleme und Konflikte mit vorhanden Bullen mit sich bringen. Die vier Problemtiere sollten in das private Balule Naturreservat gebracht werden, das eine offene Grenze mit dem Krüger Nationalpark hat. Der Elefantenbestand im Kügerpark liegt allerdings um ein mehrfaches über der Tragfähigkeit des Ökosystems. Die Kosten der Rettungsaktion waren auf 20.000 Euro berechnet.

Die Behörden setzten der Nichtregierungsorganisation eine Frist, innerhalb der sie die Elefanten zu fangen hatte. Danach hätte sie für weitere Schäden aufkommen und die Verantwortung für evtl. Todesfälle tragen müssen. Da ein vorhandener Container für die großen Bullen nicht ausreichte, wurden die Tiere von den Tierrettern nach der Betäubung auf offenen Tiefladern transportiert. Die Temperatur lag bei 40 Grad C..

Ein Elefant verendete während der Fahrt, ein weiterer direkt nach der Ankunft. Die beiden letzten Elefanten starben, als ihnen die Spritze zum Aufwachen aus der Betäubung injiziert wurde. „Ich bin am Boden zerstört“, wurde eine Verantwortliche der versuchten Tierrettung zitiert. Ansonsten machten die Helfer die Behörden für das Desaster verantwortlich. Wie hunderte ähnliche Organisationen wirbt auch „Elefanten, Nashörner und Menschen“ auf ihrer Website um Spenden, damit sie Elefanten retten kann. Einen Bericht über den letzten Rettungsversuch sucht man dort vergebens.

rdb