Aus dem Custom Shop

1444
ANZEIGE


African Big Game
Die African Big Game baisert auf dem 700 Modell von 1962
 
Die Büchse wurde aus hochwertigen Materialien gefertigt und die Verarbeitung penibel ausgeführt. Das Finish ist erstklassig. Der Repetierer Modell 700 ABG basiert auf dem 700er System aus dem Jahre 1962: allerdings ausgestattet mit einem drei Patronen fassenden Steckmagazin und in der nötigen Länge für die große Magnumpatrone .375 Remington Ultra Magnum (UM).
 
Das Remington System 700 gilt immer noch als eines der präzisesten Systeme. Es ist Basis für viele hochpräzise Sport- und Jagdwaffen. Es ist stark dimensioniert, sehr sorgfältig und maßhaltig gefertigt. Ferner soll die runde Bettungsfläche von Vorteil für die Präzision sein. Der Flintenabzug in einem starken Gehäuse ist in Vorzug, Triggerstopp und Widerstand justierbar. Er kam perfekt eingestellt und übertraf bei weitem Abzüge an Serienwaffen. Der Abzug brach trocken wie Glas. Man meint, viel weniger als den gemessenen Widerstand von 1100 Gramm aufwenden zu müssen.
 
Die Kammer verriegelt mit zwei kräftigen Warzen im Hülsenkopf. Sie ist mit einem Sonnenschliff versehen.
Einfacher Auszieher
Im Kammerbund sitzt der unscheinbare Auszieher aus hochwertigem Federstahl und im Stoßboden der federbelastete Auswerferstift. Sicherlich kann man sagen, dass der Auszieher nicht die Zuverlässigkeit eines langen Ausziehers á la Mauser 98 garantiert.
 
Der Remington-Auszieher im Kammerkopfbund kann ähnlich wie der Mauser-Auszieher auch nicht ausweichen. Ich habe mit Remingtonwaffen auf vier Kontinenten gejagt und niemals ein Problem gehabt. Mit der Testwaffe habe ich Handladungen erprobt, die über dem zulässigen Maximalgasdruck lagen und die Leistung der .378 Weatherby Magnum überschritten. Festsitzende Hülsen konnten aber mit großem Kraftaufwand ausgezogen werden.
 
Sicherlich ist der Auszieher theoretisch ein Manko, allerdings hatte ich damit praktisch noch nie Probleme. Probleme hatte ich dagegen mit kleinen gefederten Ausziehern am Kammerkopfrand anderer Fabrikate. Das Schlösschen ist ummantelt und schützt gut vor dem Eindringen von Schmutz oder Feuchtigkeit. Daran befindet sich ein „Schloss“, mit dem die Waffe abgesperrt werden kann. Ich benutze es nie, so kann ich auch niemals das Aufsperren vergessen.
 
Die seitliche Zweistellungssicherung ist nicht „das Gelbe vom Ei“. Sie kann bei sorgfältiger Handhabung geräuschlos bedient werden und wirkt auf die Abzugsstange. Allerdings wird die Kammer nicht blockiert. Man kann so zwar gesichert entladen, hat aber eben auch keine Sicherheit vor unbeabsichtigtem Öffnen der Kammer. Das ist sicherlich ein Schwachpunkt. In der Praxis hatte ich aber auch damit weder bei Gebirgsjagden noch in Afrikas Dornbuschsavanne, noch im heimischen Revier Probleme.
 
Die Kammer wird in der Hülse in Verschlussbahnen sehr gut geführt. Dank Handpolitur gleitet sie perfekt. Schnelles Repetieren ist ein Kinderspiel. Der Kammerstängel, mit abgeflachter Kugel mit Fischhaut, steht gerade noch weit genug vom Schaft ab. Er ist sehr gut greifbar. Der große Abzugsbügel und der Magazinkasteneinsatz bestehen aus geschwärztem Aluminium. Das herausnehmbare Steckmagazin ist aus Stahlblech mit griffigem Aluminiumboden. Das Magazin ist weit im Schaft versenkt. Es steht nur geringfügig über der Schaft-Unterseite heraus. Ein griffiger, gerillter Drücker liegt im Abzugsbügel.
 
Nach Entriegelung fällt das Magazin in die Hand. Die Verriegelung ist sehr stabil und zuverlässig. Hinsichtlich Zuverlässigkeit sehe ich keinerlei Nachteile gegenüber den üblichen Klappdeckeln an Kastenmagazinen. Steckmagazine mag man oder eben nicht. In der Handhabung sind sie bequem. Das Magazin nimmt die Patronen einreihig auf. Zugeführt wird ohne Verkanten in gerader Linie zum Patronenlager. Das gewährleistet eine sehr sichere Patronenzufuhr.
 
In den Hülsenkopf wurde ein 66 Zentimeter langer Jagdlauf eingeschraubt. Zwischen Hülse und Laufanfang wurde der Rückstoßstollen unauffällig und formschlüssig eingeklemmt. Übrigens sind Hülsenkopfende und Rückstoßstollenteil unter anderem für eine hohe Präzision mitentscheidend.
 
Bei Präzisionsbüchsen werden diese unter hohem Aufwand mit hochpräzisen Maschinen nachgearbeitet. Sind diese Flächen oder Teile nicht extrem maßhaltig, dann nützt auch ein Superlauf nichts. Sicherlich hat man im Custom Shop da Hand angelegt.
 
Die Kimme von ERA sitzt auf einem aufgelöteten Sattel. Es ist eine Stahlkimme in flacher, weiter Schmetterlingsform mit Rundausschnitt. Sie ist extrem robust. Sie kann im Schwalbenschwanz seitlich justiert werden. Eine Höhenkorrektur ist durch ein justierbares Kimmenblatt auf einer schiefen Ebene ebenfalls möglich. Vor einer Dejustierung schützen Sicherungsschrauben. Leider fehlt ein weißer Mittelstrich.
 
Das Korn ist auf einem Laufring befestigt. Es handelt sich um ein zwei Millimeter starkes, buntmetall-hinterlegtes Rundkorn. Ein abnehmbarer Kornschutz ergänzt die offene Visierung. Es handelt sich um ein Visier, mit dem man schnell und präzise Schießen kann. Es stellt einen guten Notbehelf dar. Für die Fabriklaborierung mit 300 Grains Swift-Geschossen (19,4 Gramm) war es perfekt eingeschossen.


Montiert ist ein Leupold Vari XII 1,5-5x20
Montiert ist ein Leupold Vari XII 1,5-5×20


Tabellen:
Technik auf einen Blick
Kasten:
Vorteile & Nachteile
Folgeseiten:
[-2-]
Fotos: Roland Zeitler

ANZEIGEAboangebot