Tansania: Versteigerung von Jagdblocks

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In Tansania wurden erstmalig Jagdblocks versteigert und nicht wie bisher freihändig vergeben. Damit wollte man Korruption verhindern und höhere Preise erzielen.

Doch die Versteigerung stellte sich als ziemliches Desaster heraus. Bei der ersten Auktion wurden 26 Jagdblocks angeboten. Davon fanden nur die Blocks LU8, LU7, LL2 und MB1 im Selous sowie Kilwa Open außerhalb einen Abnehmer. Die jährlichen Pachtpreise im Selous lagen zwischen 100.000 und 175.000 US-Dollar.

Dies wären erhebliche Preissteigerungen im Vergleich zu den bisherigen Pachtpreisen gewesen. Doch wie man hört, waren die beiden erfolgreichen Bieter davon ausgegangen, dass der gebotene Preis für die ganze Pachtdauer von fünf Jahren zu zahlen sei und nicht nur für ein Jahr. Insofern kann man derzeit noch nicht sagen, ob es tatsächlich zu einer Verpachtung kommt.

Jagd- und Tourismusblocks im Selous Wildreservat (Grafik: Mike Shand/Archiv Baldus)

Entscheidend für Interessenten ist die Jagdquote pro Block. Doch die frei gegebenen Abschüsse waren nicht bekannt, so dass man faktisch die Katze im Sack kaufen musste. Auch die pauschale Summe von 5.000 US-Dollar, die vorab als verlorene Gebühr pro Jagdblock, auf den man bieten wollte, zu zahlen war, schreckte viele Interessenten ab. Andere waren Höchstbietende, erhielten dennoch den Block nicht, da intern Mindestpreise festgelegt worden waren. Dies war den Bietern nicht bekannt, so dass manche unlautere Machenschaften vermuteten und nicht weiter boten.

Offensichtlich muss die tansanische Wildschutzbehörde TAWA vor der nächsten Auktion ihr Verfahren wesentlich verbessern.

rdb