„Ex-Weltrekord-Hirsch“ war ein Österreicher

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Österreich

Aufgrund von Ermittlungen der österreichischen Polizei konnte Folgendes eindeutig nachgewiesen werden: Der von Baron von Gemmingen-Hornberg in Bulgarien, in einem Jagdrevier bei Etropole erlegte Rothirsch stammt aus einem, den Behörden nicht ordnungsgemäß gemeldeten Zuchtgatter im Bezirk Braunau. Von dort wurde der Hirsch mir dem Namen „Burlei“ über drei Strohmänner für zirka 25 000 Euro nach Bulgarien verkauft und verfrachtet.
Somit kann gesagt werden, dass der strafrechtlich relevante Betrug durch nicht ermittelbare Vertreter der handelnden Firmen begangen worden ist. Die Täuschungshandlung liegt darin, dass Baron von Gemmingen-Hornberg zu keiner Zeit mitgeteilt wurde, dass er einen, in einem Zuchtgatter großgezogenen Rothirsch erlegen würde, der nur kurze Zeit vor seinem Abschuss in das dortige Jagdrevier verbracht worden war.
Die stichprobenhafte Überprüfung von Gatterbetrieben zeigte ferner, dass Einsatz von Hormonen, chemischen Behandlungen oder Boxenhaltung auf engsten Raum in Dunkelheit zur Förderung der Geweihbildung von Rothirschen nicht nachzuweisen waren.
Die meisten Hirsche sind vielmehr handzahm und werden intensiv mit Getreide, Klee, Trester und Mineralstoffen gefüttert. In der Geweihbildungsphase im Frühling bekommen die Rothirsche hohe Gaben an Calcium, um eine optimale Aushärtung der Geweihe zu erreichen. Die enormen Geweihgewichte der Rothirsche sind also auf Top-Genetik und intensivste Fütterung (Mast) in vertrauter, ruhiger Umgebung zurückzuführen.
Die Ermittlungen verdeutlichen auch, dass der Import und Export von Wildtieren üblich ist, wobei der Export das größere Volumen erreicht. Allein in Österreich gibt es zirka 4 000 Gatterbetriebe, die jagdbares Wild produzieren. Ein Teil der Tiere geht direkt in die Lebensmittelindustrie, der andere erst nachdem die Stücke geschossen worden sind. Es gibt also tatsächlichen einen lukrativen, internationalen Markt für Zucht-Rothirsche, da die Nachfrage nach Kapitaltrophäen sehr hoch ist. D.

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