„Fake News“ über Jagdtourismus

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Fehlinformationen in den Medien sind ein zunehmendes Problem beim Naturschutz.

„Fake News“ in den Medien gefährden die Lebensgrundlagen der Menschen und verschlechtern die Ergebnisse sinnvollen Tierschutzes (Foto: Hans Jörg Nagel)

Ein Team von elf Autoren, darunter ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, hat sich jetzt in der Zeitschrift „Conservation Biology“ der „vereinfachenden und ungenauen Berichterstattung“ über die Trophäenjagd in den gängigen Zeitungen (Print und Online) angenommen. Nach Ansicht der Autoren ist dies derzeit besonders aktuell, da Großbritannien und die USA Gesetze zur Beschränkung oder zum Verbot der Ein- und Ausfuhr von Trophäen in Erwägung ziehen.

Die vorherrschende Medienerzählung sei betörend einfach: Geliebte Tiere stehen am Rande der Ausrottung; Menschen zahlen, um sie zu töten; das ist schrecklich, und wenn wir es verhindern, dann werden wir Tierarten retten. Für diesen Zweck muss gespendet werden. Dies biete eine perfekte Medienkombination für sensationelle Berichterstattung mit provozierenden Fotos. Die klare Botschaft in den meisten Berichten sei, dass ein Stoppen der Jagd unmittelbare positive Auswirkungen auf die Erhaltung der Wildtiere hätte. Die Realität sei jedoch bei weitem nicht so einfach, stellt das Autorenteam fest.

Trophäenjagd könne Wildtierpopulationen vor Ort schaden, habe aber auch dazu beigetragen, dass sie wachsen, fortbestehen und sich erholen. Durch die Schaffung wirtschaftlicher Anreize für die Erhaltung von Lebensräumen und Arten könne die Jagd vor weit größeren Bedrohungen, wie dem Verlust von Lebensräumen und einer lokalen Übernutzung schützen. Das Verständnis dieser komplexen Zusammenhänge sei von entscheidender Bedeutung, weil ansonsten die Politik durch Jagdverbote und Einschränkungen unbeabsichtigt den Naturschutz, die Lebensgrundlagen der Menschen und die Ergebnisse sinnvollen Tierschutzes verschlechtern würde.

Die Autoren stellen fest, dass in vielen Medienberichten über die Trophäenjagd aktiv Unwahrheiten behauptet werden. Sie belegen diese Aussage mit zahlreichen Beispielen.

rdb

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