China: Legaler Elfenbeinhandel seit 1. Januar verboten

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Am gestrigen Neujahrstag trat in der Volksrepublik China das Verbot des legalen Handels mit Elfenbein in Kraft.

142 Schnitzereibetriebe und staatlich registrierte Verkaufsstellen werden geschlossen. Jahrelanges Einwirken auf die chinesische Regierung von westlichen Staaten, Naturschutzorganisationen und Persönlichkeiten wie Prinz William gingen dem voraus. Die chinesische Regierung fürchtete schließlich um ihren Ruf. Nun jubeln Tierschützer sowie einige Politiker und loben die Chinesen.

Elefant mit Stoßzähnen
Das Thema Elfenbeinhandel sorgt regelmäßig für Diskussionen

Sicher wird sich das Verbot des Handels positiv auf die Wilderei in Afrika auswirken. Aber Grund zum Jubeln gibt es keinen. Zunächst gilt es festzuhalten, dass China nichts anderes als das jahrezehntelange Brechen internationaler Konventionen einstellt. Gewildertes, also illegales „Blutelfenbein“ durfte in China ganz legal und öffentlich bearbeitet und verkauft werden. Das war schon ein einzigartiger Verstoß gegen internationales Recht. Allein Namibia hat sich in Afrika getraut, diese staatlich sanktionierten Verbrechen öffentlich beim Namen zu nennen.

In anderen Ländern Asiens wird illegales Elfenbein illegal eingeführt, gehandelt und oft auch wieder ausgeführt. Ob die Behörden in China willens und in der Lage sind, solchen illegalen Handel zu unterbinden, wird die Zukunft zeigen. Und der legale Handel in Hongkong geht ohnehin noch Jahre weiter. Kunden sind dort vor allem Festlandschinesen. Unklar ist auch, was mit den schätzungsweise über hundert Tonnen Elfenbein geschehen soll, die chinesische Händler eingelagert haben. Es ist unwahrscheinlich, dass sie das verbrennen werden. Man hat gehört, dass vieles davon bereits in den letzten Monaten in berüchtigte Schmuggeldörfer in Grenzgebieten von Nachbarländern gebracht wurde. Es ist also viel zu früh, um Entwarnung zu geben. Im Übrigen sollte man nicht übersehen, dass außer dem Elfenbein eine Vielzahl anderer Produkte von gefährdeten Tieren weiterhin in großen Mengen von Chinesen – weitgehend unbehelligt – importiert werden. Pangoline, Saiga, Löwen, Nashörner – die Liste der Tierarten ist lang.

rdb

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