Botswana sagt Nein zu „grünem Fundamentalismus“

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Die Pläne der Umweltministerin Steffi Lemke für ein Trophäen-Import-Verbot sind auf erbitterten Widerstand der Regierungen Namibias und Botswanas gestoßen.

Staatswappen Botswanas (Foto: Mrfk /AdobeStock)

Namibias Umweltminister Pohamba Shifeta schrieb, das sei eine „gesetzeswidrige, neokoloniale Einmischung“, die der internationalen Rechtslage zuwiderlaufe.

Maxi Louis, Umweltschützerin und Basisvertreterin aus Namibia, legte in der Bild-Zeitung noch einen drauf: „Das ist eine rassistische Einstellung und ein rassistisches Verhalten uns gegenüber“. Was Rassismus bedeutet, sollte Frau Louis wissen. Sie war eine Anti-Apartheid-Aktivistin.

Steffi Lemke war stinksauer. Die Vorwürfe trafen tief ins grüne Selbstbewusstsein. Sie hatte deshalb zunächst auch keine Zeit für den Umweltminister Botswanas Dumezweni Mthimkhulu. Er war am 26. und 27. März in Berlin, um gegen das drohende Einfuhrverbot der Regierung mit Fakten zu protestieren. Der afrikanische Minister sollte im Ministerium mit der Staatssekretärin abgespeist werden. Dann kam das Gespräch doch auf Ministerebene zustande. Ein diplomatischer Eklat wurde zumindest vermieden.

Inhaltlich erbrachte das Gespräch nichts. Frau Lemke sei äußerst schmallippig und sichtbar verärgert gewesen. Sachargumente der Umweltministerin hatte es offenbar nicht gegeben, nur Verweigerungshaltung. Die Einladung Botswanas, sich vor Ort ein Bild zu machen, schlug Lemke aus. In diesem Jahr hat sie keine Zeit. Minister Mthimkhulu fasste in seiner Pressekonferenz am 27. März in Berlin diese Haltung in zwei Worten zusammen: “grüner Fundamentalismus“. Und weiter sagte er: „Wir kommen so lange wieder, bis sie uns zuhören.“

rdb

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