Drei Läufe für Big Five

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Großwild-Büchsen für Afrikas Große Fünf sind in der Regel entweder Repetierer oder Doppelbüchsen. Von Krieghoff kommt jetzt ein Doppelbüchs-Drilling im Kaliber .500/416 und 20/76. Grundlage ist der Krieghoff Optima.

Krieghoff Doppelbüchsdrilling
Krieghoff Doppelbüchsdrilling
 
Der moderne Big Five ist ein klassischer Doppelbüchs-Drilling mit zwei nebeneinander liegenden Kugelläufen und einem mittig darunter angeordneten Schrotlauf. Als Kugelkaliber wurde hier die hauseigene .500/416 Krieghoff gewählt, die die Leistung der legendären .416 Rigby erbringt, aber als Randpatrone Vorteile bei der Verwendung in Kipplaufwaffen hat. Der Schrotlauf hat das Kaliber 20/76.
 
Auf der IWA 2002 stellte Krieghoff den Optima vor. Technisch gesehen ist der neue Optima weitgehend ein Krieghoff Plus, nur dass hier anstatt der Dural-Basküle ein Stahlkasten verwendet wird und der Verschluss mit einer zusätzlichen Purdeynase verstärkt wird. Dadurch kann der Optima jetzt auch als Doppelbüchs-Drilling gebaut werden, was beim Plus nicht möglich war, und es können großkalibrige Einsteckläufe in Hochwildkalibern in den Schrotlauf eingelegt werden. Beim Duralkasten des Plus sollte man davon lieber absehen.
 
Wird der Optima als Doppelbüchs-Drilling bestellt, sind die beiden obenliegenden Kugelläufe zudem mit einer Laufverstellung ausgestattet, die so erlauben, die Treffpunktlage zu regulieren. Auch bei einem Laborierungswechsel ist so kein aufwändiges Umlöten mehr erforderlich. Hier stand die Doppelbüchse „Classic“ Pate. Die Kaliberpalette reicht von der Rehwildpatrone 6×70 R bis hin zur 9,3×74 R.
Die Big Five-Version
Der „Big Five“ wurde ein Jahr später vorgestellt. Die verstärkte und mit Purdeynase versehene Stahlbasküle ist auch in der Lage, stärkste Kaliber aufzunehmen und da lag es nahe, auch einen Großwilddrilling zu bauen. Als Kaliber wurden die drei Großwildpatronen mit Rand .375 Holland&Holland Flanged Magnum, .500/416 N.E. und .470 N.E. ausgewählt. Als Randpatronen haben sie in Kipplaufwaffen unstreitbare Vorteile, denn Probleme beim Hülsenausziehen, die bei den gefederten Auszieherkrallen der randlosen Patronen durchaus vorkommen können, sind hier von vornherein ausgeschlossen.
 
Auf eine Mündungsverstellung hat Krieghoff bei diesen drei Kalibern aber analog zur Großwildausführung der Doppelbüchse Classic verzichtet. Einmal reicht der Raum dazu kaum aus und außerdem ist das Patronenangebot in dieser Kalibergruppe dermaßen klein, dass ein Laborierungswechsel kaum zu erwarten ist. Ein angemessener Patronenvorrat sollte aber beim Kauf einer solchen Waffe auf alle Fälle angelegt werden, um allen Problemen aus dem Weg zu gehen.
Laufbündel und Visierung
Das 60 Zentimeter lange Laufbündel bringt mit dem Vorderschaft 3,03Kilogramm auf die Waage. An Material wurde hier nicht gespart, die Kugelläufe haben an der Mündung noch einen Wandungsdurchmesser von 3,5 Millimetern, und das Laufbündel ist vorn 38,7 Millimeter breit.
 
Die Läufe sind wie beim Plus in das Hakenstück hart eingelötet. Gegen den Abzieh-Widerstand wirken der vordere Laufhaken, der vordere Laufhaken am Scharnierstift sowie der verbreiterte hintere Haken an der Stützfläche im Kasten. In diesen sehr stabilen hinteren Haken greift der Verschlusskeil ein und wirkt gegen das Kippmoment. Zusätzlich verfügt der Optima über eine Purdeynase, die in eine entsprechende Öffnung der Stahl-Basküle eintritt und so das Laufbündel zusätzlich gegen die Abziehkräfte abstützt.
 
Die mit den Kugelläufen verlötete Visierschiene ist 16 Zentimeter lang und 13 Millimeter breit. Die massive Standkimme in weiter V-Form mit weißem Emaillestrich ist seitlich eingeschoben. Auch die Unterteile der Brückenschwenkmontage sind in die Visierschiene eingeschoben. Die Oberfläche der Schiene ist blendfrei guillochiert.
 
Ähnlich massiv fällt der Kornsattel aus, der ein Messing-Perlkorn trägt. Die offene Visierung ist als klassische Großwildvisierung für schnelle Schüsse auf kurze Distanz ausgelegt. Für das Kaliber .500/416 N.E. sicher die richtige Wahl. Der vordere Riemenbügel ist im Abstand von 24 Zentimetern von der Mündung an den Schrotlauf gelötet. Das gesamte Laufbündel ist tiefschwarz brüniert, und die blanke Mündungspartie wurde mit einer ansprechenden Gravur versehen.
Abzug mit Rückgelenk
Das Schlosswerk entspricht dem bewährtem Krieghoff Plus Drilling. Der Optima ist wie der Plus mit zwei Schlossen ausgestattet. Die Handspannung erlaubt es, die Waffe erst unmittelbar vor dem Schuss mit einem Daumendruck zu spannen und jederzeit wieder zu entspannen. Der Systemkasten aus Stahl ist mit einer kleinen Arabeskengravur versehen und vernickelt.
 
Umdenken muss der Optima-Benutzer aber bei der Umschaltung von Kugel auf Schrot. Im Normalfall bedient der hintere Abzug bei einem Drilling stets den Schrotlauf. Steht beim Optima der Umschalthebel vorn, löst der vordere Abzug den Schrotlauf aus, steht er hinten, den rechten Büchsenlauf. Der hintere Abzug zieht aber immer den linken Büchsenlauf ab. Das ist gewöhnungsbedürftig, und Krieghoff hat extra eine entsprechende Gravur am Umschalthebel angebracht.
 
Die Handspannung lässt sich weich und lautlos bedienen. Wird der Spannschieber beim Öffnen der Waffe in der vorderen Position belassen, spannt sich das Schlosswerk automatisch. Auch beim Big Five ist das hinlänglich bekannte Krieghoff Universal-Abzug-System (UAS) installiert, der vordere Abzug ist aber als sogenannter Ausweichabzug ausgelegt, um Verletzungen des Schießfingers zu vermeiden. Das vordere Abzugszüngel hat entsprechendes Spiel nach vorn und kann somit ausweichen, wenn der Finger beim Auslösen des hinteren Abzuges gegen die Rückseite des vorderen Abzuges „knallt“. Bei einem Kaliber wie .500/416 N.E. eine sinnvolle Einrichtung.
 
Die Abzüge stehen trocken und lösten bei 1,8 und 2,5 Kilogramm aus. Für eine Großwild-Waffe eine richtige Einstellung. Der Abzugsbügel ist aus Stahl und brüniert.

Der Umschalter liegt rechts zwischen Öffnungshebel und Handspannung. Die Zuordnung ist deutlich gemacht (links).
Der Umschalter liegt rechts zwischen Öffnungshebel und Handspannung. Die Zuordnung ist deutlich gemacht (links).


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Fotos: Stefan Meyers

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