Drei Läufe für Big Five

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Das Laufbündel ist fest verlötet.
Das Laufbündel ist fest verlötet.
 
Die Schaftlänge der Testwaffe beträgt 38 Zentimeter, ist also für einen großen Schützen ausgelegt. Der Vorderschaft fällt nicht gerade zierlich aus. Mit einer Länge von 25 Zentimetern bei 4,7 Zentimeter Breite bietet er der Führhand reichlich Platz. Vorderschaft und Pistolengriff sind mit handgeschnittener Fischhaut versehen, die sorgfältig ausgeführt und wirklich scharf ist. Der hintere Riemenbügel ist in den Hinterschaft geschraubt.
Schießt sich sehr angenehm
Die Testwaffe war mit einem Zeiss Varipoint 1,5-6×42 mit Innenschiene ausgestattet, das mittels Brückenschwenkmontage montiert ist. Geschossen wurde stehend vom Sandsack auf 100 Meter. Für Waffen mit zwei verlöteten Läufen in einem Großwildkaliber sind Schießgestelle nicht optimal. Oft schießen solche Waffen daraus ganz anders als von der Schulter.
 
Die mit der Waffe von Krieghoff zur Verfügung gestellte Munition stammt von dem gewerblichen Wiederlader Bernhard Klaus aus Erding und war mit einem 26,6 Gramm schweren Teilmantelgeschoss von Delsing laboriert. Diese Teilmantelgeschosse haben eine sehr geringe Mantelstärke und sind wesentlich weicher als etwa die australischen Woodleigh-Geschosse. Für die Bejagung von echtem Großwild sind sie daher nur bedingt geeignet.
 
Es wurden drei Schusspaare aus jeweils ausgekühltem Laufbündel abgegeben. Der Streukreisdurchmesser betrug 6,4 Zentimeter. Ein sehr gutes Ergebnis für eine solche Waffe. Die drei Schüsse aus dem linken Kugellauf lagen sogar auf 2,6 Zentimeter zusammen. Ein zur Kontrolle abgegebenes Schusspaar mit Munition aus Wolfgang Romey-Fertigung mit 26,6 Gramm schwerem Woodleigh-Geschoss hatte die gleiche Treffpunktlage und lag auf 2,9 Zentimeter zusammen. Damit lässt sich die Testwaffe mit beiden Munitionssorten schießen. Auch über die offene Visierung schoss die Waffe auf 50 Meter sehr gut zusammen.
 
Der Schrotlauf wurde auf 35 Meter mit 20/76 Schrotpatronen von Rottweil mit Drei-Millimeter-Schrotkorngröße geschossen. Visiert über das Zielfernrohr hat der Schrotlauf einen gehörigen Tiefschuss von gut 25 Zentimeter. Das ist aber nicht ungewöhnlich, und wenn der Besitzer das weiß, kann er sich darauf einstellen. Beim Schuss über die offene Visierung war der Tiefschuss nicht so ausgeprägt. Der Schrotlauf schießt sehr eng, und die Deckung war gut.
 
Der Schrotlauf wurde auch mit Flintenlaufgeschossen getestet. Drei Fiocchi 20/76 lagen auf 50 Meter, über das Zielfernrohr visiert, auf sechs Zentimeter zusammen, bei einem Tiefschuss von 15 Zentimetern. Auch die Präzision mit Flintenlaufgeschossen ist damit ausgezeichnet.
 
Die ohne Zielfernrohr bereits 5,165 Kilogramm schwere Waffe schießt sich auch in dem dicken Kaliber butterweich. Komplett mit Glas und gefüllten Patronenlagern bringt sie gut sechs Kilogramm auf die Waage und ist damit mehr als ein Kilogramm schwerer als eine Doppelbüchse in dieser Kalibergruppe. Das Laufbündel mit Vorderschaft ist 3,03 Kilogramm schwer, der Hinterschaft mit System nur 2,135 Kilogramm. Die Waffe ist damit vorderlastig, was dem Hochschlag sehr entgegenwirkt. Schnelle Doppelschüsse sind kein Problem.
Resümee
Der Big Five Drilling bereichert das Angebot an Großwildwaffen um eine sehr interessante Waffe. Gegenüber einer herkömmlichen Doppelbüchse steht hier noch ein Schrotlauf zur Verfügung, der sich ja bei Bedarf auch noch mit einem Einstecklauf ausrüsten lässt. Von der Stabilität her ist hier auch ein Schalenwildkaliber problemlos möglich, und so kann die Großwildwaffe auch noch zur Plains Game-Jagd eingesetzt werden.
 
Doch auch der Schrotlauf lässt sich bei der Großwildjagd manchmal gut verwenden. Sei es um Flug- oder Niederwild für den Kochtopf zu schießen oder aber, um bei einer Nachsuche auf einen angeschweißten Leoparden eine Postenladung bereit zu halten. Als weitere Option steht dann noch das Flintenlaufgeschoss zur Verfügung.
 
Preislich fängt der Big Five-Traum bei 9 635 Euro an. Vergleicht man das mit dem Preis einer Doppelbüchse in diesem Kaliber oder einer vom Büchsenmacher gebauten Take Down-Repetierbüchse mit Mauser-Magnum-System, so ist das gar nicht mal teuer.
 
Verarbeitung und Material sind, wie bei Krieghoff nicht anders zu erwarten, erstklassig. Und die Schussleistung ist mehr als ausreichend für die adäquaten Ziele dieser Kalibergruppe.
 
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