Belgien/Schweiz: Jagdgegner attackieren WWF

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Belgische Jagdgegner greifen in einer Petition den WWF wegen angeblicher Unterstützung des Jagdtourismus an.

Auch die lokale Bevölkerung profitiert von der Trophäenjagd. (Foto: Markus Lück)

In Belgien hat die Abgeordnetenkammer einen von sozialistischer Seite eingebrachten Antrag für ein Trophäeneinfuhrverbot mit Mehrheit angenommen. (siehe https://jww.de/belgien-parlamentarier-fordern-trophaeen-einfuhrverbot/)

Die Regierung ist dem aber aus guten Gründen nicht gefolgt und hat inzwischen darüber auch die EU-Kommission unterrichtet. Die belgischen Jagdgegner behaupten nun, den WWF treffe eine Mitschuld. Mit zum Teil unrichtigen Behauptungen wurde eine Petition gegen den WWF gestartet.

Dort heißt es u.a.: „Gemeinsam mit der europäischen Jagd-Lobbygruppe FACE verteidigt der WWF jedoch den Abschuss von ikonischen Tierarten wie Eisbären, Löwen und Elefanten. Laut WWF sind Klimawandel und Wilderei schlimmer als Hobbyjäger ….“ Vorgehalten wird dem WWF auch, dass er in Namibia die Erhaltung der Biodiversität in Hegegebieten der ländlichen Bevölkerung unterstützt, in denen auch gejagt wird.

Auch in der Schweiz attackieren Tieraktivisten den WWF, weil er mit Fakten gegen ein ideologisch motiviertes Importverbot für Jagdtrophäen argumentiert. Der Schweizer Informationsdienst „30min“ zitiert dort aus einem Brief des WWF an den Ständerat, in dem es zur Auslandsjagd heißt: «Das daraus generierte Einkommen ist für die lokale Bevölkerung in den entlegenen, ländlichen Gebieten sehr wichtig. Verlieren sie diese Einnahmen, wird die Wilderei zunehmen, damit der Einkommensverlust ausgeglichen und Schäden in der Landwirtschaft vermindert werden können.»

Nach eigenen Worten sieht der WWF „ .. weltweit in der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen eine wichtige Strategie, um das Ziel des Erhalts der biologischen Vielfalt zu erreichen. Die Bejagung wildlebender Tierarten ist nach WWF Einschätzung prinzipiell weltweit eine legitime Form der Nutzung, wenn sie, wie die Nutzung anderer natürlicher Ressourcen – Wasser, Boden, Pflanzen etc. – dem Grundsatz der Nachhaltigkeit entspricht.“

Der deutsche WWF hält sich öffentlich eher bedeckt. An einer Podiumsdiskussion von Resource Africa in Dortmund zum Jagdtourismus und zu Importverboten am 23. Mai, bei der Betroffene aus dem Südlichen Afrika zu Wort kamen, erschien der WWF trotz Einladung nicht; genauso wie die radikalen Jagdgegner, die auch eingeladen waren, untereinander aber Boykott verabredet hatten.

rdb

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