Bloß nicht dem Fuchs begegnen

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Um ihren Todfeinden aus dem Weg zu gehen, jagen Wiesel tagsüber, wie eine Forschungsstudie aus Pakistan belegt.

 

Karunakar Rayker/Wikimedia
Altai-Wiesel (Foto: Karunakar Rayker/Wikimedia)
Wie sich Raubtiere kleiner und mittlerer Größe gegenseitig beeinflussen, ist bis heute wenig erforscht. Wissenschaftler aus Norwegen und Pakistan haben im Pamirgebirge mit Fotofallen herausgefunden, wie der Fuchs Kleinräuber wie das Altai-Wiesel zwingt, seinen natürlichen Tag-/Nachtrhythmus auf den Kopf zu stellen. Wichtiger als eine effiziente Jagd ist für das Wiesel das Ausweichen vor seinem Todfeind Fuchs, der von dem Rückgang großer Raubtiere wie Bär und Schneeleopard profitiert.
 
Mittels Fotofallen erstellten die Wissenschaftler genaue Zeit- und Aufenthaltsprofile der Füchse, Marder und Wiesel. Das Ergebnis: Wiesel gehen Fuchs und Marder aus dem Weg. Marder wiederum werden erst dann in der Nacht richtig munter, wenn der Fuchs kaum noch unterwegs ist. Füchse sind vor allem in den Stunden vor Mitternacht auf den Beinen, Marder hauptsächlich in den Stunden danach.
 
Für Wiesel, die bislang als nacht- und dämmerungsaktiv galten, sind Füchse Todfeinde. Sie nehmen daher Nachteile bei der Jagd in Kauf, um nicht vom Fuchs gefressen zu werden. Denn Wiesel jagen – wie hierzulande – neben den eher nachtaktiven Wühlmäusen vor allem Kaninchen. Die kaninchenartigen Pfeifhasen sind aber nachtaktiv und verharren tagsüber in ihren Bauten. Die schlanken Wiesel umgehen das Problem: Sie können in die Bauten vordringen und überraschen dort ihre Opfer im Schlaf.
 
Kai Althoetmar
Quellen: Studie „Journal of Zoology“
 


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