Begehrte Spiralen: Bongo & Sitatunga

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Nur wenigen Jägern ist es gelungen, beide Wildarten zu erbeuten. Während eine erfolgreiche Jagd auf den Bongo in den Regenwäldern des zentralen Afrikas noch einigermaßen planbar scheint, ist das Erlegen einer Sitatunga eher zufällig.

Bongo
Über die Biologie des Bongo haben wegen der versteckten Lebensweise nur wenige Forscher, Jäger und Abenteurer berichtet. Und die meisten Beobachtungen wurden an den Salzlecken und Lichtungen im Regenwald gemacht.
Bongos sind die einzigen Vertreter der Antilopen des Regenwaldes, die in Trupps leben. Beide Geschlechter tragen Hörner. In den Verwandtschaftskreis gehören Eland, Großer und Kleiner Kudu, Buschbock, Sitatunga, Nyala und Berg-Nyala.

Über die Biologie des Bongo haben wegen der versteckten Lebensweise nur wenige Forscher, Jäger und Abenteurer berichtet. Und die meisten Beobachtungen wurden an den Salzlecken und Lichtungen im Regenwald gemacht.
Bongos sind die einzigen Vertreter der Antilopen des Regenwaldes, die in Trupps leben. Beide Geschlechter tragen Hörner. In den Verwandtschaftskreis gehören Eland, Großer und Kleiner Kudu, Buschbock, Sitatunga, Nyala und Berg-Nyala.
Dass man von der Lebensweise des Tragelaphus euryceros in der Wildnis noch so wenig weiß, liegt an seinem nicht gerade menschenfreundlichen Biotop. Deshalb ist er auch erst recht spät für die Wissenschaft entdeckt worden: 1861 durch den Gorillajäger Du Chaillu in Gabun, der ihn nach dem dortigen Dialekt Bongo benannte.
Die östliche Rasse wurde sogar erst 1902 im Mau Forest Kenias bekannt, nachdem die Rinderpest 1890 die bis auf 3.000 Meter Höhe am Mount Kenia und in den Aberdares lebenden Bestände fast ausgelöscht hatte. Wieweit sie das vor Ende der 70er Jahre verhängte Jagdverbot in Kenia überstanden haben, ist ungewiss.
Heute sieht man von den beiden Beobachtungszentren „Tree Tops“ und „The Ark“ im Aberdare-Nationalpark so gut wie keine Bongos mehr. Aber vor wenigen Wochen sind Bongos aus amerikanischen Zoos auf einer privaten Farm in den Aberdare-Bergen Kenias ausgesetzt worden, um diese zu vermehren und später auszuwildern.
Auch in dem weit ausgedehnten Vorkommen in Westafrika ist über den Bestand wenig bekannt, wenngleich gesicherte Populationen existieren sollen oder tatsächlich existieren (Zaire, Kongo-Brazzaville, Kamerun, Sudan, Gabun, Ghana, Liberia, Togo und Elfenbeinküste).
Die Schulterhöhe beträgt etwa 110 bis 130 Zentimeter, die Bullen sind stärker. Das Gewicht liegt bei Kühen zwischen 210 und 235 Kilogramm, die Bullen erreichen bis zu 400 Kilogramm (Lebendgewicht).
Wie bei vielen Wissenschaften gibt es auch in der Zoologie endlose Diskussionen zur Zuordnung einzelner Tiergattungen, so ist auch die Stellung des Bongo (Taurotragus euryceros, Tragelaphus euryceros auch Boocercus euryceros) umstritten. Einige ordnen ihn den Drehhorn-Antilopen (Tragelaphus) zu, andere den Eland-Antilopen (Taurotragus).
Während Trense in seinem Werk „Das Großwild der Welt“ die Art mit dem Gattungsnamen Tragelaphus belegt und keine Unterarten auflistet, sprechen andere Autoren von zwei Unterarten, dem Westlichen Bongo (T. e. eurycerus) und dem Östlichen oder Kenia-Bongo (T. e. isaaci).
Ob es bei den in unserer Zeit räumlich getrennten Vorkommen der Bongos in Kenia einerseits, sowie im zentralen und westlichen Afrika andererseits zoologische Unterschiede gibt, ist aber fraglich.
Die östliche Form (nach dem Namen eines britischen Distrikt-Kommissars, der sie zuerst beschrieben hat) und die westliche Form sollen sich in der Zahl der weißen Querstreifen auf dem Körper unterscheiden. Die in Kamerun gestreckten Bullen wiesen alle 12 weiße Querstreifen auf dem Rumpf auf.
Beim Bongo tragen auch die weiblichen Stücke dünne, oft engstehende Schläuche. Die Länge liegt bei einem ausgewachsenen Bullen zwischen 25 und 35 Inch (63 bis 87 Zentimeter). Rowland Ward unterscheidet zwischen dem Western Bongo (von Westafrika über die CAR bis hin zum Sudan) und dem Eastern Bongo (Verbreitungsgebiet nur Kenia). Zoologen halten diese Trennung aber für nicht gerechtfertigt.
Die Trophäen des „Eastern“ Bongo sollen stärker sein. Der Rekord im Rowland Ward liegt bei 39 1/2 Inch, gemessen ohne der Hornkrümmung zu folgen, und stammt aus dem Jahr 1913. Nach neuer Messmethode steht an erster Stelle ein „Eastern“ Bongo mit 34 5/8 Inch, und für den „Western“ Bongo ist 35 1/8 Inch eingetragen. Da zeigt sich, dass ein Unterschied nicht gerechtfertigt scheint.
In jedem Fall trägt der Bongo eine begehrenswerte Trophäe: dank seines unzugänglichen Lebensraumes, seiner lebhaften Färbung und den attraktiven dicken, gedrehten Schläuchen mit langen, spitzen, hellen Enden.

Färbung

Die Grundfarbe des eher schütteren Haars ist ein leuchtendes Kastanienrot, das im Alter dunkler wird. Auf dem Rücken verläuft ein schwarz-weißer Strich, die Flanken sind mit zwölf bis 14 feinen weißen Querstreifen versehen. Der Windfang ist dunkel mit einem breiten, weißen Streifen über seinem Rücken. Die großen, runden Lauscher sind schwarz und weiß gefleckt und haben feine, lange, schwarze Haarfransen. Die Läufe sind weiß und schwarz gescheckt, der Wedel ist lang und zeigt eine schwarze Quaste.
Bongos leben im gesamten Regenwaldgürtel von Liberia in Westafrika bis Kenia im Osten. Und vom Süden des Sudans über die Zentralafrikanische Republik bis in die Republik Kongo. Das Vorkommen im Osten ist inselartig.
Bongos äsen vor allem Blätter von Büschen und Schlingpflanzen und suchen Lichtungen auf, um begierig die dort wachsenden Gräser und Kräuter zu äsen. So findet man sie auch nach Beginn der Regenzeit an den Holzabfuhr-Trassen der Edelholzfäller im Regenwald.
Die Holzgesellschaften suchen selektiv einzelne, wertvolle Baumriesen, zu denen dann mit dem Bulldozer grobe Trassen geschoben werden, die meist nach Abtransport des wertvollen Tropenholzes nicht mehr benutzt werden. Diese Wege werden schnell von Sekundär-Vegetation überwachsen und ziehen als reiche Äsungsflächen die Antilopen an.
Safari-Unternehmen machen sich dies besonders in Südkamerun zunutze und fahren dann die Trassen ab, im Idealfall wird eine Fährte mit Hunden aufgenommen, im schlechtesten Fall direkt aus dem Fahrzeug geschossen. Die auf die Fährte angesetzten Hunde sind „Köter“ aus dem nächsten Pygmäenlager, also mit unseren abgerichteten Jagdhunden kaum zu vergleichen. Der Bongo stellt sich im Wald und ist durch die Hunde abgelenkt, so dass Berufsjäger und Jagdgast auf Schussdistanz herankommen können.
Die Einheimischen nutzen die Angewohnheit der Bongos, entlang der Senken von Wasserläufe zu ziehen und stellen auf den Wechseln unzählige Fußschlingen, denen viele Bongos zum Opfer fallen.
Derzeit kann man den Bongo lediglich in Kamerun, in der Zentralafrikanischer Republik und wechselnd in der Republik Kongo (Brazzaville) jagen, es besteht Hoffnung auf Öffnung der Jagd in Gabun, Zaire und Südsudan.

Jagd

Die Jagdzeit beginnt in Kamerun am 1. Dezember und endet am 31.April. Am besten sollte man im Süden Kameruns zu Ende der Regenzeit im Dezember oder zu Beginn der Regenzeit im März (früher Februar) jagen. Erstens kann man dann die Fährte besser halten und zweitens macht man bei der Pirsch weniger Lärm. Die auf dem Boden liegenden Blätter knirschen während der Trockenzeit wie Cornflakes.
In letzter Zeit wird auch in Mittelkamerun in der Region um Yoko (das verschlafene Städtchen war als Hauptstadt von Deutsch-Kamerun vorgesehen) die Bongojagd durch Berufsjäger angeboten. Dort gab es immer viele und starke Bongos, allerdings ist die Jagd sehr schwierig, es gibt wenig Holzabfuhrtrassen, und der dichte Galeriewald erfordert eine sehr gute physische Kondition und entsprechenden Durchhaltewillen.
Die seltene Trophäe hat ihren Preis. Man muss mit 20.000 US-Dollar Basiskosten rechnen. Also sollte man sich vor der Buchung Referenzen geben lassen.

Fotos: Werner Layer

Mehr lesen

Nur selten ergibt sich die Chance, auf eine Sitatunga zu Schuss zu kommen.
Wasserkudu heißt diese Antilopenart in Afrikaans, und dieser Name sagt schon deutlich, wo diese selten erbeutete Antilope mit dem wissenschaftlichen Namen Tragelaphus spekii zu finden ist: in Sümpfen, an Seen und Flussläufen. 1863 ist sie westlich des Victoria-Sees entdeckt worden. Trense beschreibt fünf Unterarten, während Boddington vier Unterarten nennt. Das Verbreitungsgebiet war früher zusammenhängend, heute sind in Westafrika einzelne Lebensräume voneinander getrennt. Fraglich ist, ob in einigen dieser Länder die Sitatunga überhaupt noch vorkommt. Auch das Gebiet um den Tschad-See ist fraglich.
Ihr Lebensraum sind Sümpfe und Moore. Diese für den Menschen unzugänglichen Stellen suchen sie auch in Waldregionen als Ruheraum auf. Sitatungas sind vorwiegend nachtaktiv. Bei Gefahr können sie untertauchen, so dass nur noch der Windfang über die Wasseroberfläche schaut.
Die Decke ist lang und zottig, die Farbe ist ein Dunkelbraun bis Graubraun mit acht Streifen und weißen Flecken. Ein angedeuteter, v-förmiger weißer Streifen zieht sich über den Windfang. Weibliche Stücke haben keine Schäuche, sind rostrot mit weißen Flecken und ähneln auf den ersten Blick Buschböcken.
Sitatunga-Bullen bringen bis 120 Kilogramm auf die Waage. Die Hornlänge beträgt um 65 Zentimeter (25 Inch); der stärkste bisher erlegte Sitatunga hat eine Schlauchlänge von 92 Zentimetern (36 3/8 Inch) und ist in Sambia zur Strecke gekommen.
Ihre langen Schalen (bis zu zehn Zentimeter) spreizen sich im Schlamm, wobei eine dazwischen liegende Haut als zusätzliche Auflage dient. Das erlaubt ihnen, auf Schilfflächen im Wasser zu ziehen. Sie sind gute Schwimmer.
Die Tragzeit beträgt sieben Monate; es wird nur ein Kitz gesetzt, das die ersten Lebenswochen im Sumpf auf einem Bett aus Schilfhalmen verbringt. Die Äsung besteht aus Blättern, Zweigen, Früchten und gelegentlich frisch wachsendem Gras.

Jagd

Dem Jäger, der gezielt auf eine Sitatunga jagen will, bleibt eigentlich nur die Jagd in den Sümpfen Botswanas. In allen anderen Verbreitungsgebieten ist das Erlegen einer Sitatunga reine Glückssache, wie aus dem folgenden Jagdbericht hervorgeht. Ich habe in 35 selbstorganisierten Kamerun-Safaris nur zwei Mal eine gute Chance auf Sitatunga und vielleicht vier Mal kurzen Anblick gehabt. Eine Safari mit Booten in einem Land mit quasi dem Monopol auf Sitatunga-Jagd wie Botswana hat dann natürlich ihren Preis. Man muss mit 15.000 Dollar rechnen.