China: Regierung rudert zurück beim legalen Tiger- und Nashornhandel

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China rudert zurück: Die kontroverse Wiederzulassung eines legalen Handels mit Körperteilen von Tigern und Nashörnern für medizinische Zwecke (siehe JWW Meldung vom 7.11.) wurde vorläufig gestoppt.

Dies kann man einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua entnehmen. Offenbar haben Proteste aus aller Welt, dies würde die Wilderei anheizen, Wirkung gezeigt.

Die Regierung fand die Angelegenheit so wichtig, dass der Staatsrat, also das Minister-Kabinett, damit befasst wurde und selbst entscheiden musste. China will dem Eindruck entgegenwirken, dass die Volksrepublik als weltweit größter Importeur von legalen und illegalen Körperteilen gefährdeter Wildtiere auch Motor der Wilderei in Afrika und Asien ist.

Weiße Nashörner im Chimelong Xiangjiang Wildlife Park, China (Foto: Dietrich Jelden)

In China soll es 6000 Tiger geben, die in 200 Farmbetrieben gezüchtet und in Gefangenschaft gehalten werden. Aus wirtschaftlichen Gründen wird es im Lande selbst einen großen politischen Druck auf die Regierung geben, den Handel mit solchen Tieren aus Gefangenschaft zu legalisieren.

Die Entscheidung, das Handelsverbot beizubehalten, berührt nur den legalen Handel. Wilderei und Schmuggel bleiben davon unberührt. Sowohl für Nashorn wie auch Tigerprodukte gibt es einen florierenden Schwarzmarkt seit dem offiziellen Handelsverbot im Jahre 1993. Angeblich verfolgen die Behörden diese Straftaten neuerdings stärker als bisher. Es ist jetzt unklar, wie es weiter geht.

rdb