Botswana: Staat will Gründung von Wildfarmen fördern

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Die Regierung von Botswana hat angekündigt, dass sie die Gründung von Wildfarmen fördern will.

Fünf Impalas kann jeder zukünftige Wildfarmer kostenlos zum Aufbau einer eigenen Zucht beziehen. (Quelle: Archiv Baldus)

Jungunternehmer, die solche start-ups planen, sollen Wildtiere als Grundstock einer eigenen Wildfarm erhalten. Ein erstes Pilotprojekt soll diesen Monat beginnen und bis Juli laufen. Gedacht ist an Impala, Oryx, Zebra, Eland und Warzenschwein. Je fünf Exemplare einer jeden Tierart können die zukünftigen Wildfarmer kostenlos bekommen. Sie dürfen auf ihrem Land weitere Tierarten halten. Erlaubt sind aber nur Pflanzenfresser, keine Karnivoren. Die Regierung sieht das Programm als ein Mittel zur Diversifizierung des Tourismus an.

Ohne zusätzliche Förderung dürfte es den einheimischen Jungunternehmern allerdings schwer fallen, erfolgreiche Wildfarmen aufzubauen und zu betreiben. Vor allem die Kosten der Zäunung sind sehr hoch. Wild hinter Zäunen zu halten, stellt hohe Anforderungen an das Management. Dem durchschnittlichen Farmer fehlen aber die Fachkenntnisse. Fachliche Beratung und Veterinärdienste sind deshalb unabdingbar. Wie das Wild später genutzt werden soll, ist vorab nicht festgelegt. Bejagung ist eine Option, die besonders hohe Erträge bringt.

Vor Ort herrschen Zweifel, ob dieses Projekt durchdacht ist und mit der florierenden Wildwirtschaft im Nachbarland Südafrika konkurrieren kann. Ohnehin ist zu vermuten, dass nur die wohlhabende Elite des Landes in der Lage ist, das notwendige Eigenkapital und auch die erforderlichen Flächen bereit zu stellen.

rdb

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