Deutschland unterstützt Wildlife-Fonds

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Die namibische Regierung hat einen neuen Fonds eingerichtet, der die Hegegemeinschaften („Conservancies“) unterstützen soll. Er nennt sich „Community Conservation Fund of Namibia“ (CCFN).

Die als durchaus erfolgreich angesehene Politik der Beteiligung der ländlichen Bevölkerung an der Hege und Bejagung der Wildbestände auf ihrem Land wurde von Gebern der Entwicklungshilfe, z.B. den USA, der EU und der Bundesrepublik Deutschland, unterstützt. Doch Namibia gilt inzwischen als Entwicklungsland mit „mittlerem Einkommen“. Dies könnte zur Folge haben, dass mittelfristig weniger Entwicklungshilfe fließt, d.h. auch weniger für die „Conservancies“ bereit gestellt wird. Der neue Fonds soll die Abhängigkeit vom Ausland verringern und nach Möglichkeit stärker auf die eigenen Kräfte setzen.

Elektrozaun zum Schutz des Viehs in der Nacht gegen Löwen im Damaraland. Der Strom wird mit Solarpanels erzeugt. Solche Schutzmaßnahmen soll der Fonds unter anderem finanzieren. (Foto: Rolf D. Baldus)

Zunächst soll der Fonds sich auf das Problem der Wildschäden konzentrieren. Sie nehmen alljährlich zu, weil die Wildbestände steigen, aber auch wegen der Trockenheit der letzten Jahre. Löwen reißen beispielsweise Rinder, und Elefanten plündern die Felder und zerstören Wasserpumpen und Brunnen. Es gibt auch Todesopfer zu beklagen. Der Fonds wird Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune und Kompensationszahlungen finanzieren. Die Bundesrepublik hat zugesagt, diese Maßnahmen mit einem Zuschuss von fünf Millionen Euro zu unterstützen.

Der Aufbau von Hegegemeinschaften soll in den nächsten vier Jahren abgeschlossen werden. Es wird dann 90 bis 100 solcher „Conservancies“ geben. Entscheidend wird sein, dass diese Zusammenschlüsse, die dem Management und der nachhaltigen Nutzung der Wildbestände dienen, selbsttragend sind. Dazu benötigen sie ausreichend Einnahmen, vor allem aus dem Jagdtourismus. Zunehmend kürzt die Wildschutzbehörde jedoch die Abschussquoten. Die Gründe dafür sind meist nicht nachzuvollziehen, vor allem, weil gleichzeitig viel weniger ertragreiche und viel höhere Quoten für Fleischabschüsse genehmigt werden. Eine ganze Reihe von Berufsjägern mit Jagdrechten in Conservancies haben in letzter Zeit die Jagdpacht dort aufgegeben, weil sie sich wegen zu niedriger Quoten nicht mehr rechnete.

rdb

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