Tansania: Neue Führung der Jagdbehörde

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Mit dem Austausch der gesamten Spitze der Jagd- und Wildschutzbehörde Tansanias hat die jahrelange Auseinandersetzung über eine Reform des Jagdwesens und der Machtkampf um die Pfründe im lukrativen Jagdgeschäft eine Wende genommen. Der Staatspräsident Tansanias, Kikwete, ernannte Erasmus Tarimo zum neuen „Director of Wildlife“.

Hansgeorg Arndt

Tarimo ist selbst ein langjähriger Beamter der Behörde. Nach einem Studium der Wildbiologie in Kanada begann er seine Laufbahn in verschiedenen Wildreservaten des Landes und war schließlich Leiter des Selous-Reservats von 1985 bis 1986. In dieser Zeit trug er entscheidenden Anteil an der Vereinbarung eines Hilfsprojekts der deutschen Bundesregierung, das zur Rehabilitierung des Selous-Wildreservats führte. Danach hatte er verschiedene leitende Funktionen in der „Wildlife Division“ in Dar es Salaam inne.
 
Auch die anderen neu ernannten Spitzenbeamten kommen aus der Behörde selbst. Einige waren in der Vergangenheit sogar Vertraute des gefeuerten Direktors. Beobachter vor Ort sind deshalb zurückhaltend in der Erwartung von grundlegenden Verbesserungen.
 
Der abgesetzte Direktor, Emmanuel Severre, war bereits im Februar 2006 vom zuständigen Minister entlassen worden, hatte sich damals aber in seinem Büro eingeschlossen und geweigert, seinen Posten zu räumen. Mit hoher politischer Protektion und aktiver Unterstützung des Vorsitzenden des Verbands der Jagdfirmen TAHOA hatte er dann erreicht, im Amt zu bleiben. Nunmehr wurde er an die Wildhüterschule in Mweka am Fuße des Kilimand-scharo versetzt. Ihm war in den vergangenen Jahren die Hauptverantwortung für Missmanagement beim Wildschutz und der Jagdverwaltung gegeben worden. Auch die Wilderei hat im ganzen Land wieder dramatisch zugenommen.
 
Erst im vergangenen Juli hatte Tansania negative Schlagzeilen gemacht, als Severre zu Beginn der Jagdsaison die Gebühren mit sofortiger Wirkung bis zum Fünffachen erhöht hatte. Dies führte zu ziemlichem Chaos, da alle Jagdfirmen zu dem Zeitpunkt ausgebucht waren und die Kunden bereits zu den alten Preisen bezahlt hatten. Es kam zu vielen Stornierungen, und Tansania erlebte ein schlechtes Jagdjahr mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen.
 
TAHOA hat inzwischen in Verhandlungen eine erhebliche Kürzung der Blockgebühren erreicht, die von den Jagdfirmen selbst gezahlt werden. Auch die Abschussgebühren wurden wieder etwas zurückgenommen. Die genaue Höhe der Jagdgebühren für die Saison 2008 lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Es zeichnet sich aber ab, dass Jäger tief in die Taschen greifen müssen. Ein Beispiel:Büffeljagd (8 Jagdtage) 2:1 am Kilombero, Grundkosten 13.000 US-Dollar, 1. Büffel 2.200, 2. Büffel 2.300, Puku 1.200 US-Dollar.
 
 
 
-B.-
Hansgeorg Arndt