Zoo Nürnberg: Soll Löwe „Subalis“ sterben?

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Seit vielen Jahren wartet man im Tierpark Nürnberg auf Nachwuchs im Löwengehege. Aber vergeblich, Löwenmännchen „Subalis“ ist als Liebhaber ein Versager.

Dringend müsste ein junges Männchen her, das als Casanova besser geeignet ist und die Löwinnen beglückt. Aber was macht man dann mit dem Löwen, der in Rente geschickt wird? Mit einem neuen Männchen kann man ihn nicht zusammen im Gehege lassen. Das gäbe Mord und Totschlag. Und auch andere Zoos suchen keinen Löwenopa. Soll man jetzt „Subalis“ töten, um Platz für einen Nachfolger zu schaffen?

Diese hypothetische Frage des Zoodirektors Dag Encke in einem langen Gespräch mit den Nürnberger Nachrichten über Artenschutz führte zu aufgeregten Pressemeldungen und einer Flut von Zuschriften an den Zoo einschließlich der heutzutage üblichen Anschuldigungen. Der Tiergarten Nürnberg sah sich genötigt, auf seiner Website die Zusammenhänge zu erläutern.

Der Löwe Subalis (Screenshot der Website des Tiergartens Nürnberg)

Bei den Löwen handelt es sich um die bedrohte asiatische Unterart. Die Zucht ist deshalb wichtig, um die Art zu erhalten, und ist Teil eines weltweiten Programms zoologischer Gärten. Zwar ist derzeit überhaupt nicht daran gedacht, den Löwen zu töten, Direktor Encke betonte aber, dass er keinen qualitativen Unterschied zwischen dem Leben eines Schweines und eines Löwen sehe. Auch verstehe er nicht, warum über Löwen anders diskutiert werde als über Nutztiere.

Die Diskussion um den Löwen „Subalis“ erinnert an die Kampagne zu dem in Simbabwe von einem Amerikaner erlegten Löwen „Cecil“. Wenn es um Löwen geht, dann scheint in den Medien wie in der Öffentlichkeit rationale Diskussion emotionaler Aufgeregtheit zu weichen. Mit 14 Jahren ist „Subalis“ im Übrigen ziemlich genauso alt wie „Cecil“. Auch dieser spielte für den Erhalt des Löwengeschlechts keine Rolle mehr und war längst von jüngeren Männchen verdrängt worden. Der Tiergarten Nürnberg vermutet, dass sein Löwe „altersbedingt stirbt, bevor die Entscheidung, ihn aktiv zu töten, getroffen wird.“

rdb

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