Großbritannien: Brexit schadet dem Artenschutz

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Heute vor drei Jahren trat der Brexit in Kraft und war der Beginn einer nicht enden wollenden Misere im Vereinigten Königreich.

Seit dem Brexit ist der Austausch zwischen der Insel und der EU um 85% zurückgegangen (Foto: lazyllama / AdobeStock)

Er kostet 4% Wirtschaftsleistung im Jahr und hat 3% zusätzliche Inflation zur Folge. Von der anfänglichen Euphorie ist wenig übrig geblieben. Eine Mehrheit der Briten wünscht sich laut Meinungsumfragen die EU zurück.

Dass er aber auch dem Erhalt seltener Wildtiere schadet, zeigt ein offener Brief an Premierminister Rishi Sunak, den 75 britische Zoos und Aquarien unterzeichnet haben. Zwar wollen die Tierrechtler diese Einrichtungen, da angeblich Tiergefängnisse, abschaffen, in Wirklichkeit spielen sie aber eine wichtige Rolle im Artenschutz. Die Zoos sind weltweit verflochten mit Zuchtprogrammen für vom Aussterben bedrohte Wildtiere. Dabei sind auch solche Tiere, die in freier Wildbahn ausgestorben sind, wie die mexikanische Socorrotaube. In Großbritannien gibt es über 850 solcher Projekte. Vor dem Brexit tauschten sie jährlich im Durchschnitt 1.400 mal Zuchttiere aus. Im letzten Jahr waren es gerade einmal 211.

Seit dem Brexit ist der Austausch zwischen der Insel und der EU um 85% zurückgegangen. Betroffen sind beispielsweise Asiatische Löwen, Amurtiger, Nashörner oder Wisente. Seit dem Brexit gibt es vielfältige Ein- und Ausfuhrvorschriften, die innerhalb der europäischen Binnengrenzen keine Anwendung finden. Die Zoos berichten, dass inzwischen die Genehmigungsverfahren bis zu 17 Monate dauern. “Machen Sie sich nichts vor,“ heißt es im Schreiben an den Premier, „auch drei Jahre nach Britanniens Austritt aus der EU bedroht der „red tape“-Papierkrieg immer noch die Naturschutzarbeit der Weltklasse-Zoos und Aquarien dieses Landes.“ Im Namen des Artenschutzes soll die britische Regierung mit der EU-Kommission zusammen eine Lösung finden.

rdb

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